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Ohne Dreier fehlt dir was: Tigers Tübingen verlieren Heimspiel gegen Bochum

Die Tübinger Zweitliga-Basketballer haben ihr Heimspiel gegen die VfL Sparkassenstars Bochum vor 2.312 Zuschauern in der Paul Horn-Arena mit 71:86 (39:43) verloren. Die Gründe, warum das Sonko-Team nun mit einer Niederlage in die Länderspielpause geht.

Distanzspezialist Patrick Emilien blieb bei seinem Debüt im Trikot der Tigers ohne Punkterfolg.
Distanzspezialist Patrick Emilien blieb bei seinem Debüt im Trikot der Tigers ohne Punkterfolg. Foto: Nicolas Wörn/Eibner
Distanzspezialist Patrick Emilien blieb bei seinem Debüt im Trikot der Tigers ohne Punkterfolg.
Foto: Nicolas Wörn/Eibner

TÜBINGEN. Die 71 war schon wenige Sekunden nach Spielende von der Anzeigetafel in der Paul-Horn-Arena verschwunden. Warum auch immer. Vielleicht konnte ja jemand den Anblick nicht ertragen. 71:86 (39:43) hatten die Tübinger Zweitliga-Basketballer vor der ordentlichen Kulisse von 2.312 Zuschauern gegen die VfL Sparkassenstars Bochum zuvor verloren. Vor zwei Wochen magere 62 Pünktchen bei der Niederlage in Kirchheim, jetzt auch nur 71 Zähler - Tigers-Coach Henrik Sonko war bedient: »Wenn man keine guten Entscheidungen trifft gegen eine gute Defensive des Gegners, dann kommt so etwas heraus.« Der Schwede hat nun erst einmal genug von seinen Korbjägern. Wegen der Länderspielpause am Wochenende bekommen die Raubkatzen bis Donnerstag trainingsfrei, »um Körper und Geist eine Auszeit zu geben«, wie es auf der Tigers-Homepage heißt.

- Kein Mittel gegen Zone
Mangelhafte Konzentration und eine unzureichende Wurfauswahl warf Sonko seinen Schützlingen vor. Aber auch, dass sie den Matchplan nicht befolgt hätten. »Wir haben zu viele Dreier genommen, anstatt einstudierte Spielzüge zu durchlaufen.« Obwohl man sich im Training darauf vorbereitet hatte, fanden die Tigers kein Mittel gegen die Bochumer Zonenverteidigung. Insgesamt 34 Mal hatten es die Hausherren aus der Distanz probiert. Die ersten elf Versuche gingen allesamt daneben. Aus den folgenden 23 sollten immerhin neun den Weg durch die Reuse finden, als Miles Tention den ersten zum 25:29 (14.) verwandelt hatte. 38 Punkte erzielten sie zwar, indem sie die Zone durch den erfolgreichen Zug zum Korb überwunden hatten. Ein anderes probates Mittel gegen die unangenehme Bochumer Verteidigungsvariante, der Schnellangriff, war kein einziges Mal erfolgreich.

- Debüt für Zugang Emilien
Für Patrick Emilien war die Partie das Debüt im Trikot der Tigers. Erst am späten Freitagvormittag lag die Spielberechtigung für den Kanadier vor. Nach nur drei Trainingseinheiten mit der Mannschaft hatte man dem Kanadier im Spiel noch deutlich angemerkt, dass er nicht richtig integriert ist. »Patrick hat getan, was ich ihm mit auf den Weg gegeben habe: Kämpfen und sein Bestes geben«, meinte Sonko. In 8:06 Minuten blieb Emilien ohne Punkte, holte drei Assists und einen Steal. Den Auftritt seiner Tigers brachte er trefflich auf den Punkt: »Wenn wir mit Intensität gespielt haben, lief's gut. Wenn wir nicht konsequent bei der Sache waren, hat Bochum das zu einem Lauf genutzt.« Als ausgewiesener Distanzschütze hätte er dem großen Manko seines Teams am Samstag möglicherweise entgegnen können. Der 26-Jährige wurde von Coach Sonko allerdings erst Mitte des zweiten Viertels erstmals gebracht, als der Karren schon verfahren war mit nur einem verwandelten Dreier bei zwölf Versuchen.

- Kein Aufbäumen
Als sich die Hausherren zu Beginn der zweiten Halbzeit zurückgekämpft hatten (43:45/23.), war's verwunderlicherweise vorbei mit konsequenter aggressiver Defensive. Der Zehn-Punkte-Rückstand zu Beginn des Schlussabschnitts wuchs heimlich still und leise immer weiter an, sodass sich der aktuell punktgleiche Kontrahent aus dem Ruhrpott beste Voraussetzungen geschaffen hat für den Gewinn des direkten Vergleichs. »Das war sehr enttäuschend für mich«, stellte Sonko fest. Der 47-Jährige hatte zum Ende hin unzählige Male gewechselt, ohne ein Quintett zu finden, dass ihn durch resolutes Auftreten in der Defensive - »Dinge, die wir jeden Tag trainieren«, so Sonko - überzeugte.

- Beachtliche Bilanzen
Bochum kommt ganz offensichtlich gerne nach Tübingen. Aus den fünf Gastspielen der Mannschaft von Trainer Felix Banobre seit dem Aufstieg aus der Pro B 2021/22, nahmen die Westdeutschen vier Siege mit nach Hause. Nur im ersten Jahr gab's eine Niederlage. Ebenfalls beachtlich: Der verdiente Sieger verwandelte alle seine 17 Freiwürfe. Bis drei Sekunden vor der Schlusssirene hatten auch die Tigers alle ihre Versuche von der Linie erfolgreich verwertet. Dann aber verfehlten Nummer sieben und acht, von Kapitän Till Jönke genommen, ihr Ziel. Jacobii Wood avancierte mit 24 Punkten (4 von 9 Dreier) und fünf Assists zum effektivsten Spieler der Partie. Tigers-Teamkollege Melkisedek Moreaux gelang mit 13 Punkten und elf Rebounds sein zweites Double-Double im Trikot der Tigers nach 16 Punkten und zehn Rebounds vor etwa einem Jahr in Bayreuth. (GEA)