Florian Möck, Marc Breckel, Sascha Hejny und Christian Jabot - in der zweiten Halbzeit standen phasenweise vier Akteure gleichzeitig auf dem Parkett, die letzte Saison in der Jugend des VfL auf Punktejagd gingen. »Das hat mich ganz besonders gefreut, dass es bei uns keinen Bruch im Spiel gab, als die Jungen auf die Platte kamen«, meinte Spielertrainer Alexander Job. Und Kapitän Till Fernow ergänzte: »Der ganz große Unterschied zur vergangenen Saison ist der, dass wir auf der Bank gute Alternativen haben.«
Die neue Trumpfkarte der Pfullinger, die mannschaftliche Geschlossenheit, bekamen die Allgäuer deutlich zu spüren. »Unser Zusammenbruch in der zweiten Halbzeit ist mir unerklärlich«, so Gäste-Trainer Reinhard Geyer, der allerdings auch zugab, dass »Pfullingen gut gespielt hat«. Die Wangener um den bärenstarken Linksaußen Stefan Rosenwirth - er markierte vergangene Saison im baden-württembergischen Oberhaus 231 Tore - kamen glänzend aus den Startlöchern und führten mit 4:1 (6. Minute). Die Hausherren kämpften sich heran. 5:5 stand es nach elf Minuten, 7:7 vier Zeigerumdrehungen später. Dann war wieder Wangen am Zug und legte einen 10:7-Vorsprung (18.) hin. In der 26. Minute ging der VfL durch Hejny beim 13:12 erstmals in Führung.
Drei Minuten nach Wiederanpfiff stand es 16:16, ehe sich die Job-Schützlinge, die in Torhüter Tobias Heger (16 Paraden) einmal mehr einen starken Rückhalt hatten, auf und davon machten. Über 21:17 (38.) und 29:21 (54.) brachten sie den 32:24-Erfolg und damit die ersten beiden Punkte im ersten Saisonspiel unter Dach und Fach.
»Der Start war etwas holprig. Da war eine Spur Nervosität dabei«, stellte VfL-Linksaußen Matthias Kania fest. »Man hat gesehen, dass wir die jungen Spieler gut integriert und den Kern des alten Teams zusammengehalten haben«, fügte er hinzu. Fernow erklärte, dass sich die Mannschaft »vor diesem Spiel einen Riesendruck aufgebaut hat, weil es wegen der für beide Teams möglichen Aufstiegsrunde ein Vier-Punkte-Spiel war«.
Gut gespielt, die Trumpfkarte mannschaftliche Geschlossenheit in die Waagschale geworfen: Die »alten« VfL-Fans dürften nicht das letzte Mal große Freude am Auftritt der neuen Pfullinger gehabt haben. (GEA)
