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Das sind die Trainer-Kandidaten beim SSV Reutlingen

Wer wird Trainer-Nachfolger von Alexander Strehmel beim Fußball-Oberligisten SSV Reutlingen? Interimsweise übernimmt bis zur Winterpause Marvin Petzschner das Kommando.

Volker Grimminger coacht derzeit mit viel Erfolg den Verbandsligisten Young Boys Reutlingen.
Volker Grimminger coacht derzeit mit viel Erfolg den Verbandsligisten Young Boys Reutlingen. Foto: Jürgen Meyer
Volker Grimminger coacht derzeit mit viel Erfolg den Verbandsligisten Young Boys Reutlingen.
Foto: Jürgen Meyer

REUTLINGEN. Am Tag nach der Entscheidung geht es bereits um die nächste Entscheidung. Am späten Montagabend gab der Fußball-Oberligist SSV Reutlingen die Trennung von Trainer Alexander Strehmel bekannt. Nun läuft die Suche nach einem Kommandogeber, der die Mannschaft aus dem Tabellenkeller herauszieht und Richtung gesichertes Mittelfeld führt. »Einen neuen Cheftrainer werden wir aber erst in der Winterpause verpflichten«, erklärt der Vorsitzende Sascha Schneider.

Bis zum Jahresende bestreiten die Nullfünfer allerdings noch drei Heimspiele - am Samstag gegen den TSV Essingen, am 22. November gegen den FC 08 Villingen und am 29. November gegen Türkspor Neckarsulm. In diesen drei Begegnungen setzen die Reutlinger auf eine interne Interimslösung. Marvin Petzschner übernimmt das Kommando. Der 35 Jahre alte B-Lizenz-Inhaber kam vor Beginn der Saison von der U15 der TSG Balingen zur U15 des SSV. Mit den Reutlinger C-Junioren belegt er in der Oberliga den zweiten Platz, punktgleich mit Spitzenreiter SV Sandhausen. Petzschner wohnt in Bisingen und arbeitet als Polizist in Stuttgart. Beim Kreuzeiche-Club ist er zudem Koordinator der Altersstufen U13 bis U15.

Wer wird im Januar als neuer Trainer installiert? Der GEA hat sich in der Szene umgehört und listet einige Kandidaten auf.

Volker Grimminger: Der 46-Jährige gilt derzeit als eine der heißesten Traineraktien im Amateurbereich in Baden-Württemberg. Er dürfte aber von seinem jetzigen Club Young Boys Reutlingen nur schwer loszueisen sein. Grimminger übernahm im Dezember 2023 den Lokalrivalen Young Boys Reutlingen, führte den Club auf Anhieb zur Landesliga-Meisterschaft, in der vergangenen Saison auf Rang vier in der Verbandsliga und liegt mit den Young Boys derzeit an der Tabellenspitze im württembergischen Oberhaus. »Meine Mission bei den Young Boys ist noch nicht erfüllt«, betont Grimminger. Der Fußballverrückte hat eine SSV-Vergangenheit als Spieler und Trainer. In der Saison 2005/06 gehörte er der Oberliga-Meistermannschaft an und von 2017 bis 2019 war er zunächst Co-Trainer und als Nachfolger von Teodor Rus Cheftrainer. In fünf Spielen trug Grimminger die Verantwortung. »In diesen fünf Spielen gab es keine Niederlage«, betonte er in der Vergangenheit immer wieder mit einem Schmunzeln im Gesicht. Grimminger sprach auch häufig davon, dass der SSV sein »Herzensverein« sei.

Daniel Güney: Der 34-Jährige fungiert seit Sommer 2024 als Co-Trainer von Murat Isik beim Regionalligisten TSG Balingen. Vergangene Saison durfte er mit den Balingern den Aufstieg in die 4. Liga feiern. Von November 2020 bis Juni 2023 stand er beim Verbandsligisten VfL Pfullingen auf der Kommandobrücke, ehe er als »Co« zur SG Sonnenhof Großaspach wechselte.

