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Testspiel gegen den VfB: Warmer Geldregen für den SSV Reutlingen

8.500 Zuschauer sehen das Jubiläumsspiel »70 Jahre Kreuzeiche«. SSV Reutlingen schlägt sich wacker gegen den Bundesligisten.

Vor dem Spiel mit Einlaufkindern vor einer imposanten Kulisse.
Vor dem Spiel mit Einlaufkindern vor einer imposanten Kulisse. Foto: Frank Pieth
Vor dem Spiel mit Einlaufkindern vor einer imposanten Kulisse.
Foto: Frank Pieth

REUTLINGEN. 8.500 Zuschauer im Reutlinger Kreuzeiche-Stadion wurden am Samstag gut unterhalten – und am Ende hatten alle Grund zum Strahlen. »Ich kann mit unserer Leistung gut leben. Vor allem in der zweiten Halbzeit hatten wir einige gute Umschaltmomente«, stellte SSV-Trainer Maik Stingel nach der 0:4 (0:2)-Niederlage im Testspiel gegen den Bundesligisten VfB Stuttgart fest. Auch Stuttgarts Coach Sebastian Hoeneß attestierte seinen Schützlingen eine ordentliche Vorstellung. Und Joe Yebio, der Fußball-Vorsitzende des Oberligisten SSV Reutlingen, strahlte über beide Backen: »Wir können Events. Das ist ein wichtiges Ergebnis für uns.«

Getümmel im SSV-Strafraum.
Getümmel im SSV-Strafraum. Foto: Frank Pieth
Getümmel im SSV-Strafraum.
Foto: Frank Pieth

Die Verantwortlichen des Kreuzeiche-Clubs freuten sich an einem heißen Tag zudem über einen warmen Geldregen. »Ich rede nie über Geld, für uns ist das ein netter Bonus«, formulierte Yebio. Die Macher des VfB seien »uns extremst entgegengekommen«. Die Reutlinger mussten nur »die normalen Unkosten« für den Erstligisten tragen. Bei 8.500 Fans dürfte die Brutto-Einnahme bei etwa 120.000 Euro liegen. Nach Abzug aller Kosten landet somit ein erklecklicher Betrag in der Kasse des Fünftligisten.

Kleiner Plausch: VfB-Präsident Claus Vogt (links) und der SSV-Vorsitzende Joe Yebio.
Kleiner Plausch: VfB-Präsident Claus Vogt (links) und der SSV-Vorsitzende Joe Yebio. Foto: Frank Pieth
Kleiner Plausch: VfB-Präsident Claus Vogt (links) und der SSV-Vorsitzende Joe Yebio.
Foto: Frank Pieth

Das Hoeneß-Team, bei dem die Zugänge Woo-yeong Jeong (SC Freiburg) und Jamie Leweling (von Union Berlin ausgeliehen) ihr Debüt im VfB-Trikot feierten, scheiterte in der Anfangsphase mehrmals am starken SSV-Keeper Enrico Piu sowie an den sich aufopferungsvoll in die Schüsse werfenden Abwehrspielern. Silas (23. Minute) brachte die Stuttgarter nach einer Ecke von Chris Führich per Kopfball in Führung. Beim 0:2 schlüpfte Silas in die Rolle des Vorbereiters, Führich (29.) vollendete. Das dritte Tor markierte Lilian Egloff (49.) mit einer bärenstarken Einzelleistung. Für das 0:4 zeichnete Luca Pfeiffer (51.) verantwortlich, der nach einer Kopfballvorlage von Leweling traf.

Der VfBler Silas im Duell mit den Reutlingern Kevin Founes (links) und Florian Krajinovic (rechts).  FOTOS: PIETH
Der VfBler Silas im Duell mit den Reutlingern Kevin Founes (links) und Florian Krajinovic (rechts). FOTOS: PIETH
Der VfBler Silas im Duell mit den Reutlingern Kevin Founes (links) und Florian Krajinovic (rechts). FOTOS: PIETH

Und der SSV? Im ersten Durchgang inszenierte der Oberligist in dieser unter dem Motto »70 Jahre Kreuzeiche-Stadion« stehenden Partie nur wenige Entlastungsangriffe. Ein Raunen ging durchs Stadionrund, als sich der pfeilschnelle Mirhan Inan ein Laufduell mit Dan-Axel Zagadou lieferte, in den Strafraum eindrang, dann aber einen Haken zu viel schlug. Bemerkenswert war auch der Abgang der Club-Ikone Pierre Eiberger. Der langjährige Kapitän, der für den SSV 334 Pflichtspiele absolvierte, lief ein letztes Mal für die Reutlinger mit der Nummer 6 auf und wurde in der 6. Minute unter großem Applaus ausgewechselt. Als er den Platz verließ, bildeten die Ersatzspieler und Funktionäre ein Spalier. »Das war eine coole Geschichte«, wurde es dem ansonsten so coolen Eiberger warm ums Herz. In der zweiten Hälfte – gespielt wurden zweimal 45 Minuten und nicht wie ursprünglich geplant viermal 30 Minuten – befreiten sich die Reutlinger immer häufiger aus der Umklammerung, kamen aber nur zu einem Abseitstor von Vladan Djermanovic. Dennoch: Am Ende waren alle zufrieden – Spieler und Funktionäre. (GEA)

Tackling: Stefan Ilic (rechts/SSV) stoppt Roberto Massimo.
Tackling: Stefan Ilic (rechts/SSV) stoppt Roberto Massimo. Foto: Frank Pieth
Tackling: Stefan Ilic (rechts/SSV) stoppt Roberto Massimo.
Foto: Frank Pieth