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Interimstrainer Marvin Petzschner vom SSV Reutlingen: Das sind Top-Jungs

Marvin Petzschner wurde als Interimstrainer beim Fußball-Oberligisten SSV Reutlingen installiert. Wie sieht seine Vita aus?

Gibt in den nächsten Wochen die Trainer-Kommandos beim SSV Reutlingen: Marvin Petzschner.
Gibt in den nächsten Wochen die Trainer-Kommandos beim SSV Reutlingen: Marvin Petzschner. Foto: Joachim Baur
Gibt in den nächsten Wochen die Trainer-Kommandos beim SSV Reutlingen: Marvin Petzschner.
Foto: Joachim Baur

REUTLINGEN. Marvin Petzschner war begeistert: »Das war ein sehr cooles Training. Ich habe mich gleich wohl gefühlt.« Petzschner leitete am Dienstagabend seine erste Übungseinheit beim Fußball-Oberligisten SSV Reutlingen. Die Mannschaft habe es ihm »sehr leicht gemacht. Das sind Top-Jungs«. Der 35-Jährige wurde von den Verantwortlichen der Nullfünfer als Interimstrainer bis zur Winterpause installiert.

In den vergangenen Tagen herrschte großer Trubel an der Kreuzeiche. Nach der 1:5-Pleite am Sonntag beim Türk SV Singen wurde viel analysiert und diskutiert. Die Reutlinger befinden sich auf einer gefährlichen Talfahrt. Nachdem in den zurückliegenden fünf Begegnungen lediglich ein Pünktchen (beim 1:1 gegen den Karlsruher SC II) heraussprang, trennte sich der Verein am Montagabend von Trainer Alexander Strehmel. In der Tabelle rutschte der Traditionsclub in dieser Negativ-Phase vom achten auf den 15. Platz in dem 18er-Feld ab.

Als Spieler in der Landes- und Bezirksliga am Ball

Am Dienstagabend schließlich gab der SSV bekannt, dass der bisherige U15-Trainer Petzschner in den nächsten Wochen die Kommandos geben soll. Wie lief der Dienstag für Petzschner ab? Wie hat er seine Kurzzeit-Beförderung erlebt? »Das war alles sehr dynamisch«, formuliert er. »Die Situation ist nun wie sie ist.« Er wolle »nach vorne schauen«. Im Vordergrund stehe das Heimspiel am Samstag (14.30 Uhr) gegen den TSV Essingen.

Viele Reutlinger Fans und auch viele Kenner der Männer-Oberliga fragen sich: Wer ist dieser Marvin Petzschner? Der B-Lizenz-Inhaber ist in Hechingen geboren und hat fußballerisch seine gesamte Jugendzeit beim FC Hechingen verbracht. Danach war er viele Jahre für den TSV Frommern, zumeist in der Bezirksliga, am Ball. In den letzten drei Jahren seiner Aktivenzeit streifte er sich das Trikot des SV Wachendorf über und kämpfte in der Landes- und Bezirksliga um Punkte.

Vier Jahre im Jugendbereich der TSG Balingen

Seine Trainer-Laufbahn begann im Jugendbereich der TSG Balingen. »Ich war vier Jahre bei der TSG Balingen und hatte eine unfassbar gute Zeit«, erzählt Petzschner. Zunächst zeichnete er für die U17, dann für die U15 verantwortlich. Im Sommer stieg der Polizist beim SSV Reutlingen ein. »Nach vier Jahren bei Balingen war das für mich der richtige Zeitpunkt.« Zudem bezeichnet er den Klassenverbleib mit der Balinger U15 in der zurückliegenden Oberliga-Saison als »Riesenerfolg«.

Reutlingens Sportlicher Leiter Christian Grießer kontaktierte Petzschner zu Beginn des Jahres. »Ich musste nicht lange überlegen, dass ich den Schritt zum SSV mache«, so der B-Lizenz-Inhaber. Beim Kreuzeiche-Club wurde er mit der Trainer-Aufgabe bei der in der C-Junioren-Oberliga angesiedelten U15 betraut. Zudem fungiert er als Koordinator für die Altersklassen U13 bis U15.

Wiedersehen mit Ex-Club

Mit der U15 des SSV ist Petzschner mit großem Erfolg unterwegs. Nach neun Spieltagen rangiert das Team punktgleich mit Spitzenreiter SV Sandhausen auf Platz zwei. Interessant: Am dritten Spieltag kam es zum Wiedersehen mit seinem Ex-Club. Das Duell zwischen Balingen und Reutlingen endete 2:2-Unentschieden. Da die U15 häufig zeitgleich mit der Ersten auf dem Platz steht, kann Petzschner die Youngster in den nächsten Wochen nicht coachen. »Die U15-Spieler waren sehr enttäuscht, als sie erfahren haben, dass ihnen ihr Trainer für die nächsten Wochen weggenommen wird«, berichtet Grießer. Bei der U15 springt in den nächsten Begegnungen Co-Trainer Patrick Brosch in die Bresche.

»Wenn ich etwas mache, mache ich es zu 100 Prozent«, beschreibt sich Petzschner selbst. Ehrgeizig ist er. »Ich will zeitnah die A-Lizenz in Angriff nehmen.« Man hört zwischen den Zeilen heraus, dass er als Trainer in den nächsten Jahren nicht nur im Jugend-, sondern auch im Aktivenbereich Erfolge feiern möchte. Weil er ein 100-Prozent-Mann ist, richtet er nun den Fokus auf den Samstag. Nichts dagegen hätte er, wenn er in seinen drei Spielen als Chefcoach am Samstag gegen den TSV Essingen, am 22. November gegen den FC 08 Villingen und am 29. November gegen Türkspor Neckarsulm neun Punkte holen würde. Dann hätte der 100-Prozent-Mann 100 Prozent der möglichen Zähler geholt. (GEA)