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Enttäuschender Jahresabschluss für die Metzinger Bundesliga-Handballerinnen

Die Metzinger Erstliga-Handballerinnen zeigen im Derby in Göppingen eine schwache Leistung. Die Quittung ist eine 28:33-Niederlage beim Tabellenachten.

Wieder kommt die Metzinger Abwehr zu spät. Hier setzt sich Göppingens Lea Neubrander (grünes Trikot), die bei der SG Ober-/Unter
Wieder kommt die Metzinger Abwehr zu spät. Hier setzt sich Göppingens Lea Neubrander (grünes Trikot), die bei der SG Ober-/Unterhausen ihre Handball-Anfänge hatte, am Kreis durch. Foto: Schmidt/Eibner
Wieder kommt die Metzinger Abwehr zu spät. Hier setzt sich Göppingens Lea Neubrander (grünes Trikot), die bei der SG Ober-/Unterhausen ihre Handball-Anfänge hatte, am Kreis durch.
Foto: Schmidt/Eibner

GÖPPINGEN. Die Wochen der Wahrheit enden für die Metzinger Bundesliga-Handballerinnen mit einem empfindlichen Dämpfer. Nach zuvor zwei Siegen gegen Oldenburg und Neckarsulm verpasste die TuS die Chance, das alte Kalenderjahr mit dem angestrebten dritten doppelten Punktgewinn in Folge abzuschließen. Beim Tabellenachten Frisch Auf Göppingen zog das Team verdient mit 28:33 (14:18) den Kürzeren. Für die Pink Ladies, die laut Aussage von Trainerin Miriam Hirsch vom vergangenen Samstag Platz vier - und damit die Meisterschafts-Play-offs - »mit im Blick haben«, kommt der Rückschlag unerwartet, nachdem man bislang Punkte ausnahmslos gegen Top-Teams abgegeben hatte.

»Die Enttäuschung ist sehr groß. Das hatten wir uns anders ausgemalt«, sagte TuS-Linksaußen Selina Lindemann, für die es wie auch Klara Schlegel am Dienstagabend die Rückkehr an die frühere Wirkungsstätte war. Vor der Top-Kulisse von 4.205 Besuchern - die EWS-Arena war in der vergangenen Saison bereits die Zuschauer-Hochburg in der Frauen-Bundesliga - lagen die Gäste kein einziges Mal in Führung. Was an Schwächen in allen Bereichen lag. Der Angriff kam erst in den letzten zwölf Minuten auf Touren, als der Rückstand bereits zehn Tore betrug. Und die Verteidigung war nicht im Bilde, wirkte im dritten Spiel innerhalb von elf Tagen schwerfällig und ließ etwa die Göppinger Außen-Spielerinnen immer wieder sträflich ungedeckt zum Wurf kamen, was insgesamt elf Mal von diesen Positionen bestraft wurde.

Diesmal fehlt das Spielglück

Lindemann sprach die Defizite des Teams selbstkritisch an. »Wir haben es in Abwehr, Angriff und auch im Tempospiel nicht geschafft, an unsere Stärken heranzukommen«, monierte die mit acht Treffern torgefährlichste Metzingerin. Das Hirsch-Team war bereits schlecht in die Partie gekommen. Nach sieben Minuten lagen die Gäste 2:5 zurück, mehrere technische Fehler und eine ausgelassene Chance warfen die »TusSies« zurück. Im Gegensatz zu den voran gegangenen knappen Siegen gegen Oldenburg und Neckarsulm, als die TuS das nötige Quäntchen Glück hatte, schlug diesmal das Pendel in die andere Richtung aus. Nahezu alle Abpraller landeten in den Händen der Göppingerinnen. Hinzu kam ein Wechselfehler, der für eine Zwei-Minuten-Strafe und damit Unterzahl sorgte, die Göppingen weiter in die Karten spielte - ebenso wie die zu vielen, erfolglosen Einzelaktionen der Ermstälerinnen. Nach 13 Minuten betrug der Rückstand sieben Tore und Trainerin Hirsch nahm bereits ihre zweite Auszeit.

»Wir müssen schauen, dass wir die klaren Aktionen spielen«, lautete Hirschs Anweisung. Danach wurde es besser, weil die eingewechselte Naina Klein zwei Tore von Kreisläuferin Svenja Hübner vorbereitete und Torhüterin Sara Suba einige Frisch-Auf-Chancen vereitelte. Bis auf drei Tore kam Metzingen heran (12:9/20.), zur Pause lag das Team mit vier Treffern im Hintertreffen. Nach dem Seitenwechsel lief es zunächst noch schlechter, obwohl Hirsch phasenweise offensiver decken ließ.

Erst in der Schlussphase im Angriff effektiver

In der Auszeit nach dem 17:26 (41.) forderte sie eine andere Körpersprache, aber die technischen Fehler, teilweise unerreichbare Zuspiele und die nicht zu stoppende Frisch-Auf-Rückraumspielerin Sina Ehmann (sieben Tore) ließen den Rückstand auf zehn Tore anwachsen (19:29/48.). Göppingen hatte einen Lauf und imponierte mit einigen sehenswerten Kreis-Anspielen an die Ex-Nationalspielerin Luisa Schulze. Dass die TuS gegen Spiel-Ende das Ergebnis noch etwas freundlicher gestalten konnte, lag an einem nun wirkungsvolleren Angriffsspiel. Und an der zurückgewechselten Torhüterin Marie Weiss, die unter anderem zwei Siebenmeter von Haruno Sasaki entschärfte. Die Japanerin traf dafür aus dem Feld. Mit ihrem sechsten Tor stellte sie den Endstand her.

Bei einem Sieg hätte die TuS das neue Jahr als Tabellenfünfter in Angriff genommen. Hirsch über den verpatzten Metzinger Jahresabschluss, durch den das Team nun von Platz sechs auf Rang sieben zurückfiel: »Wir waren einfach nicht ready und haben zu keiner Zeit zu unserem Spiel gefunden.« Die nächste Partie läuft wieder vor eigenem Publikum ab. Am 7. Januar (19.30 Uhr) kommt derTabellenzweite Borussia Dortmund in die Paul-Horn-Arena. (GEA)