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Gabriela Bitolos elf Tore reichen bei Metzinger Niederlage nicht

Die Metzinger Bundesliga-Handballerinnen gehen nach einer sehr schwachen Abwehrleistung mit einer Niederlage in die Weltmeisterschafts-Pause. Bei der 34:39-Niederlage beim Thüringer HC erzielt Gabriela Bitolo elf Treffer.

An ihr liegt's nicht, dass Metzingen verliert: Die Brasilianerin Gabriela Bitolo (Mitte) ist im Spiel beim Thüringer HC nicht zu
An ihr liegt's nicht, dass Metzingen verliert: Die Brasilianerin Gabriela Bitolo (Mitte) ist im Spiel beim Thüringer HC nicht zu stoppen. Natsuki Aizawa (links) und Csenge Kuczora (rechts) sind beim Gastgeber am torgefährlichsten. Foto: Herbst/Eibner
An ihr liegt's nicht, dass Metzingen verliert: Die Brasilianerin Gabriela Bitolo (Mitte) ist im Spiel beim Thüringer HC nicht zu stoppen. Natsuki Aizawa (links) und Csenge Kuczora (rechts) sind beim Gastgeber am torgefährlichsten.
Foto: Herbst/Eibner

BAD LANGENSALZA. Da dachte man, die Metzinger Bundesliga-Handballerinnen hätten zuletzt beim Sieg gegen Buxtehude endlich zu ihrer Abwehrstärke gefunden. Doch bereits im nächsten Spiel gab es einen herben Rückschlag. Bei der Niederlage beim Thüringer HC mussten die »TusSies« 39 Gegentore einstecken. »Das ist zu viel. Damit gewinnt man in der Bundesliga kein Spiel«, sprach Torhüterin Marie Weiss Klartext. Das Metzinger Vorhaben, beim THC davon zu profitieren, dass der Europapokal-Gewinner ohne seine verletzte Torjägerin Johanna Reichert auskommen muss, blieb bloße Theorie. Statt mit dem erhofften Sieg trat die TuS die Rückfahrt aus Bad Langensalza mit einer 34:39 (12:19)-Niederlage im Gepäck an.

Während der 60 Minuten in der Salza-Halle dominierten die ersatzgeschwächten Gastgeberinnen aus Thüringen. Der Endstand spiegelt die Überlegenheit des Ex-Meisters nur ansatzweise wider. Zwei Minuten vor Schluss lagen die Metzingerinnen mit acht Toren hinten (31:39), ehe sie mit drei Treffern in Folge noch etwas Ergebniskosmetik betrieben.

Ex-Metzingerin Scheib mit vier Treffern

Was waren die Schwachpunkte? Eine missglückte Anfangsphase warf das Team zurück. Nach sechs Minuten stand es vor 1.250 Zuschauern 1:4, zwei Zeigerumdrehungen später betrug der Rückstand vier Tore (3:7). Die Verteidigung fand nicht ins Spiel, packte zwar am Kreis zu, ließ aber von Außen und aus dem Rückraum viel zu viele einfache Tore zu. Mit Körpertäuschungen, überraschenden Würfen und schnellem Spiel rissen die Thüringerinnen immer wieder Lücken in den Metzinger Abwehrverbund. Zwar kämpfte sich die TuS bis auf zwei Tore heran (10:12/19.). Doch eine weitere schwache Phase, die einen 1:6-Tore-Lauf zur Folge hatte, ließ die Felle beim 11:18 frühzeitig davonschwimmen (28.), während die Gastgeberinnen klar Oberwasser hatten. »Die erste Halbzeit von uns war fast perfekt«, sagte die Ex-Metzingerin Jana Scheib, die seit dieser Saison den THC-Dress trägt und auf vier Tore kam.

Zu diesem Zeitpunkt hatte Metzingens Trainerin Miriam Hirsch bereits zwei Auszeiten genommen. Sie forderte Tempospiel und eine gute Abwehrleistung. »Und wir müssen Emotionen zeigen.« Doch ihr Team vermochte die Anweisungen am Samstagabend nicht in die Tat umzusetzen.

Zu viele Ballverluste

Weiteres Problem: Während der THC in Halbzeit eins kaum Ballverluste hatte und seine Chancen entschlossen nutzte, leistete sich die TuS zu viele technische Fehler. Bis zur Pause hatten sich die Pink Ladies von der aufmerksamen Thüringer Verteidigung bereits fünf Mal den Ball abluchsen lassen. Gerade mal 43 Prozent der eigenen Angriffe wurden in den ersten 30 Minuten in Tore umgemünzt.

Damit kommen wir zum dritten Manko: Der Abschluss-Schwäche. THC-Torhüterin Laura Kuske hatte einen Sahnetag und vereitelte insgesamt 14 Metzinger Chancen. Da konnten die TuS-Schlussfrauen Marie Weiss und Sara Suba nicht mithalten. Auch die zuletzt so treffsichere Svenja Hübner fand in Kuske drei Mal ihre Meisterin, kam aber dennoch auf vier Treffer. Bei Siebenmetern gab's an der MetzingerChancenverwertung allerdings nichts auszusetzen: Selina Lindemann verwandelte die vier Strafwürfe sicher.

Bitolos überragende Ausbeute

An einer Akteurin lag es nicht, dass die TuS als Verlierer vom Feld ging. Linkshänderin Gabriela Bitolo jagte das Leder ein ums andere Mal ins Thüringer Tornetz. Elf Tore bei 13 Versuchen sind für eine Rückraumspielerin eine überragende Ausbeute. Die Brasilianerin war nicht zu stoppen, so dass THC-Coach Herbert Müller sein Team in einer Auszeit zusammenstauchte: »Sie wirft ein Tor nach dem anderen. Schließt auf ihrer Seite die Lücke.«

Zur zweiten Halbzeit gibt es nicht viel zu sagen. Am Sieben-Tore-Abstand änderte sich wenig, wenngleich Hirsch im Angriff nun phasenweise mit Sieben-gegen-Sechs agieren und in der Defensive eine Spielerin vorgezogen verteidigen ließ. Carolin Hübner und Sabrina Tröster versuchten auf diese Weise, das THC-Spiel einzudämmen. Die entstandenen Lücken allerdings wurden von den Thüringerinnen über zahlreiche Tore von Außen oder durch die agile Japanerin Natsuki Aizawa genutzt.

Keine Metzingerin im deutschen WM-Kader

Damit gehen die Metzingerinnen als Tabellensiebte in die fünfwöchige Weltmeisterschafts-Pause. »Schade, dass von uns keine dabei ist«, sagte Svenja Hübner mit Blick auf den deutschen Kader, für den keine TuS-Spielerin nominiert wurde. Erst am 21. Dezember geht's für die Hirsch-Schützlinge weiter. Dann steht ein Heimspiel (14.30 Uhr) gegen den VfL Oldenburg im Spielplan. (GEA)