KIRCHZARTEN. Martin Frey setzt seine Aufholjagd fort. Nachdem ihn ein Trainingsrückstand nach einem Infekt weit zurückgeworfen hatte, werden die Ergebnisse des Bad Uracher Mountainbike-Profis immer besser. Der 31-Jährige rückt der absoluten Weltspitze immer näher.
»Es ist schön zu sehen, dass es aufwärts geht«, beschreibt der Wahl-Freiburger seine Entwicklung. Besonders deutlich wird dies an den Einzel-Resultaten und dem Rückstand auf die Erstplatzierten, der immer kleiner wird. Im ersten Rennen nach seinem Infekt war er 72. beim Marathon-Weltcup in Capoliveri (Elba), es folgte Rang 32 beim nächsten World Cup in Andorra, ehe bei der Europameisterschaft am Rande der ligurischen Seealpen ein 18. Rang heraussprang. Nun »kratzte« er beim deutschen Weltcup-Rennen im Schwarzwald an den Top Ten. Nur noch knapp vier Minuten fehlten als Zwölfter zu einem Rang auf dem Podium.
Kirchzarten nicht sein Lieblings-Rennen
In Kirchzarten hat Frey den kürzesten Weg zu einem Rennen. Gerade mal eine Viertelstunde muss er auf dem Rad zurücklegen, um von der Wohnung an die Weltcup-Strecke zu kommen. Es klingt kurios: Ausgerechnet die Strecke beim Heimspiel hat es ihm nicht angetan. »Es ist cool, wenn man daheim losfahren kann, aber es ist nicht mein Lieblings-Rennen«, sagt der Fahrer des Singer-KTM-Racing-Teams. »Da fehlt mir einfach der technische Anspruch.« Auf dem 118-Kilometer-Kurs mit 3.550 Höhenmetern entscheiden vor allem Kraft und Tagesform über die Platzierung.
Während des Rennens waren die Top Ten nicht weit entfernt. In seiner Gruppe fuhr er die viereinhalb Stunden konstant etwa im Bereich der Plätze 11 bis 15. »Das war ein Check, was aktuell geht.« Mit seiner Leistung war er »auf jeden Fall zufrieden. Das stimmt mich positiv.« Der Sieg ging an seinen Teamkollegen Andreas Seewald. Der Lenggrieser ist derzeit nicht zu stoppen. In Kirchzarten ließ er Gioele De Cosmo (Italien) und den Belgier Wout Alleman auf den Rängen zwei und drei 2:21 Minuten hinter sich und unterstrich damit seine herausragende Form in dieser Saison. Der Europameister feierte bereits seinen fünften Sieg in Folge. »Das ist schon krass - absolute Weltspitze«, sagt Frey.
Defekt auf erster Etappe
Eine Woche zuvor hatte der Bad Uracher bereits seinen Aufwärtstrend in einem Rennen für Zweier-Teams unterstrichen. Bei der viertägigen Andorra Epic bildete er wieder mal mit Teamkollege Simon Stiebjahn ein Duo. Hätte Frey nicht am ersten Tag einen Vorderrad-Plattfuß und einen Riss in der Felge gehabt, wären die Siegchancen größer gewesen. Die beiden Deutschen verloren viel Zeit, fielen zurück, konnten aber glücklicherweise den Defekt reparieren und sich mit einer Aufholjagd noch auf Rang drei der Tageswertung kämpfen.
Trotz zweier Etappensiege am zweiten und vierten Tag und Rang zwei auf der dritten Etappe waren die späteren Gewinner Sebastian Gesche Antona (Chile)/Marc Stutzmann (Schweiz) nicht mehr zu gefährden. 2:13 Minuten dahinter sicherten sich Frey/Stiebjahn den zweiten Platz. Zu Saisonbeginn waren sie bereits in Südafrika beim Tankwa-Trek-Rennen, einem anderen Team-Wettbewerb, als Zweite auf dem Podest gestanden. Dort hatten sie eine Etappe für sich entschieden.
Für Burgos viel vorgenommen
Als Nächstes will Frey Ende Juli wieder als Einzelkämpfer beim viertägigen Collina-Triste-Rennen in Burgos (Spanien) seine kontinuierliche Steigerung in dieser Saison untermauern. Der Wettbewerb, der mit einem Zeitfahren beginnt, ist für ihn komplett Neuland. Der deutsche Vizemeister von 2023 nimmt den Wettkampf ambitioniert in Angriff. »Ich will um den Sieg mitfahren«, sagt Martin Frey. (GEA)

