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Tigers Tübingen gewappnet fürs Erstliga-Comeback

Tigers Tübingen stellen sich mit Umwandlung von GmbH in AG neu auf. Viel unternehmerische Kompetenz

Das strahlende Quintett, das die Tigers Tübingen als AG in eine spannende Zukunft führt (von links): Geschäftsführender Vorstand
Das strahlende Quintett, das die Tigers Tübingen als AG in eine spannende Zukunft führt (von links): Geschäftsführender Vorstand Robert Wintermantel, Aufsichtsratsvorsitzender Dr. Gunther Volck, Vorstandsvorsitzender Prof. Michael Bamberg, Stellvertretende Vorstandsvorsitzende Dr. Saskia Biskup und Prof. Gerhard Braun als Berater. FOTO: VEREIN
Das strahlende Quintett, das die Tigers Tübingen als AG in eine spannende Zukunft führt (von links): Geschäftsführender Vorstand Robert Wintermantel, Aufsichtsratsvorsitzender Dr. Gunther Volck, Vorstandsvorsitzender Prof. Michael Bamberg, Stellvertretende Vorstandsvorsitzende Dr. Saskia Biskup und Prof. Gerhard Braun als Berater. FOTO: VEREIN

TÜBINGEN. Die Tigers Tübingen schaffen ein Novum im deutschen Basketball. Als erster Club der obersten beiden professionellen Spielklassen hat der Zweitligist aktuell die Umwandlung von einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) in eine Aktiengesellschaft (AG) vorgenommen. »Wesentlicher Ausgangspunkt« sei es gewesen, »zusätzliche unternehmerische Kompetenz in den Club zu holen«, erklärte Prof. Gerhard Braun am Mittwoch bei einer eigens dafür einberufenen Pressekonferenz. Der Geschäftsführer der Reutlinger Wirtschaftstreuhand (RWT) begleitet den Prozess und wird auch weiterhin in beratender Funktion zur Verfügung stehen.

»Zusätzliche unternehmerische Kompetenz« tummelt sich künftig zuhauf in den Entscheidungsgremien. Neben Robert Wintermantel, der weiterhin als hauptamtlicher Geschäftsführer fungiert, gehören zum Vorstandstrio der AG der neue Vorsitzende Prof. Michael Bamberg (Vorstandsvorsitzender Universitätsklinikum Tübingen) sowie seine Stellvertreterin Dr. Saskia Biskup (Geschäftsführende Gesellschafterin CeGaT GmbH). Die Wahl-Tübingerin bezeichnet es als »Ehre und Herausforderung«, dazu »beitragen zu können, dass der Verein als Wahrzeichen der Stadt weiter besteht«.

»Herausforderung, dass der Verein als Wahrzeichen der Stadt weiter besteht«

Dem Aufsichtsrat gehören mit Achim Mey (Geschäftsführender Gesellschafter Mey Generalbau GmbH), Thomas Veeser (Vizpräsident Walter AG), Robert Weihing (Geschäftsführender Gesellschafter GMG Color GmbH & Co. KG), Hans Lamparter (Vorstandsmitglied Kreissparkasse Tübingen) und dem stellvertretenden Vorsitzenden Jaro Zeltwanger (Zeltwanger GmbH) fünf Personen aus Tübinger Unternehmen an. Komplettiert wird dieses Gremium durch den Vorsitzenden Dr. Gunther Volck (1. Vorsitzender SV 03 Tübingen) und Nicole Luther (Vorstandsmitglied SV 03 Tübingen).

Mit Bamberg steht ein langjähriger Wegbegleiter der Tigers nun offiziell an vorderster Front. Er löst Volck als bisherigen Vertreter der bisherigen GmbH ab. »Wir wollten mithelfen, die Tigers Tübingen sowohl strukturell als auch organisatorisch neu aufzustellen«, berichtete der 72 Jahre alte UKT-Chef und formulierte den unmissverständlichen Hintergrund für die Bestrebungen: »Ziel ist ganz klar der Wiederaufstieg.«

Dieser hängt natürlich ganz entscheidend auch vom sportlichen Erfolg ab. Denn nur die beiden Play-off-Finalisten der 2. Liga dürfen ins Oberhaus abwandern. Durch die Umwandlung der GmbH in eine AG und der damit verbundenen Kapitalaufstockung von 100 000 Euro auf 250 000 Euro ist auch die entscheidende finanzielle Grundlage für eine Rückkehr in die Beletage des deutschen Basketballs geschaffen. Denn genau diesen Betrag fordern die Liga-Statuten mittlerweile.

Neben dem SV 03, der 40 Prozent der Anteile hält, sind GMG, Zeltwanger sowie eine Gruppe von Eignern (Brillinger, Hofmeister, Mey und zwei Privatpersonen) durch die bereits getätigte Zahlung von jeweils 50 000 Euro zu je 20 Prozent an der AG beteiligt. Weitere Aktien sind damit nicht mehr zu vergeben. Die Papiere werden übrigens auch nicht an der Börse gehandelt. »Der erste Schritt, der formal wichtig ist, um überhaupt in der Bundesliga spielen zu dürfen, ist geschafft«, erläutere Wintermantel und bezeichnete dies als einen »Riesenschritt«.

Nun wird sich das Vorstandstrio auf den Weg machen, um weitere Geldgeber einzusammeln. Sollte dies zügig Früchte tragen, stellte der neue Tigers-Boss Bamberg sogar weitere sportliche Verstärkungen für die laufende Saison in Aussicht – ganz nach dem von ihm markant formulierten Motto: »Ab nach vorne. Mit Biss zum Erfolg.« Die Zahl der Sponsoren – derzeit knapp 100 – soll wieder gesteigert werden, um den Gesamtetat von aktuell knapp zwei Millionen Euro auf rund drei Millionen zu erhöhen, wie das zum Ende der 14-jährigen Bundesliga-Ära mit damals 120 Unterstützern der Fall war.

»Wir brauchen einen großen Stamm an Sponsoren – auch viele kleine sind nötig. 5 000 bis 10 000 Euro ist auch was«, beschrieb Bamberg die Strategie, die gefahren wird. Bei der Suche nach einem neuen Namensgeber wolle man sich nicht nur auf Tübingen konzentrieren, seien die Tigers doch ein »sportliches Highlight der Region«, wie Wintermantel erklärte. Biskup machte aber deutlich, dass auch künftig »der Sport im Vordergrund stehen«, soll. »Am Samstag hat’s mich erwischt«, schwärmte sie vom 88:81-Sieg der Tigers und der Faszination Basketball. Mit diesem Virus wollen die Tübinger Vorzeige-Unternehmerin und AG-Chef Bamberg nun weitere Leute infizieren. (GEA)