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Aktuell Leichtathletik

Ärger über Doping-Kosten

PLIEZHAUSEN. Ulrich Metzger will nicht missverstanden werden. Ohne Wenn und Aber steht der Vereinsvorsitzende des LV Pliezhausen hinter jedem Anti-Dopingprogramm. Doch die Änderung seitens des Deutschen Leichtathletik-Verbandes seit März 2014, dass ein Meeting-Veranstalter die kompletten Kosten für Doping-Kontrollen zu übernehmen hat, brachte ihn auf die Palme.

Da beim Internationalen Meeting über die krummen Strecken am Sonntag zwei Kontrollen angesetzt waren, hätte der Verein für den Arzt, die Betreuung der ausgelosten Athleten, den Fahrdienst und die Analyse der Proben rund 1 000 Euro berappen müssen. »Das kann nicht sein«, wetterte Metzger. »Die Verantwortlichen gehen wohl davon aus, dass sie es nur mit großen Meeting-Veranstaltern zu tun haben. Aber wir sind ein kleiner Verein, der bei den Kosten für sein Sportfest nur aufgrund vieler ehrenamtlicher Helfer überhaupt Null auf Null rauskommt. So trägt man weiter mit zum Meeting-Sterben bei«, fragte sich Metzger ärgerlich, wozu es eigentlich die Nationale Anti-Doping-Agentur Nada und das Bundesinnenministerium BMI gebe. »Wo versickern denn all die Millionen Euro?« Weil sich der LV Pliezhausen beschwerte, kam man – so Metzger – dieses Mal noch mit einem blauen Auge davon: Es wurden eben »nur« zwei Athleten ausgelost und das BMI übernahm die Kosten für eine Kontrolle.

Davon unabhängig hat das Meeting, das einen Gesamtetat von nur 30 000 Euro für seine Infrastruktur hat, weil es keine Antrittsgelder gibt, in seiner insgesamt 30. Auflage – wie berichtet – für Superlative gesorgt. Trotz seiner kleinen und familiären Atmosphäre tummelten sich unter den 600 Startern allein 16 Athleten im Schönbuchstadion, die mit Fug und Recht das Attribut Star für sich in Anspruch nehmen dürfen. Dazu gab’s jeweils 130 Meldungen allein für die Läufe über die 1 000 und 3 000 Meter – so viele wie nie zuvor. »Das war das beste Meeting aller Zeiten«, waren sich Metzger und Meeting-Chef Thomas Jeggle einig. »Wir hatten das schönste Wetter, so viele Athleten und Zuschauer wie nie, die allerbesten Leistungen mit fünf Meeting-Rekorden und dazu haben wir selbst alles nahezu professionell gestemmt.«

Hinzu kam, dass bei diesem Leichtathletik-Leckerbissen, bei dem allein schon der 1 000-m-Lauf mit Überraschungssieger Timo Benitz (2:16,90 Minuten) für enorme Schlagzeilen gesorgt hat, auch die Inklusion mit den offiziellen Normwettkämpfen für die Paralympics-Starter fein geklappt hat. So empfahl sich die halbseitig spastisch gelähmte Maria Seifert aus Erfurt als Erste über 200 m (30,80 Sekunden) und als Zweite über 100 m (14,46 Sekunden) für die EM in Swansea/Wales. (GEA)