METZINGEN. Das Ergebnis passte, in der Generalprobe vor dem Bundesliga-Spiel am Sonntag (14.30 Uhr, Tübinger Paul-Horn-Arena) gegen Oldenburg zeigten sich die Metzinger Handballerinnen torgefährlich. Gegen die »Piraths« (übersetzt: Piraten) des Straßburger Clubs ATH Achenheim-Truchtersheim, den sie im August bereits 30:27 besiegt hatten, gewannen die Pink Ladies am Mittwochabend 39:32 (22:17). Das Ergebnis trat allerdings in den Hintergrund, weil Ida Petzold die nächsten Wochen ausfallen wird.
Die Kreisläuferin fehlte wie auch Marie Stumpf (Knochenhautentzündung), die WM-Teilnehmerinnen Klara Schlegel (krank) und Santina Sabatnig (umgeknickt) sowie Johanna Farkas. Das Debüt der Ungarin im TuS-Trikot rückt immer näher. Möglicherweise kann Farkas noch im zu Ende gehenden Kalenderjahr erstmals im TuS-Dress auflaufen.
Meniskus muss operiert werden
Ganz im Gegenteil zu Pechvogel Petzold. Ende Oktober hatte die junge Kreisläuferin ihr Comeback nach fast zehn Monaten Zwangspause gegeben. Ein Kreuzbandriss hatte die 20-Jährige außer Gefecht gesetzt. Nun der nächste Rückschlag. »Der Meniskus war auch gerissen, als ich den Kreuzbandriss hatte. Er wurde genäht, aber die Naht hat nicht gehalten«, berichtete die abwehrstarke Akteurin. An diesem Donnerstag muss sie daher erneut operiert werden. Diesmal wird Petzold voraussichtlich mehrere Wochen fehlen. »Das ist total bitter«, kommentierte Trainerin Miriam Hirsch die Hiobsbotschaft.
So spielten gegen den französischen Erstligisten im Innenblock die meiste Zeit die beiden Hübners Svenja und Carolin. Die Abwehr war vor allem in der ersten Viertelstunde auf dem Posten. Da nahmen die »TusSies« den »Piraths« schnell den Wind aus den Segeln und stürmten das Piratenschiff. 12:5 (15.) stand es frühzeitig. Torhüterin Marie Weiss hatte mit einigen Paraden, darunter einem gehaltenen Siebenmeter, ihren Anteil daran. Der Abstand blieb vor 130 Zuschauern in der Metzinger Öschhalle auch lange in dieser Größenordnung, ehe die französischen Freibeuterinnen sich darauf eingestellt hatten und mit zahlreichen Durchbrüchen und Rückraum-Treffern in ihrer besten Phase bis auf drei Tore herankamen (27:24/38.). Dann schalteten die Gastgeberinnen wieder einen Gang höher, auch weil Sara Suba im TuS-Tor einige Freie der Gäste entschärfte. Am Ende betrug der Vorsprung erneut sieben Treffer und Selina Lindemann (8/3 Tore), Charlotte Cholevova (7) und Mannschaftsführerin Svenja Hübner (6) hatten beim Hirsch-Team am öftesten getroffen.
Beachtliche Abschlussquote
Die Abschlossquote ihrer Mannschaft gefiel Hirsch. »Wir können fast nicht mehr treffen«, meinte die Trainerin. Nach der langen WM-Pause, in der vier Metzingerinnen für ihr Heimatland aufliefen, und entsprechend reduziertem Kader im Training war sie auch vom Tempospiel und der Abwehrarbeit gegen den Positionsangriff der Straßburgerinnen durchaus angetan, zumal Rechtsaußen Sabrina Tröster erstmals auf der Halb-Position deckte. Was ihr nicht gefiel: Von fünf Siebenmetern wurden zwei vergeben.
Akzente setzten auch Cholevova und Gabriela Bitolo - die zwei WM-Teilnehmerinnen, die am Mittwochabend einsatzfähig waren. Bitolo leitete mit zwei sehenswerten Rückhand-Anspielen Tore von Tröster ein und Cholevova nahm immer mal wieder Würfe, die nicht jede Spielerin wagen würde - und traf oft damit. Sollten Schlegel und Sabatnig am Sonntag auflaufen können, hätte Hirsch alle vier WM-Fahrerinnen wieder an Bord. (GEA)

