HALLE. Viel besser hätte es für Laura Bräuninger nicht laufen können. Die Reiterin aus Trochtelfingen kehrte von den deutschen Hochschul-Meisterschaften in Sachsen-Anhalt mit zwei Siegerschärpen und einem zweiten Platz zurück. 45 Teilnehmer, die sich auf 15 Mannschaften verteilten, traten im früheren Landgestüt Radegast/Prussendorf an und kürten in vier Wettbewerben ihre Gewinner.
Hochschul-Titelkämpfe zeichnen mehrere Besonderheiten im Vergleich zu anderen Reit-Turnieren aus. Es wird auf fremden Pferden geritten, die die Starter erst vor Ort kennenlernen. Ebenso ungewöhnlich ist, dass Vielseitigkeit im Sattel gefragt ist. Alle Teilnehmer müssen im Springen und der Dressur antreten. Bräuninger hat im Reitsport zunächst auch Dressur-Prüfungen bestritten, bevor sie sich auf das Springen spezialisierte und dort erfolgreich bis zur Klasse S wurde. Weil im Team-Wettbewerb bei der Prüfung immer alle drei Team-Mitglieder gleichzeitig im Viereck sind, »hatten wir davor mehrere Trainingseinheiten mit der Mannschaft«, berichtet Bräuninger. Dritte Besonderheit: Die Wettbewerbe beginnen mit Prüfungen auf A-Niveau, werden dann immer schwerer bis zum Finale mit Klasse S.
Team nur knapp bezwungen
Zusammen mit ihren Teamkolleginnen Kim Cronauer und Stefanie Haslinger verpasste das Team der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt in Nürtingen, die zuvor die Qualifikation in Tübingen gewonnen hatte, als Zweite nur hauchdünn Platz eins. Am Ende hatte die siegreiche WG Gießen lediglich 0,38 Punkte Vorsprung. »Wir sind mehr als zufrieden, denn es ist das erste Mal, dass die Uni Nürtingen bei der deutschen Meisterschaft dabei war. Auch wenn es natürlich schade ist, dass der Abstand zu Platz eins so knapp war«, sagte Bräuninger. Dritte wurde die WG München.
Dafür stand die 25-Jährige, die ihr Pferdewirtschafts-Studium abgeschlossen hat, zwei Mal im Einzel ganz oben auf dem Podest. Im Springen wäre Bräuninger um ein Haar in der ersten Runde ausgeschieden, doch kam sie, weil sie die geringste Punkte-Differenz im Vergleich zur Konkurrenz aufwies, als »Lucky Loser« weiter: »Da hatte ich tatsächlich ein wenig Glück.« Im Finale traf sie auf die Erlangerin Jana Wenninger. Beide hatten über die zwölf Sprünge zwei Fehler. Bei der Uni-Meisterschaft entscheidet in diesem Fall nicht die bessere Zeit, sondern die bessere Stilnote. Das heißt, je harmonischer ein Ritt ist, umso höher fällt die Wertnote aus. Die aber wird erst am Schluss bekanntgegeben. Daher war die Spannung um so größer, bis das Ergebnis verkündet wurde. Zeitfehler gehen dabei ebenso in die Stil-Note ein. Am Ende erhielt Bräuninger eine 8,0, Wenninger eine 7,7. Das war Titel Nummer eins in Halle/Saale für die Reiterin des RV Wannweil.
Im Springen Erste, in der Dressur 13.
Zudem wurde aus Springen und Dressur eine Kombinations-Wertung ermittelt. Die Dressur, in der Kim Stadler von der Universität Tübingen gewann, hatte Bräuninger als 13. abgeschlossen. Zusammen mit Rang eins im Springen brachte ihr das auch in der »Kombi« den Titelgewinn ein. Das Feiern kam wie immer bei Studenten-Meisterschaften nicht zu kurz. So hatte es unter anderem eine Motto-Party mit Verkleidung vor Turnier-Beginn gegeben und am dritten Tag war ein Gala-Abend angesagt. (GEA)

