TÜBINGEN. So langsam muss man sich um die Tigers Tübingen Sorgen machen. Die Raubkatzen haben am Samstagabend vor 1.972 Zuschauern in der Paul-Horn-Arena mit 71:83 (27:43) gegen die Uni Baskets Münster verloren. Zur Einordnung: Die Gäste waren mit neun Niederlagen aus den letzten zehn Spielen als das formschwächste Team der 2. Basketball-Bundesliga in die Neckarstadt angereist. Nach der dritten Pleite in Folge - alle mit mindestens zehn Punkten Differenz - sind die Tigers auf den zehnten Tabellenrang abgerutscht.
»Unser Start in das Spiel war katastrophal, und dies nicht zum ersten Mal. So dürfen wir vor dieser tollen Kulisse einfach nicht auftreten«, zeigte sich Tübingens Headcoach Henrik Sonko mächtig verärgert über den Auftritt seiner Schützlinge. Schon nach den ersten zehn Minuten lagen die Hausherren gegen den Tabellenletzten deutlich mit 11:26 im Hintertreffen. Das erwies sich als eine zu große Hypothek für den weiteren Spielverlauf für die Tigers, die auf Isaiah Sanders (Knie), Kapitän Till Jönke (Rücken) und Connor Nelson (Hexenschuss) verzichten mussten.
Kaya Bayram macht das Spiel seines Lebens
In einer Begegnung, in der die Raubkatzen zu keinem Zeitpunkt in Führung lagen, war es vor allem Kaya Bayram zu verdanken, dass im Schlussviertel noch einmal leise Hoffnung aufkam. Bayram avancierte mit 27 Punkten zum Topscorer der Partie, dazu war der Point Guard mit neun Rebounds zugleich bester Rebounder der Schwaben. Hinzu kamen fünf Assists und vier Steals. Mit anderen Worten: Der Youngster machte das Spiel seines Lebens. Doch der entscheidende Akteur des Abends stand auf Seiten der Uni Baskets. Nicholas McCullen lieferte mit 21 Punkten, 19 Rebounds eine überragende Vorstellung ab.
Unterstützung erhielt Bayram in der Offensive zwar von Bernard Pelote, der ebenfalls 21 Punkte erzielte, dafür jedoch eine hohe Anzahl an Würfen benötigte und nur drei seiner elf Dreierversuche verwandelte. Insgesamt war die Wurfauswahl der Sonko-Truppe erneut stark auf die Distanzwürfe ausgelegt, standen doch 40 Versuche jenseits der 6,75-Meter-Linie (zwölf Treffer, 30 Prozent) lediglich 25 Würfe aus dem Zwei-Punkte-Bereich (elf Treffer, 25 Prozent) gegenüber.
Wood mit Stressfraktur des fünften Mittelfußknochens
Das ist die eine Geschichte über das siebte Heimspiel der Tübinger. Die Zweite beginnt in der 14. Spielminute im Duell gegen Münster und hat das Zeug dazu, maßgeblich über den Ausgang dieser Zweitliga-Spielzeit für die Tigers zu entscheiden. Spielmacher JaCobi Wood, der bis dato viertbeste Scorer der gesamten Liga und mit Abstand beste Spieler der Raubkatzen in dieser Saison, musste mit einer Verletzung am rechten Fuß das Parkett verlassen, die er sich ohne Fremdeinwirkung zugezogen hatte.
Nach einer Untersuchung in der Nacht verkündeten die Tigers am Sonntagmittag die Schreckensnachricht: Der US-Amerikaner hat sich eine Stressfraktur des fünften Mittelfußknochens zugezogen. Bereits am Montag wird der 23-Jährige operiert. Wood wird mehrere Monate ausfallen. Für den kriselnden Zweitligisten ist es ein Stich ins Herz. Ein Ersatz für den wichtigsten Spieler muss nun her. Und das mitten in der Saison. Es ist das absolute Horror-Szenario. (GEA)

