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K.o. im Pokal: Nürtingen schockt Metzinger Bundesliga-Handballerinnen

Die Metzinger Bundesliga-Handballerinnen fallen in der ersten Pokal-Runde auf die Nase. Nach der 35:37-Pleite beim Zweitligisten TG Nürtingen ist der Wettbewerb für die TuS bereits beendet.

Naina Klein (Mitte) wirft das Metzinger Team noch in die zweite Verlängerung, aber dort ist Nürtingen stärker.
Naina Klein (Mitte) wirft das Metzinger Team noch in die zweite Verlängerung, aber dort ist Nürtingen stärker. Foto: T.Baur/Eibner
Naina Klein (Mitte) wirft das Metzinger Team noch in die zweite Verlängerung, aber dort ist Nürtingen stärker.
Foto: T.Baur/Eibner

NÜRTINGEN. Bei der Generalprobe für die neue Saison gibt's eine empfindliche Bauchlandung. Eine Woche vor dem Punktspiel-Auftakt müssen die Metzinger Bundesliga-Handballerinnen eine Pokal-Pleite bei Zweitligist TG Nürtingen hinnehmen. Beim unerwarteten 35:37 (26:26, 31:31) nach zweimaliger Verlängerung wurden große Defizite vor allem in der Offensive überdeutlich. Dieses Manko müssen die Schützlinge von Trainerin Miriam Hirsch schnell abstellen, da bereits am Samstag (19 Uhr) mit dem schweren Spiel in Dortmund die neue Spielzeit im Oberhaus beginnt.

Während die Nürtinger Spielerinnen ihr Glück kaum fassen konnten, zusammen im Kreis hüpften und von ihren Fans gefeiert wurden, schlichen die »TusSies« wie begossene Pudel vom Spielfeld. »Glückwunsch an Nürtingen. Sie haben grandios gekämpft. Das war im Angriff viel zu wenig von uns. Und auch 37 Gegentore können nicht unser Anspruch sein«, kritisierte TuS-Geschäftsführer Ferenc Rott. Svenja Hübner, die zusammen mit Marie Weiss das neue Mannschaftsführer-Tandem bildet, sagte: »Diese Niederlage tut weh. Da müssen wir gemeinsam durch. Wir wissen, dass wir mehr können.«

Spiel mit vielen Schwankungen

Dabei hatte es in der mit 1.050 Zuschauern ausverkauften Theodor-Eisenlohr-Halle, darunter reihenweise Metzinger Fans, optimal für den Favoriten begonnen. Nach drei Treffern von Lois van Vliet und einmal Hübner führte die TuS schnell 4:0 (8.). Doch es fehlte im Anschluss die Konsequenz, den Sack zuzumachen und den Klassenunterschied durch eine souveräne Führung zu zementieren. Stattdessen markierte der Außenseiter kurz nach der Pause den 15:15-Ausgleich und führte kurz darauf nach Lenya Treuschs Konter- Treffer mit 17:15 (36.). Die TuS wackelte, fing sich aber wieder. Beim 23:20, das erneut van Vliet durch einen Konter erzielte (50.), schienen die Pink Ladies die wechselvolle Partie wieder im Griff zu haben, weil Torhüterin Marie Weiss zu großer Form auflief und insgesamt auf 18 Paraden kam.

Doch Kerstin Sander im Nürtinger Tor (»Wahnsinn - das ist einfach ein Traum, dass es so endet«) stand der Metzingerin in nichts nach. Zudem variierten die Nürtingerinnen geschickt ihr Verteidigungs-Spiel. Mal agierten sie mit einer 4:2-Deckung, dann mit einer 5:1-, 3:2:1- oder 6:0-Variante. »Das hat uns verunsichert«, kommentierte Hübner die vielen Metzinger technischen Fehler. TG-Coach Manel Cirac, der einst »Co« beim Bundesliga-Team der Pink Ladies war, kommentierte die Abwehr-Flexibiliät seines Teams mit den Worten: »Das ist Disziplin, das ist Arbeit.«

Führung nicht durchgebracht

Nürtingen glich schnell aus (23:23). Wenige Minuten zuvor hatte Nina Fischer nach einem groben Foul gegen Selina Lindemann die Rote Karte gesehen. Lindemann verletzte sich bei der Landung am Knie und musste vom Feld. Zwei Minuten vor Schluss führten die »TusSies«, bei denen Rückraumspielerin Charlotte Cholevova (9/4) am erfolgreichsten war, erneut mit zwei Treffern, ehe die TG-Akteurinnen Michelle Schäfer (59.) und Lisa Fuchs elf Sekunden vor Ende der regulären Spielzeit den 26:26-Gleichstand herstellten und damit die Verlängerung erzwangen. Das Spiel war längst ein Krimi, in dem nun Naina Klein mit ihrem 31:31-Ausgleich vier Sekunden vor Schluss die TuS in die zweite Verlängerung rettete.

Erneut gab es eine Zugabe von zwei Mal fünf Minuten. Nun spielte sich die Turngemeinde in einen Rausch, suchte couragiert immer wieder den Abschluss. Ein 34:32 glich die TuS durch Cholevova und Klein (77.) noch einmal aus. Aber Schäfer (78.) und Fuchs (79.) sorgten wieder für eine Zwei-Tore-Führung des Außenseiters. Cholevova verkürzte noch einmal per Siebenmeter, ehe Schäfer ins kurze Eck traf und mit ihrem siebten Tor kurz vor Schluss das frühe Pokal-Aus des Pokal-Champions von 2024 besiegelte. »Wir haben es heute nicht geschafft, am Limit zu spielen«, monierte Metzingens Coach Miriam Hirsch enttäuscht. »Letztendlich sind wir an uns selbst gescheitert.« (GEA)