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Lichtensteiner gewinnen Bezirksoberliga-Derby gegen Engstingen

350 Zuschauer sehen Derby-Triumph der SG Ober-/Unterhausen. Noah Fischer spielt überragend.

Pariert im Prestige-Derby18 Würfe: SG-Torwart Noah Fischer.  FOTOS: BAUR
Pariert im Prestige-Derby18 Würfe: SG-Torwart Noah Fischer. Foto: JoBaur
Pariert im Prestige-Derby18 Würfe: SG-Torwart Noah Fischer.
Foto: JoBaur

ENGSTINGEN. Riesenstimmung in der altehrwürdigen, pickepacke vollen Freibühlhalle. Die Fans gieren förmlich nach Handball. Etwa 350 sehen das Derby in der 8. Liga, der Bezirksoberliga, zwischen dem TV Großengstingen und der SG Ober-/Unterhausen. Die Mannschaften kennen sich gut, es geht ums Prestige. An solchen Tagen will jeder alles aus sich herausholen. Das gelingt an diesem Abe, insbesonderere Noah Fischer. Der Hausener Torwart treibt die gegnerischen Angreifer zur Verzweiflung, pariert 18 Würfe. Allein in den ersten sieben Minuten ist er fünfmal zur Stelle. Währenddessen die Lila-Weißen sich grün und blau ärgern.

Wer so oft so prächtig reagiert, ist ein starker Torhüter und hat in den meisten Fällen eine funktionierende Abwehr vor sich. Was Fischer jedoch in einer bemerkenswert stoischen Manier alleine an »Freien« wegfischt, verdient die Note ausgezeichnet. Gleich in den ersten sieben Spielminuten ist der Lichtensteiner Keeper fünfmal zur Stelle. »Wir waren alle on fire, waren vorne wie hinten eine Mannschaft«, sagt Fischer nach der Partie und nimmt unter dem frenetischen Jubel der rund sechs Dutzend OU-Anhänger auf den Rängen die Glückwünsche seiner Teamkollegen entgegen.

»Wir waren alle on fire, waren eine Mannschaft«

Die TVG-Spieler schleichen erstmal niedergeschlagen in ihre Kabine. Zurück in der Halle, hadert »Capitano« Kevin Hummel: »Wenn wir nur die Hälfte der Chancen rein machen, ach, nicht mal die Hälfte, reicht das.« Keine Frage: Das Team von Trainer Tiago Azevedo zeigt absoluten Willen, erspielt sich reihenweise Möglichkeiten – und scheitert immer wieder am Abschluss.

Bloß kein Foul: Samuel Kurz, Elia Trebuss.
Bloß kein Foul: Samuel Kurz, Elia Trebuss. Foto: JoBaur
Bloß kein Foul: Samuel Kurz, Elia Trebuss.
Foto: JoBaur

»Jeder war voll da, aber jeder wollte es irgendwie erzwingen. Dann kommen dumme Fouls, die zur Unterzahl führen, und noch viele Abspielfehler hinzu«, sagt Kevin Hummel und ist jetzt erstmal froh über die Weihnachtspause. Zumal in vier Wochen bereits das nächste Highlight ansteht, das Duell gegen den Tabellenführer TSV Grabenstetten.

Sein ebenfalls bitter enttäuschter Trainer klagt in den Katakomben: »In der ersten Halbzeit vergeben wir 15 Freie. Wenn du solche Chancen auslässt, kannst du nicht gewinnen. Wir haben uns heute selber geschlagen.« Der ehemalige OU-Spieler bemängelt nach der dritten Niederlage innerhalb vier Wochen: »Wir haben keine Konstanz.«

Diese Festigkeit fehlt zwar auch der SG Ober-/Unterhausen, aber die Breite des Kaders spricht im Derby für die Gäste. Trainer Tobias Hartstein muss auf den erkrankten Rückraummann Yannik Just verzichten, kann dafür den lange Zeit verletzt gewesenen, verbandsligaerfahrenen Felix Schwille einsetzen. »Mein Anspruch ist, unsere jungen Spieler zu entwickeln. Ausnahmsweise haben wir diesmal eine Anleihe gemacht«, sagt der OU-Coach. Schwille wirft prompt sieben Feldtore und gibt der Abwehr Halt.

»Ausnahmsweise haben wir eine Anleihe gemacht«

Auf der Gegenseite verpuffen die zehn Treffer von Alban Balaj. Sein Wurf zum 8:8 in der 23. Minute bedeutet letztmals Gleichstand. Dann gerät Lila-Weiß deutlich ins Hintertreffen (12:17/38.) und alle Versuche, das Gleichgewicht wieder herzustellen, verlaufen ins Leere. Drei Minuten vor der Schlusssirene, als die Hausener mit 27:22 in Führung liegen, beginnen ihre Fans zu feiern. Und später fährt der Lichtensteiner Tross wunschlos glücklich die acht Kilometer talwärts. (GEA)

TVG-Kapitän Kevin Hummel.
TVG-Kapitän Kevin Hummel. Foto: JoBaur
TVG-Kapitän Kevin Hummel.
Foto: JoBaur