TÜBINGEN. Nach knapp vier intensiven Monaten am Stück mit Trainingseinheiten, Testspielen und Pflichtspielen konnten die Tigers Tübingen in der zwei Wochen langen Länderspielpause ein wenig durchatmen. Dennoch schaltete kein Spieler des Basketball-Zweitligisten in den Urlaubsmodus. Am vergangenen Sonntag bestritten die Raubkatzen ein Testspiel gegen den Drittligisten Fellbach Flashers. Auch, damit der vor wenigen Wochen nachverpflichtete Patrick Emilien wichtige Spielpraxis sammeln konnte. Das ist dem Kanadier gelungen, der starke zehn Punkte und acht Rebounds zum 83:73-Erfolg beisteuerte.
Nun geht's im Liga-Alltag weiter. Am Freitagabend reisen die Tübinger zum Derby nach Karlsruhe. Tip-off ist um 19.30 Uhr. Die Schützlinge von Trainer Henrik Sonko wollen nach der ernüchternden Niederlage gegen den VfL Bochum vor zwei Wochen eine Reaktion zeigen. Nicht gut: Personell stehe hinter den Einsätzen von gleich mehreren Akteuren wegen Blessuren noch ein Fragezeichen, schreibt der Club in seinem Vorbericht.
Karlsruhe hinkt den eigenen Erwartungen noch hinterher
Zum Gegner: Die Badener hinken den eigenen Erwartungen noch etwas hinterher. Mit einer Bilanz von drei Siegen und sechs Niederlagen nimmt das Team von Trainer Demond Greene aktuell nur den 13. Tabellenplatz ein. Trotzdem warnt Tigers-Co-Trainer Troy Culley: »Sie verfügen über viele gute individuelle Spieler.« Die Tübinger haben drei Erfolge mehr auf dem Konto stehen und liegen auf Rang acht. Interessant: Mit durchschnittlich 80,1 Punkten und 36,1 Rebounds ist der kommende Gegner fast auf Augenhöhe mit den Tigers (82,1/36,6 rpg). Vor der Länderspielpause gelang der Greene-Truppe ein 85:78-Auswärtssieg bei Aufsteiger Wolmirstedt. Der 46-jährige Greene, ehemaliger deutscher Nationalspieler, leitet seit dieser Spielzeit die Geschicke der Badener. Es ist seine erste Station als Cheftrainer.
In Karlsruhe kommt es für die Anhänger der Raubkatzen gleich zu mehreren Wiedersehen mit alten Bekannten. Zum Beispiel mit David Cohn. Der erfahrene US-Amerikaner stand in der vergangenen Saison noch für die Neckarstädter auf dem Parkett, wechselte kurz vor Rundenbeginn - nach einem kurzen Intermezzo in Island - zu den Badenern. Dort erweist sich der 30-Jährige als Leistungsträger. 12,2 Punkte und 3,9 Assists pro Spiel, dazu eine Quote von 53,9 Prozent aus der Distanz. Das kann sich sehen lassen.
Ein noch vertrauteres Gesicht für die Tigers-Fans ist Julian Albus. Der ehemalige Bundesliga-Spieler und Tübinger Eigengewächs spielt seit 2022 für die Löwen. Der Lions-Kapitän laboriert aktuell aber noch an einer Knieverletzung und fehlt noch einige Wochen. Der dritte ehemalige Tübinger Protagonist ist Bundesliga-Legende Aleksander Nadjfeji, der in seiner dritten Spielzeit als Co-Trainer bei den Karlsruhern tätig ist. (GEA)

