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Tigers Tübingen: Sieg in Bremerhaven leichtfertig vergeben

Die Tigers Tübingen haben das Spiel bei den Eisbären Bremerhaven mit 86:101 (78:78; 37:43) nach Verlängerung verloren. Vor den fünf Extraminuten hatten die Gäste den Sieg leichtfertig vergeben.

Melkisedek Moreaux haben in der Schlussminute der regulären Spielzeit an der Freiwurflinie die Nerven verlassen.
Melkisedek Moreaux haben in der Schlussminute der regulären Spielzeit an der Freiwurflinie die Nerven verlassen. Foto: Jörg Nieberga/Eibner
Melkisedek Moreaux haben in der Schlussminute der regulären Spielzeit an der Freiwurflinie die Nerven verlassen.
Foto: Jörg Nieberga/Eibner

BREMERHAVEN. Später als geplant ist der Bus mit den Zweitliga-Basketballern am frühen Sonntagmorgen wieder in Tübingen eingetroffen. Nicht die Verkehrslage auf der rund 750 Kilometer langen Strecke war schuld. Der Grund für die Verspätung resultierte aus einem Missgeschick, das sich schon vor dem Antritt der Rückreise ereignet hatte und über das sich Tigers-Cheftrainer Henrik Sonko und seine Spieler in der Folgezeit noch lange ärgerten.

35,9 Sekunden vor dem Ende der regulären Spielzeit hatte Melkisedek Moreaux zwei Freiwürfe zum möglichen 80:76 vergeben. Und unmittelbar vor der Schlusssekunde war Felix Edwardsson ein Korbleger zum möglichen 80:78-Erfolg der Gäste missglückt. Damit hatten die aktuell formschwachen Tübinger den durchaus möglichen Sieg leichtfertig vergeben.

Erleichtert, der fünften Niederlage in den zurückliegenden sechs Begegnungen gerade noch mal so entgangen zu sein, spielten die Bremerhavener in der Overtime groß auf. Mit sage und schreibe 23:8 gingen die letzten fünf Minuten der Partie an das Team von Trainer Steven Esterkamp. Das Auswärtsspiel bei den Eisbären ging für Tübingen vor 1.381 Zuschauern in der Stadthalle Bremerhaven mit 86:101 (78:78; 37:43) nach Verlängerung verloren.

»Leider haben wir erneut einige Freiwürfe verfehlt, was wir weiter dringend üben müssen«

»Meine Mannschaft hat einen sehr guten Kampf geliefert«, lobte Tigers-Coach Sonko seine gerade einmal neun Korbjäger, die die Reise an die Nordseeküste angetreten hatten, legte aber auch den Finger in die Wunde: »In der regulären Spielzeit hatten wir gute Chancen, das Spiel zu gewinnen. Leider haben wir erneut einige Freiwürfe verfehlt, was wir weiter dringend üben müssen.«

Nur magere 69,8 Prozent der 308 Versuche fanden im bisherigen Saisonverlauf ihr Ziel. Das ist der viertschlechteste Wert der 18 Zweitliga-Mannschaften. Im Vergleich zum Topteam in dieser Wertung - Göttingen kommt auf 78,7 % - fehlen den Tübingern dadurch rein rechnerisch 27,4 Punkte. Sage und schreibe zehn Fahrkarten (bei 18 Versuchen) hatten sich die Sonko-Schützlinge am Samstagnachmittag in den regulären 40 Spielminuten gegen Bremerhaven geleistet. Ein einziger erfolgreicher Versuch mehr hätte wohl gereicht und die Gäste hätten das Spiel möglicherweise für sich entschieden.

»In der Verlängerung war Bremerhaven dann das klar bessere Team«

Umso bitterer, dass ausgerechnet Moreaux in der entscheidenden Phase die Nerven verlassen haben. Der bis vor dem Spiel mit 66 Prozent Erfolgsquote (44 von 67) eher schwache Freiwurfschütze hatte seine anderen acht Versuche von der Linie allesamt versenkt. Mit 18 Punkten und elf Rebounds gelang ihm sein zweites Double-Double in dieser Saison, was ihn zum mit Abstand besten Tübinger hätte werden lassen, wären da nicht die beiden unbedrängten Fehlversuche von der 4,60 Meter vom Brett der Korbanlage entfernten Linie gewesen. Bernard Pelote avancierte mit 19 Punkten zum besten Schützen im nach wie vor verletzungsbedingt stark dezimierten Tübinger Team.

In einer über die gesamte Spieldauer recht ausgeglichenen Partie mit mehreren Führungswechseln kamen aufseiten der Gäste noch einige taktische Fehler hinzu. Die Schwaben hatten es in der eigenen Hand, lagen in der 27. Minute mit 57:50 in Front, aber schon sechs Minuten später mit 62:63 zurück. »In der Verlängerung war Bremerhaven dann das klar bessere Team«, zollte Sonko dem Gegner seinen Respekt. Für die Tigers war es die fünfte Niederlage aus den vergangenen sechs Spielen, welche ein weiteres Abrutschen in der Tabelle zur Folge hat. (GEA)