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Leah Hanle vom TSV Holzelfingen in nationaler Spitze angekommen

Leah Hanle vom TSV Holzelfingen ist über einen US-Aufenthalt in der nationalen Spitze angekommen.

Leah Hanle ist Seriensiegerin bei zahlreichen Volksläufen wie dem Reutlinger Stadtlauf.  FOTO: S CHANZ
Leah Hanle ist Seriensiegerin bei zahlreichen Volksläufen wie dem Reutlinger Stadtlauf. FOTO: S CHANZ
Leah Hanle ist Seriensiegerin bei zahlreichen Volksläufen wie dem Reutlinger Stadtlauf. FOTO: S CHANZ

REICHENAU. Was haben Kürbisse, Paprika und Blumenkohl mit dem Laufsport zu tun? Leah Hanle vom TSV Holzelfingen hat nach ihrem Wettkampf auf der Insel Reichenau am Bodensee die Antwort. Nach ihrem dritten Halbmarathon-Sieg in Serie vor Ort in 1:19:56 Stunden hatte sie es auf die Prämie abgesehen. Als Erstplatzierte wurde entsprechend ihres Körpergewichts Gemüse aufgewogen. 50 Kilogramm aus den Inselgärten. Das riecht verdammt gut. Ein solcher Preis ist für eine Amateurläuferin auch ein Grund für die Freude am Laufen.

Hanles Erfolg kommt nicht von irgendwoher. Sie rennt wöchentlich im Training rund 130 Kilometer über die Alb und in der Mittagspause in Reutlingen. Zum Training auf der Kunststoffbahn ist sie im Pfullinger Stadion unterwegs. Die 27-Jährige ist inzwischen in die nationale Spitze vorgedrungen.

»Ich habe mich dort sportlich enorm verbessert«

Über 5.000 Meter, 3.000 Meter Hindernis und über 10 Kilometer auf der Straße ist sie jeweils Siebte bei den deutschen Meisterschaften geworden. Sie ist Seriensiegerin bei zahlreichen Volksläufen wie dem Albgold-Winterlauf oder dem Reutlinger Altstadtlauf und ist damit zu einem Aushängeschild im Leichtathletik-Kreis Reutlingen geworden. Zuletzt hatte sie bei den deutschen Straßenlauf-Meisterschaften in Siegburg mit 33:34 Minuten eine starke neue Bestzeit aufgestellt und lag damit nur 47 Sekunden hinter Laufstar Konstanze Klosterhalfen (Leverkusen).

Der Weg nach vorne war sehr weit und lang. Hanle ist dafür mit einem Sportstipendium, das sie bei Simon Stützel und Scholarbook erhalten hat, sechs Jahre in die USA gegangen, nach Mount Olive (North Carolina) und Alabama. Sie hat an den dortigen Unis Psychologie studiert. »Ich habe dabei die Vorteile der US-Leistungsförderung genossen«, sagt Hanle im Rückblick. Sie hatte gute Trainer, ausgezeichnete räumliche Bedingungen und konnte so Leistungssport und Studium bestens verbinden. »Ich habe mich dort sportlich enorm verbessert, mich persönlich weiterentwickeln können und bin neben Training und Wettkämpfen mit einem Masterabschluss wieder zurückgekommen«, sagt die Frau, die immer ein Lächeln im Gesicht trägt. »Ich würde alles wieder so machen«, ist sie von ihrem Weg überzeugt. Die Umstellung und Wiedereingliederung sei schwierig gewesen, und sie habe deutlich gespürt, dass der Leistungssport hierzulande nicht die Akzeptanz besitzt wie in den USA.

Früher war Vater Wolfgang ihr Trainer, nach dem US-Aufenthalt hatte sie sich die Trainingspläne selber geschrieben. Seit diesem Sommer hat sie einen neuen Coach gefunden: Jürgen Kerl vom TV Turmerdingen bei Ulm, ehemaliger Trainer der Spitzenläuferin Alina Reh aus Laichingen, kümmert sich jetzt um den Wirbelwind mit den wehenden Haaren.

Inzwischen arbeitet Hanle im Personalbereich bei einer Reutlinger Consulting-Firma. Freude am Laufen hat sie nach wie vor. Drei Jahre will sie mindestens noch weitermachen – und im Optimalfall noch mehr Gemüse gewinnen. (GEA)