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Roll sorgt für Erleichterung

PFULLINGEN. Knapp zwei Wochen ist es her. Damals hatte Trainer Andreas Hintke mit den Landesliga-Fußballern des VfL Pfullingen Tacheles geredet. Seine Worte sind ganz offensichtlich auf fruchtbaren Boden gefallen. Nach dem Sieg bei der SG Empfingen kam jetzt ein 3:1 (1:1)-Erfolg beim Lokalrivalen TSG Tübingen. »Wir haben uns nach dem Spiel gegen Metzingen zusammengerauft, gut trainiert und Gas gegeben«, berichtete VfL-Kapitän Markus Leuthe.

Dadurch hätten sich seine Jungs auch wieder das nötige Glück erarbeitet, meinte die verlängerte Hand des Trainers auf dem Platz. Der Pfullinger Befreiungsschlag ist geglückt. Hintke war daher auch zufrieden. »Ich habe insgeheim gehofft, dass wir endlich mal nachlegen«, kommentierte er den zweiten Erfolg in Serie. Knackpunkte waren für ihn die Situationen in der 22. und 45. Minute.

Mitte der ersten Halbzeit traf der Tübinger Abwehrchef Benedikt Müller mit einem Strafstoß nur den Außenpfosten (22.). Sekunden vor dem Pausenpfiff gelang dann der Pfullinger Angreifer André Roll zur 2:1-Führung (45.). TSG-Spielertrainer Michael Frick trauerte vor allem dem verschossenen Foulelfmeter nach. »Wenn wir da das 2:1 machen, läuft das Spiel vielleicht anders.« Seine Farben waren durch einen von Müller erfolgreich verwandelten Elfer früh in Führung gegangen (14.).

Roll brachte die Hausherren allerdings postwendend ins Spiel zurück, indem er einen Querpass von Patrick Lehmann eiskalt zum 1:1 versenkte (18.). »Wir waren in der ersten Halbzeit nicht gut und in der zweiten Halbzeit sogar schlecht«, nahm er seine Jungs hart in die Kritik. »Was wir aus diesem Spiel mitnehmen müssen ist die Tatsache, dass die Bäume nach unserem guten Saisonstart nicht in den Himmel wachsen.«

Kehrtwende zeichnet sich ab

»Hou, hou, hou« - mit diesem Ausdruck der überschwänglichen Freude begleitete Stadionsprecher Oliver Herdtner die Jubelszenen nach dem 3:1 durch Erkut Alici (53.). Der Pfullinger Angreifer hofft nun, dass der Knoten nach dem Wahnsinnstor aus über 30 Metern »nun endlich geplatzt ist«. In den wuchtigen Schuss hatte er auch all seinen Frust gelegt. »Ich denke schon, dass Erkut nun sein Selbstvertrauen zurück hat«, hoffte auch sein Trainer.

Auch der junge Türke hat, laut Hintke, seit dem desolaten 2:4 gegen Metzingen eine stetig ansteigende Form gezeigt und sich vermehrt in den Dienst der Mannschaft gestellt. So sieht es ganz danach aus, dass das richtungsweisende Derby den beiden Vereinen eine Kehrtwende bescherte. TSG-Spielertrainer Frick: »Dinge wie Kampf und Einsatz, die uns zum Saisonauftakt stark gemacht haben, waren nicht mehr da.« (GEA)