Der Ex-Pfullinger Daniel Güney ist derzeit Co-Trainer bei der TSG Balingen.
Der Ex-Pfullinger Daniel Güney ist derzeit Co-Trainer bei der TSG Balingen. Foto: Schuelle/Eibner
Der Ex-Pfullinger Daniel Güney ist derzeit Co-Trainer bei der TSG Balingen.
Foto: Schuelle/Eibner

Michael Bochtler: Der 50 Jahre alte ehemalige Bundesligaspieler des VfB Stuttgart bekleidet derzeit kein Traineramt. Von 2016 bis zum Ende der vergangenen Runde coachte Bochtler den SSV Ehingen-Süd, den er von der Landes- in die Verbandsliga führte und im württembergischen Oberhaus etablierte. Der Ex-Profi ist bei der Firma Morgenstern beschäftigt. Und die Firma Morgenstern ist seit vielen Jahren ein Partner des SSV Reutlingen.

Albert Lennerth: Der 53-Jährige trainiert derzeit den Landesligisten VfL Pfullingen, war aber viele Jahre mit dem SSV Reutlingen verwurzelt. Einst war er Spieler, später viele Jahre Jugendtrainer bei den Nullfünfern. Von März 2022 - damals als Nachfolger von Maik Schütt - bis Dezember 2022 zeichnete Lennerth für die SSV-Oberliga-Truppe verantwortlich, ehe der Verein Maik Stingel als Trainer installierte.

Manuel Fischer: Der 36 Jahre alte Ex-Profi des VfB Stuttgart, der in der Saison 2017/18 für den SSV in der Oberliga auf Torjagd ging, steht seit vielen Jahren in gutem Kontakt zu den Reutlinger Verantwortlichen. Vergangene Saison führte Fischer den TSV Weilimdorf von der Landes- in die Verbandsliga. Mittlerweile hat er den Verein gewechselt - seit wenigen Wochen coacht er den Verbandsligisten VfR Heilbronn.

Mario Klotz: Der Name des 41-Jährigen wird häufig ins Spiel gebracht, wenn man mit Kennern der Szene über einen Trainer-Kandidaten für den SSV spricht. Klotz ist auf dem Markt, nachdem sich der Liga-Rivale 1. Göppinger SV bereits nach vier Spielen von ihm getrennt hatte. Das war durchaus überraschend, schließlich holte der ehemalige Stürmer mit den Göppingern sieben Punkte und stand mit dem Team auf Platz sechs. Nach seinem Weggang begann die Talfahrt des Regionalliga-Absteigers. Vor seinem Einstieg in Göppingen coachte Klotz den FC 08 Villingen und die TSG Backnang.

Würde derzeit als Trainer zur Verfügung stehen: Mario Klotz. Zuletzt war er in Göppingen tätig.
Würde derzeit als Trainer zur Verfügung stehen: Mario Klotz. Zuletzt war er in Göppingen tätig. Foto: Bahtihari/Eibner
Würde derzeit als Trainer zur Verfügung stehen: Mario Klotz. Zuletzt war er in Göppingen tätig.
Foto: Bahtihari/Eibner

Ramon Gehrmann: Der 51-Jährige wurde in der Vergangenheit öfter mit dem SSV Reutlingen in Verbindung gebracht. Er kommt aus Sigmaringen, hat in Tübingen studiert und wohnt in Waiblingen. Der mit der Fußball-Lehrer-Lizenz ausgestattete Gehrmann stieg am 31. Dezember 2022 auf eigenen Wunsch als Trainer beim Regionalligisten SGV Freiberg aus. Seither ist er nicht mehr als Coach tätig gewesen und arbeitet als Lehrer.

Die Liste ließe sich leicht fortführen. Immer ein Thema beim SSV ist Andreas Rill. Die Vereinslegende ist in der Vergangenheit öfter interimsweise in die Bresche gesprungen. Ob der Lehrer für einen dauerhaften Einsatz zu gewinnen wäre, ist jedoch fraglich. Andererseits wäre er ein Typ, der junge Spieler formen und entwickeln könnte. Ein interessanter Mann in der Branche ist Dirk Rohde, der am Ende der vergangenen Saison beim Reutlinger Oberliga-Rivalen FC Nöttingen aufhörte und derzeit keinen Club betreut. Der 34-Jährige genießt einen exzellenten Ruf. Er arbeitet in Pforzheim und wohnt in Rastatt. Zu guter Letzt besteht auch die Möglichkeit, dass Interimstrainer Petzschner in den nächsten drei Begegnungen mit einer tollen Punktebilanz glänzt. Dann könnte der Übergangscoach zur Dauerlösung werden. (GEA)