REUTLINGEN. Der letzte Sieg datiert vom 4. Oktober. 2:0 gegen den 1. Göppinger SV. Seither waren die Reutlinger Oberliga-Fußballer vier Mal im Einsatz und holten lediglich am vergangenen Samstag beim 1:1 gegen den Karlsruher SC II einen Punkt. Im Klartext: Der SSV könnte mal wieder einen Sieg gebrauchen. Den möchte der Tabellenzwölfte (16 Punkte) am Sonntag (14.30 Uhr) beim Elften Türkischer SV Singen (19 Zähler) gerne eintüten. Aber: »Das wird ein Fight, ein Kampfspiel«, richtet sich der Reutlinger Trainer Alexander Strehmel auf spannende 90 Minuten ein.
Mit der Defensiv-Leistung seiner Schützlinge war Strehmel zuletzt zufrieden. »Wir haben wenig zugelassen, im Spiel mit dem Ball allerdings müssen wir uns verbessern.« Dass die Abwehrarbeit gegen die Nachwuchsgarde des KSC ordentlich war, dazu trug auch Jonathan Hageloch sein Scherflein bei. Der 19 Jahre alte Oberstettener entpuppt sich immer mehr als Allzweckwaffe. Der etatmäßige Innenverteidiger durfte zwischendurch auf der Sechser-Position sein Können zeigen und wurde gegen Karlsruhe als Rechtsverteidiger aufgeboten. »Jonathan hat seine Sache gut gemacht, er hat es auch taktisch gut gemacht«, lobt Strehmel den Youngster.
SSV hat einige angeschlagene Spieler
Hageloch stand in den zurückliegenden drei Spielen in der Startformation. Ob der Defensiv-Allrounder auch in Singen von Beginn an dabei ist, wollte Strehmel nicht verraten. »Wir trainieren am Freitag und Samstag. Da wir einige Angeschlagene haben, fällt erst danach die Entscheidung über die Aufstellung.«
Luca Plattenhardt ist nach seiner Gelb-Rot-Sperre wieder einsatzfähig. Definitiv nicht zur Verfügung stehen Leander Vochatzer und Marlon Gangloff. Vochatzer wurde gegen Karlsruhe mit der Roten Karte bedacht. Eine mehr als fragwürdige und zu harte Entscheidung, wie die bewegten Bilder zeigten. Mittlerweile steht das Strafmaß fest: Vochatzer wurde für zwei Spiele gesperrt. Bei Gangloff ist ein Band in der Schulter gerissen. Er dürfte längere Zeit ausfallen. Ebenso wie Philipp Majewski, der sich in Hollenbach einen Mittelfußbruch zuzog. »Philipp ist in Stuttgart erfolgreich operiert worden und wieder zu Hause«, berichtet Strehmel. Moritz Kuhn (Oberschenkel), der gegen den KSC in einer Vorsichtsmaßnahme in der Halbzeit ausgewechselt wurde, Jonas Vogler (Adduktoren) und Konstantinos Markopoulos (Knie) trainierten zu Beginn der Woche nicht mit. Strehmel hofft jedoch, dass er auf dieses Trio zurückgreifen kann.
Aufsteiger hat bereits den vierten Trainer
Der Türkische SV Singen habe eine Klarheit in seinem Spiel und fußballerisch einiges zu bieten, sagt der Reutlinger Trainer über den Gegner. Die größte Waffe des Aufsteigers, der sich vergangene Saison in der Relegation gegen den FC Holzhausen durchsetzte, sind die schnellen Außenbahnspieler. Bemerkenswert: Singen hatte nach acht Begegnungen lediglich vier Punkte auf dem Konto, in den zurückliegenden sieben Spielen allerdings holte das Team fünf Siege. »Der Kader wurde, auch wegen der Aufstiegsrunde, sehr spät zusammengestellt. Zudem versuchte Aboulie Mboob als Profi in der Türkei sein Glück«, erklärt ein Insider dem GEA den Fehlstart. Torjäger Mboob hat sein Türkei-Abenteuer abgebrochen. Rekordverdächtig: Bei Singen ist nach Christian Mendes, Engin Özdemir und Serdar Yalcinkaya mit Ali Günes bereits der vierte Trainer am Werk. Der 46 Jahre alte Günes, ein ehemaliger türkischer Nationalspieler und Bundesligaakteur des SC Freiburg, hatte das Kunststück vollbracht, den Verein von der Landesliga auf direktem Weg in die Oberliga zu führen. Auch das ist rekordverdächtig. (GEA)

