REUTLINGEN. Es geht weiter Schlag auf Schlag in der Tennis-Verbandsrunde. Auch am Wochenende waren wieder vier Mannschaften aus der Region im Einsatz. Eines bleibt beim Alten: Der TC Metzingen ist weiter das Maß der Dinge in der Oberliga. Die Jungs vom Bongertwasen sind auch im vierten Saisonspiel ohne Niederlage geblieben. Gegen den Vorletzten TC Leonberg setzte sich das Team um Mannschaftsführer Thabo Siegler sogar mit einem 9:0-Heimsieg durch. Mehr noch: Die Metzinger gewannen alle 18 Sätze.
Es war eine Machtdemonstration. Trainer Markus Gentner betonte jedoch: »Leonberg musste auf einige Spieler verzichten und ist sehr geschwächt aufgelaufen. Sie haben deshalb auch keinen Importspieler eingesetzt, weil sie gesagt haben, dass es sich nicht lohnen würde.« Der langjährige Coach der Wimbledon-Viertelfinalistin Laura Siegemund sagte weiter: »Für uns war es aber super. Wer weiß, für was es am Ende gut ist, so viele Punkte zu machen.« Für Gentners Schützlinge geht es nun in die heiße Phase. Zwei Spiele sind noch zu absolvieren. Am letzten Spieltag trifft der TCM auf das punktlose und abgeschlagene Schlusslicht TC Bernhausen (3:33 Matches, 8:66 Sätze). Alles andere als ein Sieg wäre eine Sensation. Deshalb kommt dem Derby am Sonntag (ab 10 Uhr) beim TC Markwasen Reutlingen eine entscheidende Bedeutung zu. Mit einem weiteren Sieg können Siegler und Co. einen ganz, ganz großen Schritt in Richtung Meisterschaft machen. Der Rückkehr in die Württembergliga nach zwei Jahren stünde dann praktisch nichts mehr im Wege.
TC Markwasen wieder mittendrin im Abstiegskampf
Noch spannender hätte das Aufeinandertreffen am Sonntag werden können, wenn die Reutlinger ihre Partie gegen den TC BW Vaihingen-Rohr für sich entschieden hätten. Dann hätte die Mannschaft von Trainer Marek Kimla mit einem Derbysieg mit den Metzingern gleichziehen und noch einmal oben mitmischen können. Allerdings setzte es zu Hause eine 3:6-Niederlage. Mit zwei Siegen und zwei Niederlagen befindet man sich nun mittendrin im Abstiegskampf, wie Kimla zurecht anführte. Er sagte: »Der Gegner war einfach besser.« Was auch daran liegen könnte, dass Markwasen ohne einzigen Ausländer auf den Spitzenpositionen spielte. Nun also der große Showdown gegen den Lokalrivalen. »Das Spiel gegen Metzingen wird sehr schwer für uns. Das ist mit Abstand die beste Mannschaft. Wir werden um jeden Satz sowie um jedes kleine Spiel kämpfen und versuchen alles, um ihnen das Leben so schwer wie möglich zu machen«, betonte Kimla.
Ebenfalls tief im Abstiegskampf befinden sich die Frauen des TV Reutlingen in der Württembergliga. Nach der 4:5-Niederlage gegen den TC Schorndorf, der zweiten Pleite in Folge, wird die Ausgangslage immer schwieriger. »Noch ist nichts entschieden. Wir kämpfen weiter«, versicherte Mannschaftsführerin Lisa-Marie Wurst. Es war eine extrem bittere Heim-Pleite. Erst im abschließenden Doppel fiel die Entscheidung. Nadja Laubheimer und Hannah Burth verloren im Match-Tie-Break mit 7:10. Und so hieß es auf der heimischen Anlage an der Rudolf-Harbig-Straße am Sonntagnachmittag: 4:5 statt 5:4. »Das ist brutal bitter. Wir sind natürlich enttäuscht«, sagte Wurst. Das Positive: Sie und Spitzenspielerin Emma Glaser besiegten ihre ausländischen Gegnerinnen an den vorderen Positionen. Doch es scheint, als würde die Qualität in der Breite in diesem Jahr nicht ausreichen. Es droht der zweite Abstieg in Folge.
TV Reutlingen II verkauft sich teuer
Das will die zweite Männer-Mannschaft des TVR mit aller Macht verhindern. Und befindet sich aktuell in der Württembergliga auf einem sehr guten Weg. Nach dem nicht unbedingt eingeplanten 5:4-Auftakterfolg gegen den finanzstarken TEV Fellbach in der Vorwoche, hatten die Reutlinger beim von Mannschaftsführer Peter Mayer-Tischer hoch eingeschätzten SV Böblingen mit 4:5 knapp das Nachsehen. »Wir haben uns sehr teuer verkauft«, meinte der Routinier und ergänzte: »Das Glück, das wir letzte Woche gegen Fellbach hatten, hat uns dieses Mal leider gefehlt.« Zwei Beispiele: Christian Wedel und Julius Hacker mussten sich im Einzel erst nach dem Match-Tie-Break ihren Gegnern geschlagen geben. Mayer-Tischer war trotzdem angetan von der Leistung des Teams: »Die Jungs haben es aber super gemacht. Wir haben als Team wieder gut funktioniert. Der Sieg war ohnehin nicht eingeplant.«
Bemerkenswert: Marc Mail (Position drei) siegte am Sonntag im Einzel und Doppel. Und das, obwohl er seit Donnerstag fünf Matches bei einem hochkarätig besetzten A2-Ranglistenturnier in Pforzheim bestritten hatte und dieses als ungesetzter Spieler am Ende sensationell gewann. Im Halbfinale setzte sich der Mann aus Horb am Neckar in zwei Sätzen gegen Vereinskollege Lasse Pörtner (Nummer 914 der Welt) durch, der für den TV Reutlingen ab Sonntag wieder in der 2. Bundesliga aufschlägt. (GEA)

