REUTLINGEN. Die Leistungskurve zeigt nach oben, die Interimslösung Marvin Petzschner steht zum dritten Mal als Kommandogeber an der Seitenlinie - führt die Übergangslösung auch im neuen Jahr das Zepter? Antworten darauf gibt es beim Fußball-Oberligisten SSV Reutlingen noch nicht. An diesem Samstag (14.30 Uhr) messen sich die Nullfünfer im Kreuzeiche-Stadion mit Türkspor Neckarsulm. Falls Petzschner mit seiner Elf in diesem Duell - der Tabellen-13. erwartet den 14. - als Gewinner herausgeht und seine Drei-Spiele-Bilanz auf sieben Punkte ausdehnt, hätte er sein Kurzzeit-Engagement gekrönt. Und sich für ein Langzeit-Engagement empfohlen.
Am vergangenen Samstag, beim 1:1 gegen den individuell stark besetzten Regionalliga-Absteiger FC 08 Villingen, glänzte der SSV mit einer schon lange nicht mehr erlebten Kompaktheit. Die Nullfünfer ließen den Kontrahenten während der gesamten Spielzeit kaum zur Entfaltung kommen, erstickten fast jeden Villinger Angriffszug bereits im Keim. Es war beeindruckend, wie sich die SSVler von den gekonnten Spielverlagerungen nicht aus dem Konzept bringen ließen, wie sie die Zweikämpfe führten und häufig für sich entschieden, wie sie ein ekliger Gegner waren.
»Reife Leistung« gegen den Ball
Wie erklärt sich Petzschner diese defensive Stabilität? »Das ist das Ergebnis unserer guten gemeinsamen Arbeit in den ersten zwei Wochen.« Gegen den Ball sei es »eine reife Leistung« seines Teams gewesen. Bitter, dass der SSV das mehrmals in der Luft liegende 2:0 verpasste. Noch bitterer, dass Villingens Torjäger Marcel Sökler in der 93. Minute nach einer »Verkettung von ein paar unglücklichen Situationen« (Petzschner) den 1:1-Endstand markierte.
Gegen Türkspor hat Petzschner in puncto Aufstellung erneut die Qual der Wahl. Zuletzt gegen Villingen mussten die Rückkehrer Sladan Puseljic und Leander Vochatzer auf der Bank Platz nehmen, weil der Interimstrainer die gleiche Elf wie zuvor beim 3:0 gegen den TSV Essingen nominierte. Ob Innenverteidiger Puseljic und der in der Regel auf der linken Außenbahn auflaufende Vochatzer diesmal in der Startelf stehen?
Von Beginn an auf dem Feld sein dürfte Noah Maurer, der nach seiner Einwechslung gegen Villingen eine starke Leistung ablieferte und neben gelungenen Offensivaktionen auch mit extrem engagierter Defensivarbeit überzeugte. »Noah hat eine sehr gute Leistung gebracht«, lobte Petzschner den 19-Jährigen. Maurer kam für Tom Ruzicka aufs Feld, der sich eine möglicherweise schwere Knieverletzung zuzog. Ruzicka unterzieht sich in diesen Tagen einer abschließenden Untersuchung.
Vier Ex-SSV-Spieler
Interessant: Der Aufsteiger Türkspor Neckarsulm hat vier ehemalige Akteure des SSV Reutlingen in seinen Reihen. Spielertrainer Julian Grupp stand beim 1:1 im Hinspiel 90 Minuten, aber in den zurückliegenden Spielen nicht mehr auf dem Platz. Torjäger Cristian Giles und Marco di Biccari haben ebenso eine SSV-Vergangenheit wie Gianluca Trianni, der bei den A- und B-Junioren für den Kreuzeiche-Club auflief. (GEA)

