TÜBINGEN. Eine ganze Reihe deutscher WM-Teilnehmer ist am Sonntag in einer Woche beim 16. Tübinger Stadtlauf am Start. Neben Lokalmatador Arne Gabius (LAV Tübingen) sind das die Marathonläufer Martin Beckmann (LG Leinfelden-Echterdingen) und Falk Cierpinski, Sohn des zweimaligen Marathon-Olympiasiegers Waldemar Cierpinski, sowie 1 500-Meter-Läufer Stefan Eberhardt.
Mehr als ein Dutzend Top-Leichtathleten sowie der Triathlon-Weltmeister von 2007, Daniel Unger, duellieren sich auf einer Strecke, die keiner so richtig intus hat. Die drei Runden durch Tübingen haben es mächtig in sich. »Diese 7,5 Kilometer sind für uns eine Sprintdistanz«, scherzte Beckmann und fügte mit einem Schmunzeln an: »Das erste Mal möchte ich den Berg noch erleben. Dann werden bei uns Marathonläufern sicherlich die Lichter ausgehen.«
Mit Berg meint der mit 2:18:08 Stunden 34. bei der Leichtathletik-WM in Berlin den Anstieg die Neckargasse hoch bis zur Stiftskirche. Da trennt sich für gewöhnlich die Spreu vom Weizen. Dennoch nehmen Jahr für Jahr auch ein ganzer Haufen von Freizeitsportler die Strapazen auf sich. »Wir sind, entgegen dem allgemeinen Trend in Deutschland, total ausgebucht«, berichtete die Stadtlauf-Organisatorin Gabriele Ulrich.
Auf den großen Frauenanteil von fast 40 Prozent sind Ulrich und der Stadtlauf-Gesamtleiter Frieder Wenk besonders stolz. Spitzenläuferinnen für das Rennen zu gewinnen, sei - laut Athletenbetreuerin Isabelle Baumann - »sehr schwierig gewesen«.
»Heim-WM« für Ghirmai
Das hat zum einen damit zu tun, dass am gleichen Tag in Berlin der traditionsreiche und hoch dotierte Marathon ausgetragen wird. Zum anderen haben einige Athletinnen auch schon ihre Trainingspause eingeläutet.Mit dabei ist jedoch auf alle Fälle die Vorjahressiegerin Simret Restle. »Wir haben es zumindest wieder geschafft, den männlichen deutschen Spitzenläufern eine Bühne zu bieten«, ist die Ehefrau von Olympiasieger Dieter Baumann dennoch zufrieden.
Filmon Ghirmai, Lokalmatador und deutscher Meister über 10 000 Meter, hat den Tübinger Stadtlauf nach den verpassten interkontinentalen Titelkämpfen in der Hauptstadt kurzerhand zu seiner »Heim-WM« ernannt. Durch das Rennen vor seiner Haustür hätte er sich »wieder schneller aufgerappelt«. (GEA)
