TÜBINGEN. Am ersten von insgesamt drei Doppelspieltagen in dieser Saison empfangen die Tübinger Zweitliga-Basketballer an diesem Freitag (19.30 Uhr, Paul Horn-Arena) den Titelaspiranten Gießen 46ers. Schon zwei Tage später (Sonntag, 17 Uhr, Sporthalle Stadtmitte) treten die Schützlinge von Trainer Henrik Sonko im Derby bei Kellerkind Bozic Estriche Knights Kirchheim an. Für die drei Teams sind dies richtungsweisende Partien mit Blick auf den weiteren Saisonverlauf. Gießen blieb bislang mit drei Siegen und drei Niederlagen hinter den Erwartungen. Und der von Ex-Tigers-Coach und -Spieler Igor Perovic trainierte Lokalrivale aus der Teckstadt wartet sogar noch auf den zweiten Erfolg. Mit vier Siegen und zwei Niederlagen stehen die Tigers zwar auf Tabellenplatz sechs, benötigen aber nach zuletzt drei ungeschlagenen Spielen weitere Erfolgserlebnisse, um ihre Ansprüche auf einen Play-off-Rang zu untermauern.
Personell müssen die Raubkatzen auf Isaiah Sanders und weiter auf Joshua Schwaibold (Sprunggelenk) verzichten. Sanders wird den Raubkatzen wegen einer Verletzung am rechten Knie aus dem Spiel in Koblenz einige Wochen nicht zur Verfügung stehen. Dies ergab eine MRT-Untersuchung. Die Verletzung wird nun konservativ behandelt. »Isaiah wird mindestens sechs Wochen ausfallen«, erklärte Sonko am Donnerstagvormittag. Bezüglich einer Nachverpflichtung halten sich die Tigers-Verantwortlichen alle Türen offen und der Schwede ließ sich auch nicht in die Karten schauen: »Wir beobachten den Spielermarkt und man wird sehen, was passiert.« Nur so viel: Den bevorstehenden Doppelspieltag wird die Mannschaft auf alle Fälle ohne personelle Ergänzung bestreiten.
Comeback von Connor Nelson muss noch warten
Auch für Connor Nelson kommen die Partien gegen Gießen und Kirchheim noch zu früh. Der 26 Jahre alte US-Amerikaner, der bekanntlich seit Mitte August auch im Besitz der deutschen Staatsangehörigkeit ist, kämpft nach wie vor mit Sprunggelenksproblemen, die ihn seit Mitte September plagen. »Es wird wohl noch ein, zwei Wochen bei mir dauern«, erklärt der Korbjäger mit einer Großmutter, die viele Jahre in Oberhausen gelebt hatte. Derzeit fasst er das Heimspiel Mitte November gegen Paderborn für sein Pflichtspiel-Debüt im Trikot der Tigers an. Derweil wurde sein bisheriger Vertrag für diese Saison vorzeitig um ein weiteres Jahr bis 2027 verlängert.
Nelson wechselte erst im Sommer von den Essex Rebels London aus Großbritannien nach Tübingen. Als Mann mit viel Entwicklungspotenzial könnte er nun also zum Mann der Zukunft bei den Tigers werden. »Connor hat uns in der Vorbereitung total überzeugt. Er ist ein guter Schütze, feiner Charakter und passt hervorragend in unsere Mannschaft«, begründet Eric Detlev die Entscheidung. Dass Nelson nun als deutscher Spieler zählt, macht ihn für den Club wertvoller. »Wir sind von seinen Fähigkeiten absolut überzeugt«, so der Tigers-Sportdirektor weiter.
Kommender Gegner hat Bundesliga im Blick
Mit Gießen treffen die Raubkatzen im Heimspiel auf einen Gegner, der sich den Aufstieg in die Bundesliga zum Ziel gesetzt hat. Qualität ist im Kader von Trainer Branislav Ignjatovic zweifelsohne ausreichend vorhanden, sodass die Hessen zum absoluten Gradmesser für Tübingen wird. »Sie haben einen guten Kader mit erfahrenen Spielern - ich glaube, dass alle älter sind als meine Jungs, wenn man von Till Jönke absieht - und werden von ihrem Coach sehr gut trainiert«, zollt Sonko dem Gegner seinen Respekt. Vor allem auf den deutschen Positionen ist der Traditionsverein stark besetzt.
»Gießen ist ein Team, das man niemals unterschätzen darf. Sie bewegen den Ball gut und haben mit Kyle Castlin den besten Scorer der Liga im Team«, sagt Co-Trainer Troy Culley über den kommenden Gegner. Für die Schwaben wird es darum gehen, an dem festzuhalten, was funktioniert. »Wir verteidigen gut, sind als Team eng verbunden und haben auch eine kleine Serie hingelegt«, erklärt der Sonko-Assistent weiter. Die Statistiken beider Kontrahenten liegen zum Teil nicht weit auseinander. Beispielsweise kommen die Hessen bisher auf 83,5 Zähler pro Partie, die Tiger bringen 83,3 Punkte aufs Scoreboard. Bei den Steals (8,3 zu 4,8) ist der größte Unterschied zugunsten der Hausherren. Vielleicht macht dies am Ende den Unterschied. (GEA)

