REUTLINGEN. Manch einer dachte schon, es passiert nicht mehr – doch es ist so weit. Der im Sommer 2024 verpflichtete Top-Spieler Moritz Kuhn steht vor seinem ersten Einsatz für die Oberliga-Fußballer des SSV Reutlingen. Nach über einem Jahr beim Traditionsclub wird der ehemalige Zweitligakicker an diesem Samstag (15.30 Uhr) gegen den Regionalliga-Absteiger 1. Göppinger SV im Kader und womöglich auch auf dem Platz im Stadion an der Kreuzeiche stehen.
Mit einem Lächeln im Gesicht verkündete sein Trainer Alexander Strehmel die frohe Botschaft. »Er hat sich herangearbeitet und ist bereit.« Hinter Kuhn liegt eine schwere Zeit. Nach einem fast überstandenen Kreuzbandriss folgte im Training bei den Nullfünfern der nächste Rückschlag. Er verdrehte sich das Knie und musste am Meniskus operiert werden und noch länger pausieren. »Die Zeit war mental nicht einfach. So lange war ich noch nie weg«, betont der Routinier, der über eineinhalb Jahre keine Partie mehr absolviert hat.
»Ich bin superheiß auf die ersten Minuten für den SSV Reutlingen«
Dass Kuhn dem SSV in guter Verfassung helfen kann, steht außer Frage. »Er spielt einen sehr, sehr guten Ball, hat eine gute Technik«, schwärmt Strehmel. Der Fitness-Liebhaber ist ein Allrounder, kann sowohl in der Verteidigung als auch im offensiven und defensiven Mittelfeld eingesetzt werden. In seiner Karriere blickt er unter anderem auf 60 Einsätze in der zweiten sowie 119 Spiele in der dritten Liga zurück.
Und ist jetzt bereit, wieder anzugreifen. »Ich bin superheiß auf die ersten Minuten für den SSV Reutlingen«, betont er. »Für ein ganzes Spiel wird es sicher noch nicht reichen. Ich bin eine Option für 30 bis 45 Minuten. Ob es schon gegen Göppingen dazukommt, weiß ich nicht.« Seit vier Wochen trainiert Kuhn voll mit und fühlt sich immer besser. »Ich habe volles Vertrauen in meinen Körper. Es funktioniert alles einwandfrei.«
»Wir sind alle unzufrieden, wie es gelaufen ist«
Ob mit oder ohne den Top-Spieler: An diesem Samstag wollen die Kreuzeiche-Kicker unbedingt drei Punkte einfahren, um die bittere 2:3-Pleite gegen Normannia Gmünd wiedergutzumachen. »Die Stimmung in der Mannschaft ist ein bisschen angespannt. Wir sind alle unzufrieden, wie es gelaufen ist«, erklärt Strehmel. Sein Team spielte in der Vorwoche eine starke erste Halbzeit, führte zweimal und ging doch ohne Zählbares vom Platz.
Nun könnte ausgerechnet der Regionalliga-Absteiger um den ehemaligen SSV-Kapitän Denis Lübke zum Aufbaugegner werden. Göppingen liegt auf dem vorletzten Tabellenplatz und wartet seit sechs Begegnungen auf einen Erfolg. Vier Niederlagen setzte es in Serie. »Es ist trotzdem eine sehr gute Mannschaft mit viel Erfahrung«, warnt Kuhn. »Es wird ein hart umkämpftes, unangenehmes Spiel werden.«
»Wir müssen wieder eklig spielen, unbequem sein«
Dafür will die Heimelf auch selbst sorgen. Strehmel möchte mit seinen Jungs zurück zur alten Defensivstärke, die er zuletzt selten sah. »Wir müssen wieder eklig spielen, unbequem sein. Keinen Hurra-Fußball nach vorne«, so der ehemalige Bundesligaprofi. »Wir sind ein bisschen von unserer Linie abgekommen. Die ist eben genau diese intensive Arbeit gegen den Ball.«
Auch Kuhn würde sich freuen, mitzuackern. Druck macht er sich aber nicht. Allein jetzt endlich wieder mit den Teamkollegen in der Kabine zu sitzen, sei ein tolles Gefühl. Ob auf dem Platz oder von außerhalb, seine Erfahrung könnte gegen Göppingen den Unterschied machen. (GEA)

