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TuS Metzingen nimmt Derby gegen Zweitligist TG Nürtingen sehr ernst

Metzingen im Pokal beim starken Zweitligisten TG Nürtingen gefordert. Wiedersehen mit alten Bekannten.

Eine der Neuen im Metzinger Team: Rückraumspielerin Klara Schlegel (Mitte) war die letzte Verpflichtung.  FOTO: SCHANZ
Eine der Neuen im Metzinger Team: Rückraumspielerin Klara Schlegel (Mitte) war die letzte Verpflichtung. FOTO: SCHANZ
Eine der Neuen im Metzinger Team: Rückraumspielerin Klara Schlegel (Mitte) war die letzte Verpflichtung. FOTO: SCHANZ

METZINGEN. Diese Saison-Vorbereitung war ein Wettlauf gegen die Zeit. Gerade mal sieben Wochen hatten die Metzinger Bundesliga-Handballerinnen, sich für die neue Saison in Form zu bringen. Während normalerweise die Pflichtspiele im Frauen-Oberhaus erst Anfang September beginnen, sind die Pink Ladies diesmal bereits zwei Wochen früher gefordert. Zum Aufgalopp geht's in die Nachbarschaft: Am Sonntag (16 Uhr) steht das Erstrunden-Pokalspiel bei der TG Nürtingen auf dem Programm.

Für die TuS ein erster Fingerzeig, was von der neu formierten Mannschaft, in der acht neue Spielerinnen stehen, zu erwarten ist. Mit dem Engagement ihrer Schützlinge in der Vorbereitung war TuS-Coach Miriam Hirsch bis auf ein, zwei Trainingseinheiten »sehr zufrieden. Die Mädels haben hart gearbeitet«. In der Vorbereitung fehlten lediglich die Langzeitverletzten Johanna Farkas und Ida Petzold. Kurz vor dem Pokal-Spiel ist die eine oder andere Spielerin angeschlagen.

»Wir hoffen, dass möglichst viele pinke Fans dabei sind«

Aber auch aus einem anderen Grund will Hirsch nicht näher auf die voraussichtliche Startformation eingehen. Sie werde Spielerinnen "nie in Schubladen stecken", sagt die 34-Jährige. Demnach dürften – so der Eindruck, den man aus Vorbereitungsspielen gewinnen konnte – bis auf den Kreis und Rechtsaußen der Kampf um die meisten Positionen noch offen sein. Das Ziel ist klar: Nürtingen soll nur eine Durchgangsstation auf dem Weg in die zweite Pokalrunde sein. Bei diesem Vorhaben baut man auch auf die Anhänger. »Wir hoffen, dass möglichst viele pinke Fans dabei sind«, sagt Kreisläuferin Svenja Hübner, die zusammen mit Torhüterin Marie Weiss das neue Metzinger Mannschaftsführerinnen-Gespann bildet.

Auch in Nürtingen fiebert man dem Duell entgegen. TG-Abteilungsleiter Gunnar Fischer geht von einer »vollen Theodor-Eisenlohr-Halle« aus. Der bisherige Zuschauer-Rekord in Nürtingen liegt bei 1.050 Besuchern. Es dürfte eine echte Pokalkampf-Atmosphäre geben, in der die »TusSies« den Gegner alles andere als auf die leichte Schulter nehmen.

Die Nürtinger Zahlen sind beeindruckend genug. Vor zwei Jahren noch im Abstiegskampf, hat sich die Turngemeinde in der Folge zu einem starken Team gemausert. Zwei vierte Plätze in den beiden vergangenen Spielzeiten sprechen eine deutliche Sprache. »Nürtingen ist auf keinen Fall Fallobst. Sie haben tolle individuelle Spielerinnen«, weiß Hirsch, die Akteurinnen wie Lisa Fuchs oder Michelle Schäfer aus ihrer Zeit in Bayern kennt. Entsprechend gewarnt sind die Pink Ladies. Hirsch: »Wir müssen maximal fokussiert rangehen und unsere Torchancen besser nutzen als zuletzt.« Die Stärke des Zweitligisten liegt im Rückraum. So wird die Partie gleich zum Härtetest für die Verteidigung des Hirsch-Teams.

»Metzingen ist ein Erstligist und muss auf jeden Fall gewinnen«

Die Abwehrstärke war in der Vorbereitung der große Trumpf des Bundesligsten. Sollten die Verteidigerinnen Svenja Hübner, Carolin Hübner, Naina Klein und Co. wieder zum Bollwerk werden, dürfte es die TG sehr schwer haben, die Partie gegen den Bundesligisten offen zu gestalten. Für die TuS, die zwei Jahre lang von 2019 bis 2021 eine Kooperation mit dem Zweitligisten hatte, wird es ein Wiedersehen mit alten Bekannten. Gleich mehrere Team-Mitglieder haben eine Metzinger Vergangenheit.

Trainer Manel Cirac war Co-Trainer der »TusSies« und danach Coach der zweiten Mannschaft, ehe er die TG übernahm. »Wir freuen uns auf das Spiel. Metzingen ist ein Erstligist und muss auf jeden Fall gewinnen. Aber wir werden 100 Prozent geben«, sagt der Spanier. Marie-Christine Beddies, einst Spielmacherin, ist seit dieser Woche beim Zweitligisten Betreuerin. Linksaußen Julia Symanzik warf schon Tore für den damaligen Bundesligisten HSG Bad Wildungen. Im Pokal-Derby fällt die 22-Jährige aufgrund eines Kahnbeinbruchs aus. (GEA)