REUTLINGEN. »Das war in allen Phasen ein guter Vortrag«, blickt Marvin Petzschner voller Stolz auf den vergangenen Samstag zurück. Da durfte der Interimstrainer des Fußball-Oberligisten SSV Reutlingen im Duell gegen den als Tabellendritten angereisten TSV Essingen einen 3:0-Sieg bejubeln. An diesem Samstag (14.30 Uhr, Kreuzeiche-Stadion) gibt der 35-Jährige zum zweiten Mal die Kommandos bei den Nullfünfern. Und hofft gegen den FC 08 Villingen auf das nächste Erfolgserlebnis. Der Regionalliga-Absteiger gewann zuletzt drei Mal in Folge und hat von den zurückliegenden sieben Begegnungen fünf gewonnen und 16 Punkte geholt.
Er habe an einigen Stellschrauben gedreht und kleinere Anpassungen vorgenommen, blickt Petzschner auf seinen ersten Einsatz als Verantwortlicher an der Seitenlinie zurück. Der zuvor beim SSV für die Oberliga-C-Junioren zuständige und als Koordinator für die Altersklassen U13 bis U15 arbeitende B-Lizenz-Inhaber war mit dem Verhalten gegen den Ball zufrieden und entdeckte auch im Spiel mit dem Ball »viel Gutes«.
»Auch im Spiel mit Ball habe ich viel Gutes gesehen«
Auffallend, dass Petzschner bei der Startformation auf eine gesunde Mischung setzte. Mit Tom Ruzicka, Lino Kuhn, Johannes Wally und Maxim Schmalz standen zu Beginn vier Akteure auf dem Platz, die in der Saison zuvor noch für die A-Junioren spielberechtigt waren. Der später eingewechselte Jonathan Hageloch beispielsweise, der eine Woche zuvor noch von Beginn an dabei war, saß zunächst auf der Bank. »Wir brauchen eine gute Mischung, der SSV kann aber froh sein, so starke junge Spieler zu haben. Das ist die Zukunft des Vereins«, betont der Interimscoach.
Bei der Aufstellung habe er auch seine Trainingseindrücke einfließen lassen. Und da hinterließ offensichtlich Nedim Pepic einen guten Eindruck, Der Mittelfeld-Allrounder jedenfalls durfte auf der Zehner-Position agieren, leitete das 1:0 ein, bereitete das 3:0 und weitere Möglichkeiten vor. Pepic war der Gewinner des Tages. Im Vorfeld des Essingen-Spiels und der bevorstehenden Partie gegen Villingen führte Petzschner viele Einzelgespräche. »Die Jungs benötigen Vertrauen in die eigene Stärke.« Diese Unterredungen haben offensichtlich nicht nur bei Pepic Früchte getragen. Maxim Schmalz beispielsweise, der das 1:0 mit einem fulminanten Antritt und Abschluss erzielte und das 2:0 mustergültig vorbereitete, deutete nicht nur - wie bereits einige Mal in dieser Saison - sein großes Talent an, sondern war auf der linken Außenbahn entschlossen und zielstrebig unterwegs.
»Die Jungs benötigen Vertrauen in die eigene Stärke«
Nun beginnt für Petzschner der knifflige Teil. Die Auswahl an Spielern für die Partie gegen Villingen ist größer als zuletzt gegen Essingen. Leander Vochatzer nach seiner Rot-Sperre und Sladan Puseljic nach seiner Gelb-Rot-Sperre sind wieder spielberechtigt. Normalerweise gehört dieses Duo zum Stammpersonal. Petzschner will sich in puncto Aufstellung nicht in die Karten blicken lassen, man gewinnt jedoch den Eindruck, dass er die erfolgreiche Elf vom Essingen-Spiel nicht umkrempeln will. Man darf gespannt sein. »Die Rückkehr von Vochatzer und Puseljic geben uns mehr Variabilität und Optionen«, formuliert der in Bisingen wohnende Interimstrainer.
Nicht zurückgreifen kann Petzschner neben den Langzeitverletzten auf Jonah Adrovic (»die alte Verletzung ist noch nicht in Gänze verheilt«) und Moritz Kuhn (»er ist keine Option für Samstag«). Der Coach hofft nun, dass er auch nach der Partie gegen Villingen sagen kann: »Das war in allen Phasen ein guter Vortrag.« (GEA)

