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TuS Metzingen im Derby gegen Göppingen nach Fehlstart klar überlegen

Die Metzinger Bundesliga-Handballerinnen behalten im Derby in Göppingen deutlich mit 35:26 die Oberhand. Nach 3:8-Rückstand dreht das Hirsch-Team auf.

Trifft gegen ihren Ex-Club vier Mal: Metzingens Linksaußen Selina Kalmbach (rechts).
Trifft gegen ihren Ex-Club vier Mal: Metzingens Linksaußen Selina Kalmbach (rechts). Foto: Schmidt/Eibner
Trifft gegen ihren Ex-Club vier Mal: Metzingens Linksaußen Selina Kalmbach (rechts).
Foto: Schmidt/Eibner

GÖPPINGEN. Erst freute sie sich über die tolle Derby-Kulisse, nach Spielschluss auch über einen deutlichen Sieg: »Wir haben uns nach der schwachen Anfangsphase gut gefangen, eine starke Deckung gehabt und sehr solide gespielt«, sagte Metzingens Trainerin Miriam Hirsch. Ihre Mannschaft hatte die heftige Heim-Niederlage gegen Blomberg mit einem 35:26 (15:12)-Sieg bei Frisch Auf Göppingen vergessen gemacht. Mit einem weiteren Erfolg am Samstag (19.30 Uhr, Öschhalle) gegen den BSV Sachsen Zwickau würden die Bundesliga-Handballerinnen erstmals in dieser Saison ein positives Punktekonto aufweisen.

Die TuS liegt als Tabellensiebte in Schlag-Distanz zu den punktgleichen Bensheimerinnen und nur einen Punkt hinter dem fünftplatzierten VfL Oldenburg. Im Kampf um einen Play-off-Platz war der Erfolg in Göppingen »ein wichtiger Schritt«, wie Hirsch entsprechend konstatierte. Dabei hatte es anfangs denkbar schlecht für die Gäste ausgesehen. Vor der Top-Kulisse von 2.693 Zuschauern starteten die »TusSies« nach mehreren Schrittfehlern, vergebenen Chancen und einer Unterzahl-Phase mit einem klaren Rückstand. Und einer Duplizität der Ereignisse: Vor einer Woche hieß es gegen Blomberg 3:9, nun in der EWS-Arena 3:8 (11.). Auch Hirsch wunderte sich über die Parallele, die aber nur in den ersten Minuten Bestand hatte. Danach entwickelten sich die Partien völlig unterschiedlich. Während die TuS vor Wochenfrist keine Chance mehr hatte, drehte sie in Göppingen eindrucksvoll die Partie.

»Sandra hat in einer wichtigen Phase den Siegeszug eingeleitet«

Die Metzinger 6:0-Abwehr, die kurzzeitig in eine 5:1-Variante umgestellt wurde, fand dann ihren Rhythmus. Lea Neubrander, die ihre Handball-Anfänge bei der SG Ober-/Unterhausen hatte, und Sina Ehmann waren in dieser Phase die Göppinger Aktivposten. Nach einer Auszeit von Hirsch wurde die TuS-Abwehr zunehmend zum Bollwerk. Obwohl die Gäste in der ersten Viertelstunde gleich fünf Mal Pfosten oder Latte des Frisch-Auf-Gehäuses trafen, holten sie Tor um Tor auf. Göppingen biss sich nun an der Verteidigung der Ermstälerinnen die Zähne aus, verlor immer wieder den Ball, so dass die TuS mit einem 11:2-Tore-Lauf zur 14:10-Führung (28.) das Spiel komplett drehte. Ein Lob gab's für die mit viel Selbstvertrauen auftretende und bei ihren Aktionen mit dem Gefühl für den freien Raum aufwartende Sandra Erlingsdottir: »Sie hat in einer wichtigen Phase den Siegeszug eingeleitet.«

Die Überlegenheit setzte sich nach dem Seitenwechsel fort. Von Göppingens Rückraum mit Neubrander & Co. ging nun kaum noch Torgefahr aus, zudem wurde Ex-Nationalspielerin Luisa Schulze am Kreis von der Metzinger Deckung mehr als 50 Minuten komplett abgemeldet. Erst als das Spiel entschieden war, kam die Kreisläuferin noch zu drei Toren. Ein Verdienst des Innenblocks mit Julia Behnke und Naina Klein, aber auch von Svenja Hübner, die auf der Halb-Position deckte. Hirsch hob die Defensivleistung von Behnke, die auch für mehrere Blocks und Ballgewinne verantwortlich war, sowie von Hübner hervor: »Svenni hatte eine starke Rolle in der Verteidigung.« Zudem versenkte die 28-Jährige bei Gegenstößen zwei Mal die Bälle im Frisch-Auf-Tornetz.

»Hört auf zu jammern. Reißt euch zusammen«

Von den Gastgeberinnen ging Torgefahr fast nur noch über die Außen-Positionen aus. Entsprechend bedient war Göppingens Coach Nico Kiener in einer Auszeit, als sein Team 13:19 gegen die Hirsch-Schützlinge zurücklag (37.). »Hört auf zu jammern. Reißt euch zusammen. Spielt einfach«, faltete er seine Mannschaft zusammen. Zwar kamen die Stauferstädterinnen in der Folge bis auf drei Tore heran (19:22), aber zwei Treffer von Naina Klein, die wie Sabrina Tröster acht Mal erfolgreich war, und ein Tor der Ex-Göppingerin Selina Kalmbach sorgten wieder für klare Verhältnisse. Angesichts einer 26:20-Führung (49.) der Pink Ladies war die Frage nach dem Sieger noch vor der Schlussphase geklärt, da auch Torhüterin Lea Schüpbach mit einigen Paraden Frisch Auf zusätzlich einbremste.

Ungewöhnlich: Die Metzingerinnen trafen in den letzten Minuten gleich vier Mal ins verwaiste Göppinger Tor, als Kiener für die Torhüterin eine siebte Feldspielerin brachte. Das gelingt auch nicht jeden Tag. (GEA)