REUTLINGEN. Die TSG-Handballer haben den Abend versüßt und sich zur Weihnachtsfeier einen Derbysieg geschenkt. Im intensiv geführten Klassiker gegen den TV Großengstingen behaupteten sich die Reutlinger zur ungewohnten Spielzeit am Samstagnachmittag mit 35:30 (19:11) und hatten dabei in Danny Groß (11/4) und Thomas Breunig (10) überragende Werfer. In der ruppigen, aber nicht unfairen Partie der Bezirksoberliga verteilten die bisweilen kleinlich pfeifenden Unparteiischen insgesamt 14 Zeitstrafen (6/8), die in der Schlussphase zu zwei Roten Karten (1/1) führten.
Zu diesem späten Zeitpunkt war die Partie zugunsten der Gastgeber längst gelaufen. Weil auch Lukas Wendelstein im TSG-Tor mit 13 Paraden eine starke Quote aufwies. »Ich bin soweit zufrieden. Die Abwehr stand gut und hat es mir leicht gemacht«, zeichnete Wendelstein seine Vorderleute aus. Dieses Lob galt vor allen Dingen dem Auftritt vor dem Seitenwechsel, als die Reutlinger nur elf Gegentore zuließen und der TV Großengstingen kein Rezept zum Überwinden der offensiv arbeitenden TSG-Defensive fand.
»Wir hatten viele Fehlwürfe und Fehlpässe. Das hat uns das Genick gebrochen«
Gleich die Angriffe eins bis vier verpufften ohne Zählbares. Und es wurde nicht wesentlich besser. »In der ersten Halbzeit hatten wir viele Fehlwürfe und Fehlpässe. Das hat uns das Genick gebrochen«, sagte Torwart Manuel Flad. Bis zum 7:6 nach einer Viertelstunde waren die Lila-Weißen dran, danach brachen sie ein und gerieten mit neun Toren ins Hintertreffen. Auf Reutlinger Seite agierte vor der Pause Youngster Leo Weißmüller als Ballverteiler mit gutem Auge und bediente oft erfolgreich Routinier Groß.
Den enormen Rückstand konnte der TVG nicht auf sich sitzen lassen. Die als Tabellendritte angereisten Gäste bäumten sich auf und suchten ihr Heil in einer ebenfalls offensiv agierenden Deckung. Leon Rudolph und Alban Balaj kamen nun besser ins Spiel, während die Aktionen der Hausherren fahriger wurden.
Die TVG-Hoffnung auf ein enger werdendes Match zerstörte jedoch Wendelstein mit einem gehaltenen Strafwurf (32.) und mit zwei innerhalb weniger Sekunden entschärften Bällen (44.). Die TSG konterte oft mit Gewaltwürfen von Breunig und Christian Grzywna. »Wir sind zu spät rangekommen«, sagte TVG-Keeper Flad, der nach seiner Rückkehr von der Bank (46.) fünf Würfe parierte. Doch die Hypothek des riesigen Abstands aus der ersten Halbzeit war zu hoch.
Fünf Tore lag der Bezirksoberliga-Spitzenreiter TV Neuhausen II zur Pause bei der SG AmmerGäu zurück, am Ende betrug die Differenz in der harzfreien Entringer Halle sogar elf Treffer (28:39/14:19) – die Sensation zum Ende der Hinrunde nach zehn Neuhäuser Siegen in Serie war perfekt. Nach dem Zwischenstand von 11:11 (17.) geriet der Tabellenführer mit 12:18 (27.) in Rückstand. Das war eine neue Erfahrung, denn erstmals in dieser Saison mussten die Ermstäler einem derart hohen Abstand hinterherrennen. Die Gäste verkürzten beim Liganeuling im weiteren Verlauf der Partie zwar zweimal auf vier Tore, aber mehr war an diesem gebrauchten Abend im Ammerbuch nicht drin. (GEA)

