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Tigers Tübingen auf Manager-Suche

Philipp Reinhart ist nicht mehr General Manager bei den Tigers Tübingen. Im Zuge der Diskussionen um die zukünftige Ausrichtung der ProBasket Tübingen AG wurden unterschiedliche Vorstellungen deutlich. Derweil gibt es ein neues Vorstandsmitglied.

Philipp Reinhart ist nach gerade mal einer Saison nicht mehr General Manager der Tigers.
Philipp Reinhart ist nach gerade mal einer Saison nicht mehr General Manager der Tigers. Foto: Dennis Duddek
Philipp Reinhart ist nach gerade mal einer Saison nicht mehr General Manager der Tigers.
Foto: Dennis Duddek

TÜBINGEN. Die Tigers Tübingen stehen in den Startlöchern. Am Donnerstag wurde der Trainingsauftakt der Zweitliga-Basketballer allerdings von der Nachricht überschattet, dass Philipp Reinhart nach nur einer Saison nicht mehr General Manager des Traditionsstandortes ist. »Nach einem intensiven Jahr sind wir zu dem Entschluss gekommen, dass hinsichtlich der zukünftigen Ausrichtung unterschiedliche Ansichten bestehen«, berichtete der 35-Jährige. Daher habe man sich einvernehmlich auf die Auflösung des Zwei-Jahres-Vertrags geeinigt.

Der Franke hatte versucht, Veränderungen beim Traditionsstandort anzustoßen, wurde dabei aber immer wieder ausgebremst. Zu Beginn seiner Amtszeit hatte Reinhart im GEA-Interview seine Herangehensweise noch mit den Worten beschrieben: »Ich nerve nicht gerne, aber ich nerve bestimmt.« Denn es liege in der Natur der Sache, »dass man nicht gleich mit jedem im Einklang ist, wenn man nachfragt, Ideen in den Raum wirft, Ideen umsetzen will und manche Sachen einfach auch mal macht«. Offenbar ist der Marketing- und Sponsoring-Experte damit dem einen oder anderen langjährigen Funktionsträger bei den Tigers doch zu sehr auf die Nerven gegangen.

Die »einvernehmliche« Beendigung der Zusammenarbeit ist das Ergebnis mehrerer Gespräche zwischen dem 35-Jährigen und dem Vorstand der Zweitliga-Basketballer. Reinhart wurde in seinem Tatendrang wohl zu sehr gestoppt. Am Ende sah er keinen Weg mehr, den Verein mit den ihm gegebenen Möglichkeiten und ohne Rückendeckung für nötige Veränderungen voranzubringen. Ohne dies explizit in der Pressemitteilung zu erwähnen, sind die Tübinger Verantwortlichen dem Vernehmen nach auf der Suche nach einem neuen Geschäftsführer.

Neu im Vorstand der ProBasket Tübingen AG: Stefan Herrmann.
Neu im Vorstand der ProBasket Tübingen AG: Stefan Herrmann. Foto: Dennis Duddek
Neu im Vorstand der ProBasket Tübingen AG: Stefan Herrmann.
Foto: Dennis Duddek

Wie schon bei der ebenfalls »einvernehmlichen Trennung« von General Manager Robert Wintermantel im Mai 2021 wird der externe Berater Thomas Veeser als langjähriges Mitglied im Verwaltungsrat und Aufsichtsrat der Raubkatzen sowie ehemaliges Vorstandsmitglied der Walter AG die Aufgaben von Reinhart bis auf weiteres übernehmen. Ihm zur Seite steht dabei Stefan Herrmann. Der Aufsichtsrat der ProBasket Tübingen AG hat den 50-Jährigen als neues Vorstandsmitglied bestellt. Damit wird das Vorstandsgremium um den Vorsitzenden Prof. Michael Bamberg und Sandra Ebinger nun auf drei Mitglieder erweitert.

Die Einsetzung des langjährigen Sponsors, der als Partner einer Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft auf die Beratung von Unternehmen in Transaktions-, Finanz- und strategischen Fragen spezialisiert ist und darüber hinaus seine Frau Anja bei der Führung des Hotel Domizil Tübingen unterstützt, stelle aus Sicht der Tigers, »eine wichtige Weichenstellung für die Zukunft« des Vereins dar. Man erhofft sich von ihm »neue Impulse zur kontinuierlichen und dynamischen Weiterentwicklung«.

»Die Tigers Tübingen stehen vor einer spannenden Saison mit neuen Impulsen - sportlich wie organisatorisch.«

Ebinger freue sich auf »einen weiteren engagierten Mitstreiter im Vorstandsteam«. Sie sieht die Tigers »vor einer spannenden Saison mit neuen Impulsen - sportlich wie organisatorisch«. Gemeinsam mit Herrmann wolle man »Strukturen weiterentwickeln, die Begeisterung für den Basketball in Tübingen stärken und unseren Verein nachhaltig aufstellen«.

Interessant: Auf der Geschäftsstelle der Tübinger Basketballer wird es weitere Veränderungen geben. Bereits nach einem halben Jahr hat Sales- und Account-Manager Daniel Schiller den Club ebenfalls wieder verlassen. Ihn zieht es zum Bundesliga-Aufsteiger Gladiators Trier. Die Tigers haben diese Stelle bereits Anfang der Woche ausgeschrieben. Die Vereinsoberen um Bamberg sehen sich nun mit gleich mehreren Baustellen konfrontiert und haben deshalb alle Hände voll zu tun.

Der neue Headcoach Henrik Sonko ist da schon einen Schritt weiter. Der neu zusammengestellte Kader vereint vielversprechende Talente mit erfahrenen Leistungsträgern - eine Mischung, die sportlich für frischen Wind sorgen und das Team auf dem Parkett noch variabler machen soll. (GEA)