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Debütantenball mit Schönheitsfehler

REMSECK. »Wir hatten uns fest vorgenommen, drei Punkte mit nach Hause zu nehmen«, sagte SSV-Trainer Lothar Mattner - und wusste nicht so recht, wie er das 1:1 (0:0) beim VfB Neckarrems einordnen sollte. »Das war kein Platz für ein Fußball-Oberliga-Spiel«, schimpfte Reutlingens Torschütze Andreas Rill auf das unebene Geläuf - und ärgerte sich über den vergebenen Dreier.

Durfte bei seinem Debüt in der Oberliga auf der linken Außenbahn ran: Rudy Vargas-Müller (rechts) vom SSV Reutlingen, hier im Du
Durfte bei seinem Debüt in der Oberliga auf der linken Außenbahn ran: Rudy Vargas-Müller (rechts) vom SSV Reutlingen, hier im Duell mit Stefan Engl. Foto: Alexander Thomys
Durfte bei seinem Debüt in der Oberliga auf der linken Außenbahn ran: Rudy Vargas-Müller (rechts) vom SSV Reutlingen, hier im Duell mit Stefan Engl.
Foto: Alexander Thomys
Den Mattner-Schützlingen fehlte einmal mehr ein Schuss Cleverness, um als Sieger vom Platz zu gehen. »Wir haben in der Defensive kaum ein Kopfball-Duell gewonnen«, legte Rill den Finger in die Wunde. In der Tat nahm der Neckarremser Stephan Fichter, der einst für die SG Großaspach und die TSG Hoffenheim spielte, bereits in der ersten Hälfte mit seinen Kopfstößen das SSV-Gehäuse einige Mal ins Visier. In der 71. Minute war er dann erfolgreich. Fichter setzte sich im Reutlinger Strafraum geschickt von seinen Gegenspielern ab und wuchtete den Ball zum 1:1 unhaltbar für SSV-Keeper Patrick Gühring in die Maschen.

Dieses Gegentor war quasi der Schönheitsfehler beim Reutlinger Debütantenball. Youngster Rudy Vargas-Müller kam ebenso wie Bastian Bischoff und Maximilian Pfaffinger zum ersten Mal für die Nullfünfer im baden-württembergischen Oberhaus zum Einsatz. Zudem stand Pierre Eiberger zum zweiten Mal in dieser Runde und Philip Kühnert erstmals nach längerer Verletzungspause in der Startformation der Gäste. Für den eifrigen, in seinen Aktionen aber glücklosen Pfaffinger endete die Partie in der 77. Minute mit der roten Karte. Der 22-Jährige leistete sich gegen Eugenio Del Genio eine Tätlichkeit.

Der SSV benötigte etwa 20 Minuten, um sich an Platz und Gegner zu gewöhnen. Chancen gab's im ersten Durchgang für Kühnert (23.), Ersah Öztürk (24.) und Vargas-Müller (38.), während die ohne den Ex-Reutlinger Marco Tucci (Knieverletzung) angetretenen Neckarremser neben den Fichter-Kopfstößen zu Gelegenheiten für Roberto Ancona (44.) und Mario Marinic (45.) kamen.

Forzano vergibt klare Chance

In der zweiten Hälfte lief der Ball beim SSV flüssiger durch die Reihen. Der Lohn: Das Führungstor in der 54. Minute. Nach einem Einwurf von Kühnert und einem Kopfballduell zwischen Öztürk und Micha-Colin Läubin kam Rill an den Ball. Der legte sich den Ball auf den rechten Fuß, schaute und traf aus zehn Metern ins Schwarze. Für Rill war's bereits der elfte Saisontreffer.

Dieses Tor schockte den Neuling. Völlig überraschend und fast wie aus dem Nichts kam Neckarrems schließlich zu einem Pfostenknaller von Marinic und anschließend zum Ausgleich. Das hätte den SSV nicht umwerfen müssen, doch der eingewechselte Roberto Forzano vergab nach einer Super-Kombination über fünf Stationen eine »Hundertprozentige«. Bitter: Eiberger und Julian Grupp mussten angeschlagen raus. (GEA)