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Tigers Tübingen: Saison könnte im Super-GAU enden

Nach zuletzt drei Niederlagen in Folge treten die Tübinger Zweitliga-Basketballer am Samstag (19.00 Uhr) beim BBC Bayreuth an. Bei den Tigers hat sich die personelle Situation weiter dramatisch verschärft.

Trainer Henrik Sonko hatte zu Wochenbeginn nur fünf gesunde Spieler im Training zur Verfügung.
Trainer Henrik Sonko hatte zu Wochenbeginn nur fünf gesunde Spieler im Training zur Verfügung. Foto: Jörg Nieberga/Eibner
Trainer Henrik Sonko hatte zu Wochenbeginn nur fünf gesunde Spieler im Training zur Verfügung.
Foto: Jörg Nieberga/Eibner

TÜBINGEN. Bei solch schwankenden Leistungen, wie die Tübinger Zweitliga-Basketballer sie in dieser Saison zeigen, ist jeder Störfaktor Gift. Doch davon haben die Tigers vor dem Gastspiel am Samstag (19.00 Uhr, sporteurope.tv) beim BBC Bayreuth gleich einen ganzen Haufen. Die unfassbare Verletzungsmisere hat die Situation zuletzt nochmal dramatisch verschärft, als klar war, dass Spielmacher Jacobi Wood nach überstandener Operation einer Stressfraktur am rechten Fuß aus dem Spiel gegen Münster zwei bis drei Monate ausfallen wird.

Zu Wochenbeginn hatte Trainer Henrik Sonko nur fünf gesunde Spieler im Training zur Verfügung. Keine guten Voraussetzungen für die Vorbereitung auf das so wichtige Spiel bei den Franken. Bleibt abzuwarten, wie viele Akteure am Wochenende überhaupt einsatzfähig sind. »Die personelle Situation ist derzeit enorm schwierig. Wir hoffen, dass wir bis Samstag noch einige Spieler zurückbekommen«, berichtet der Schwede.

»Die personelle Situation ist derzeit enorm schwierig«

Allein durch die Ausfälle von Wood und Dreierspezialist Isaiah Sanders (Verletzung am rechten Knie) fehlen dem Tabellenzehnten im Schnitt etwas mehr als 30 Punkte momentan. Dies können der Rest der Mannschaft inklusive der bislang erst wenig überzeugenden Nachverpflichtung Patrick Emilien nicht einmal ansatzweise kompensieren. Zudem standen zuletzt auch Kapitän Till Jönke (Rücken), Connor Nelson (Hexenschuss) und Ergänzungsspieler Joshua Schwaibold (Sprunggelenk) nicht zur Verfügung.

Im keineswegs unwahrscheinlichen Fall, dass die Schwaben von den nächsten acht Begegnungen - sechs Mal geht es gegen Clubs der Top Fünf - vielleicht nur zwei gewinnen, stünde man Ende Januar sicherlich ganz dick im Abstiegskampf. Die Tigers beobachten den Spielermarkt. Doch die Suche nach Verstärkung gestaltet sich nicht nur aus finanzieller Sicht schwierig. Derzeit ist gar nicht so recht klar, was dringender benötigt wird: ein robuster, unter den Körben resolut agierender Center oder ein Distanzschütze mit filigranem Händchen.

Sonko-Spielweise nicht auf Center-Position ausgelegt

Vermeintliche Tigers-Experten diskutieren im Internet gerade die aktuelle Misere. Die Spielweise von Sonko scheint so manchem zu wenig auf die Position des Big Man ausgelegt zu sein. Hinsichtlich Körpergröße (2,08 m) und Statur (108 kg) ist der gelernte Center Lukas Milner der einzige echte »Ringbeschützer« in Korbnähe. Hier wäre Verstärkung also durchaus angebracht und sinnvoll. Doch gerade erfolgversprechende Jungs mit einem Gardemaß um die 2,10 m sind für kleines Geld nicht zu bekommen. Aber auch für einen treffsicheren Dreierschützen muss ordentlich in die Tasche gegriffen werden.

Die Tigers nehmen aktuell nach Tabellenführer Hagen und den drittplatzierten Crailsheimern die drittmeisten Dreier, haben dabei aber mit 31,6 Prozent ligaweit die drittschlechteste Quote. Zu oft werden die Wurfversuche von jenseits der 6,75-Meter-Linie nicht gut genug herausgespielt; es wird zu schnell und auch ohne Not losgeballert. Und deshalb sind die Abschlüsse aus der Distanz recht selten von Erfolg gekrönt. Dies führt unweigerlich dazu, dass die Spielweise der Mannschaft mehr und mehr unansehnlich wird.

Offensive kränkelt, Defensive kein Prunkstück

Aber nicht nur in der Offensive kränkelt es bei den Raubkatzen. Auch die Defensive kann keineswegs als Prunkstück der Tübinger angesehen werden. 974 erzielten Punkten stehen 973 kassierte Zähler gegenüber. Das sind im Schnitt jeweils rund 81. Das Spielgerät zappelt zu selten im Netz des gegnerischen Korbs. Zur viertschlechtesten Freiwurfquote (76,6 Prozent) gesellt sich die sogar drittschlechteste Ausbeute aus dem Spiel heraus (43,2 %).

Am anderen Ende des Parketts werden viel zu viele Körbe des Gegners zugelassen, sodass die Korb-Differenz von plus 1 die zweitschlechteste im Bundesliga-Unterhaus darstellt. Keine berauschenden Statistiken also. Wenn sich daran nicht zeitnah etwas ändert, könnte die Saison in einem Super-GAU enden. Die Aussichten auf die nähere Zukunft sind aktuell keineswegs rosig. (GEA)