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Aktuell Basketball

Ziele trotz Erfolgen gleich geblieben

TÜBINGEN.Die Tübinger Bundesliga-Basketballer reiten mit drei Erfolgen in Serie derzeit auf einer Erfolgswelle. Nur die ersten Drei der Tabelle – Ulm (22 Siege in Folge), Bamberg (8) und FC Bayern (6) – sowie der Gegner vom Heimspiel am Samstag (20.30 Uhr), die Telekom Baskets Bonn (4), haben zuletzt eine bessere Bilanz hinlegen können. »Bonn hat ein richtig gutes Team. Sie spielen eine sehr gute Saison und haben mit Ryan Thomp-son, Josh Mayo und Julian Gamble drei Spieler in ihren Reihen, die Verantwortung übernehmen«, lobt Tigers-Cheftrainer Tyron McCoy den Tabellen-Sechsten.

Trotz der jüngsten Erfolgsserie seien die Ziele die gleichen geblieben: »Wir wollen guten Basketball spielen, in jedem Spiel das Beste geben und nach Möglichkeit gewinnen.« Die Erklärung, warum es derzeit so gut läuft, ist aus McCoys Sicht ganz einfach: Seit Barry Stewart nach langer Verletzungspause Ende Januar wieder zum Team gestoßen ist, sind erstmals in dieser Saison alle Spieler des Kaders zusammen. Nachdem sie sich nun eingespielt haben, landeten sie zuletzt auch erste Erfolgserlebnisse.

Wehmut verspürt Coach McCoy dennoch keine, wenn er darüber nachdenkt, was eventuell möglich gewesen wäre, wenn die Mannschaft von Verletzungen verschont geblieben wäre und bereits zu Rundenbeginn komplett an den Start hätte gehen können: »So ist's eben nun mal im Sport. Damit musst du zurechtkommen. Und man braucht halt auch das Quäntchen Glück.«

Gedanken über seine Zukunft macht sich der 44 Jahre alte US-Amerikaner (»Ich würde gerne hier in Tübingen bleiben«) derzeit übrigens auch keine. Was darauf schließen lässt, dass im Hintergrund schon an seiner Vertragsverlängerung gearbeitet wird und es nur noch um den Zeitpunkt der Verkündung dieser frohen Botschaft geht. Auch die Worte von Geschäftsführer Robert Wintermantel deuten darauf hin: »Man hat gesehen, dass wir Tyron und seine Arbeit sehr schätzen. Er ist ein absoluter Fachmann und hat auch in der schwierigen Situation seinen Stil beibehalten. Das spricht für seinen starken Charakter.« Auf eine dementsprechende Vollzugsmeldung müsse man sich »noch ein bisschen gedulden«.

Eine ganz andere Erfolgsmeldung verkündete der Manager gestern Nachmittag im Sponsorenbereich. Mit der Firma Zeltwanger steigt ein Partner, der erst seit zwei Jahren im Boot ist, zur kommenden Saison in den erlesenen Kreis der zweithöchsten Sponsoren-Kategorie (»Premium«) auf, zu dem bislang nur die Stadtwerke Tübingen, gmg sowie die BB Werbeagentur zählen.

Die finanzielle Unterstützung des Maschinenbauers aus Tübingen wurde deutlich aufgestockt und liegt dem Vernehmen nach künftig im sechsstelligen Bereich. Über den »Premium«-Partnern thront nur noch der Haupt- und Namenssponsor Walter AG, der sein Sponsoring zum Rundenbeginn bekanntlich heruntergeschraubt hatte. »Wir sind stolz, weil wir die abschließenden Gespräche mit Zeltwanger in sportlich schlechten Zeiten hatten«, freute sich Wintermantel über den Deal mit dem Unternehmen, dessen Schriftzug bereits ab sofort auf der Hose zu sehen sein wird.

»Ich würde gerne hier in Tübingen bleiben«
Bei den nun wohl ebenfalls zeitnah anstehenden Vertragsgesprächen ist neben Mauricio Marin auch Yasin Kolo außen vor, weil beide für die nächste Spielzeit an den Verein gebunden sind. Der 24 Jahre alte deutsche Center Kolo kam direkt vom College aus den USA und bestreitet diese Saison ein Lehrjahr, nachdem er in der Folge einer langwierigen Achillessehnen-Verletzung, lange Zeit nicht voll einsatzfähig war und deshalb bislang auch nur in elf Partien auf durchschnittlich knapp vier Minuten Einsatzzeit gekommen ist.

Coach McCoy hatte bei der Verpflichtung eigentlich etwas mehr Spielzeit für den bulligen 2,08-Meter-Mann eingeplant, sieht Kolo aber »Schritte in die richtige Richtung« machen. Zuletzt habe der Youngster – auch in Extra-Schichten mit Assistenzcoach Aleksandar Nadjfeji – gut trainiert. Kolo habe »viel Potenzial und für einen Center vor allem einen richtig guten Wurf«, lobt McCoy seinen Schützling.

»Ich habe Geduld und arbeite hart an mir«, erklärt Kolo, der nun nach überstandener Verletzungsodyssee erklärt: »Ich bin bereit.« Der Big Man habe, nach eigenem Bekunden, weder Angst noch Ehrfurcht unter den Körben, »weil ich im Training mit Gary McGhee einen der besten Center der Liga zum Gegner habe«. (GEA)