METZINGEN. Erst vier Monate ist es her, seitdem die Metzinger Handballerinnen zuletzt in der Öschhalle angetreten sind. Ein Testspiel war’s und nun kommt es zu einer weiteren Vorbereitungs-Partie in der einstmals angestammten Spielstätte. Weil seither aber immer in der Tübinger Paul-Horn-Arena um Punkte gekämpft wurde, bekommt die Begegnung am Mittwoch (19 Uhr) in der Öschhalle eine besondere Note. Da die Tübinger Paul-Horn-Arena auch in den Köpfen der Fans bereits ihren Platz eingenommen hat.
»Wie schnell man sich daran gewöhnt hat«, sagt Trainerin Miriam Hirsch und scheint selbst etwas überrascht von der Entwicklung der vergangenen Monate. Gegner in der Öschhalle sind die »Piraths« (übersetzt: Piraten) vom Straßburger ATH Achenheim-Truchtersheim. Im August hatte die TuS beim französischen Erstligisten einen Test 30:27 gewonnen. Zuletzt hatte es in der Weltmeisterschafts-Pause vor drei Wochen eine 24:30-Niederlage gegen Brasiliens Nationalteam gegeben.
Damals hatten die vier Metzinger WM-Teilnehmerinnen gefehlt. Nun sollen sie gegen die »Piraths« wieder mit von der Partie sein. In welchem Umfang, steht allerdings noch nicht fest. Das hängt auch davon ab, inwieweit derzeit grassierende Erkältungs-Symptome im Team und die eine oder andere Blessur die Aufstellung beeinflussen. »Wir brauchen unsere WM-Fahrerinnen in dieser Partie schon, auch wenn wir den Fokus auf die nächsten Punktspiele legen«, sagt Hirsch. Am Dienstag kehrten die Weltmeisterschafts-Teilnehmerinnen Klara Schlegel, Santina Sabatnig, Gabriela Bitolo und Charlotte Cholevova zu den Pink Ladies zurück.
»Klara und Gaby haben eine Spitzen-WM gespielt«
Hirsch hat die Auftritte der Vier genau verfolgt, sich reihenweise Partien der betreffenden Nationalmannschaften angeschaut. Österreichs Team mit Schlegel und Sabatnig erreichte ebenso die Hauptrunde wie Tschechiens Auswahl mit Cholevova. Für beide Mannschaften war hier Endstation. Brasilien kam mit Bitolo ins Viertelfinale, wo die Südamerikanerinnen dann gegen die deutsche Nationalmannschaft mit 23:30 ausschieden. In dieser Partie erzielte Bitolo drei Tore. Die Brasilianerin wie auch die Östereicherin Schlegel hätten laut Hirsch eine »Spitzen-WM« gespielt. Rückraumspielerin Schlegel präsentierte sich in den sechs WM-Partien sehr torgefährlich und kam auf insgesamt 30 Turnier-Treffer. Über Sabatnig sagt Hirsch: »Wenn sie viel Spielzeit erhielt, hat Sunny sie richtig gut genutzt.«
Der Spielmacherin Cholevova attestiert die Trainerin »sehr schwankende Leistungen«. Die Tschechin hat allerdings auch zwei Auszeichnungen als wertvollste Spielerin der Partie (MVP) erhalten. Hirschs Fazit: »Insgesamt können alle mit einem guten Gefühl zurückkommen.«
Auch für die Metzinger Mannschaft geht es gegen den Tabellenzehnten der französischen ersten Liga darum, wieder in den Rhythmus zu finden. Die Abwehr soll noch einmal stabilisiert werden. Hirsch: »Wir wollen die 60 Minuten nutzen, um uns gut auf das Oldenburg-Spiel einzustimmen.« Diese Partie folgt am Sonntag (14.30 Uhr), wenn die »TusSies« wieder um Bundesliga-Punkte kämpfen. Dann aber in der Tübinger Paul-Horn-Arena, dem neuen Wohnzimmer der Pink Ladies. (GEA)

