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TuS Metzingen: Zu viele Ausrutscher

Handball
Ein Handball. Foto: Robert Michael
Ein Handball.
Foto: Robert Michael

Im Vorjahr Fünfter, jetzt Sechster: Die Abschluss-Platzierungen der Metzinger Bundesliga-Handballerinnen erwecken den Eindruck, als würde sich das Team immer weiter von der Spitzengruppe entfernen. Zumal zum zweiten Mal in Folge die Europapokal-Qualfikation verfehlt wurde.

Doch ganz so einfach ist die Bewertung nicht. Der anvisierte Rang vier war angesichts der Leistungsdichte der Clubs im Rennen um ein Europapokal-Ticket ein ehrgeiziges Ziel. Die Frauen-Bundesliga entwickelte sich jenseits von Meister und Pokalsieger Bietigheim sowie der Ex-Champions Thüringer HC und Borussia Dortmund zu einer Wundertüte. Überraschungen waren an der Tagesordnung.

Gleich vier Mannschaften kämpften um den begehrten vierten Platz. Die HSG Blomberg-Lippe, die wie im Vorjahr lange diesen Rang belegte, stand am Ende erneut mit leeren Händen da. Völlig unerwartet präsentierte sich die Sport-Union Neckarsulm. Mit einem größeren Etat als Metzingen und großen Ambitionen in die Saison gestartet, musste der Club nach einem Absturz in der Tabelle schließlich froh sein, den Klassenerhalt gerade noch geschafft zu haben. Zwei Beispiele, die zeigen, dass auch ein sechster Rang in dieser ausgeglichenen Liga keine Enttäuschung sein muss.

Nach einem Fehlstart in die Runde fing sich das Metzinger Team von Trainer Werner Bösch und arbeitete sich bis auf Rang vier vor. Dass man diese Platzierung, die das Europapokal-Ticket bedeutet hätte, nicht verteidigen konnte, lag an großen Leistungsschwankungen im Saisonverlauf, der Auswärtsschwäche, zu vielen Ausrutschern und am Verletzungspech im Rückraum.

Vor allem der Ausfall von Nationalspielerin Lena Degenhardt, die bis dahin groß aufgetrumpft hatte, wog schwer – gerade in den entscheidenden Spielen gegen unmittelbare Konkurenten. Was mit der 24-Jährigen möglich gewesen wäre, zeigte sich mit dem unerwarteten Sieg im Pokal-Viertelfinale über den favorisierten Thüringer HC. Wie überhaupt der sechste (!) Metzinger Vorstoß in Folge in das Stuttgarter Final-Four-Turnier ein Ausrufezeichen der besonderen Art war. (GEA) 

frank.pleyer@gea.de