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Jetzt kommen für die Metzinger Bundesliga-Handballerinnen die dicken Brocken

Die Metzinger Handballerinnen müssen zu Hause demnächst zweimal mittwochs ran. Gegen zwei der besten Mannschaften der Bundesliga in der Außenseiter-Rolle.

Die Metzinger Abwehr - rechts Svenja Hübner, links verdeckt Selina Lindemann - muss gegen Dortmund alles geben, wenn es eine Übe
Die Metzinger Abwehr - rechts Svenja Hübner, links verdeckt Selina Lindemann - muss gegen Dortmund alles geben, wenn es eine Überraschung geben soll. Foto: Schmidt/Eibner
Die Metzinger Abwehr - rechts Svenja Hübner, links verdeckt Selina Lindemann - muss gegen Dortmund alles geben, wenn es eine Überraschung geben soll.
Foto: Schmidt/Eibner

METZINGEN. Einen »goldenen Dezember« wollten die Metzinger Bundesliga-Handballerinnen schaffen. Das klappte zunächst mit zwei Siegen auch sehr gut. Aber die unerwartete Derby-Niederlage in Göppingen sorgte im Rückblick für eine eher triste Farbgebung und einen erheblichen Stimmungsdämpfer. Damit tritt die TuS auf der Stelle, ist wieder Tabellensiebte, wie sie es schon vor Weihnachten war. In dieser Situation geht es vor eigenem Publikum nun gegen zwei ganz große Hausnummern - und das jeweils mittwochs, weil beide Gegner durch Einsätze im Europapokal, die immer am Wochenende ausgetragen werden, nur unter der Woche in der Bundesliga antreten können.

Erst kommt am 7. Januar (19.30 Uhr) der Tabellendritte Borussia Dortmund in die Paul-Horn-Arena, eine Woche später gibt Spitzenreiter HSG Blomberg-Lippe ebenfalls in der Tübinger Spielstätte seine Visitenkarte ab. Hier zu punkten wäre nach den klaren Vorrunden-Niederlagen eine Überraschung. Genau solch ein unerwartetes Ergebnis sollten die Metzingerinnen allerdings irgendwann schaffen, um den Patzer in Göppingen auszugleichen. Denn in die Meisterschafts-Play-offs, für die sich die vier besten Mannschaften nach der Hauptrunde qualifizieren, wollen die »TusSies« kommen.

Play-offs als Ziel

»Wir haben Platz vier mit im Blick«, hatte Trainerin Miriam Hirsch vor der Partie in derStauferstadt gesagt. Und von diesem Ziel rückt man bei derTuS jetzt nach der Niederlage nicht einfach ab. Das würde auch nicht zu den eigenen Ambitionen passen. »Mit diesem Modus kann man meiner Auffassung nach kein anderes Ziel setzen als die Play-offs«, unterstrich Kreisläuferin Svenja Hübner jetzt. Man wisse, dass es schwer werde, unter die besten Vier zu kommen:»Wir müssen uns auf uns konzentrieren und nicht auf die anderen schauen.«

Ferenc Rott macht folgende Rechnung auf. »Wenn man seine Pflichtaufgaben erfüllt und die erwarteten Siege holt, kämpft man um die Plätze fünf und sechs. Um weiter vor zu kommen, muss man eine Überraschung schaffen«, schildert der Geschäftsführer seine Sicht. Zwar sind Blomberg-Lippe, der Tabellenzweite HSG Bensheim-Auerbach (jeweils 16:2 Punkte) und Dortmund (14:2) schon etwas enteilt. Aber der viertplatzierte Thüringer HC liegt mit 11:7 Zählern in Reichweite für die Verfolger VfL Oldenburg, Sport-Union Neckarsulm und eben die TuS, die jeweils 10:10 Punkte auf ihrem Konto haben. Neckarsulm-Coach Thomas Zeitz bezieht sich auf diese Konstellation, wenn er sagt: »Auf Platz vier gibt es vielleicht eine Überraschung.«

Keine alltägliche Kulisse

Zunächst muss die TuS aber den Derby-Dämpfer verarbeiten. Der Mannschaft fehlte die Entschlossenheit, der letzte Biss wurde vermisst, man blieb weit unter seinen Möglichkeiten. Das mag an der Belastung gelegen haben, da es die dritte Begegnung innerhalb von zehn Tagen war und man bei den beiden vorangegangen knappen Siegen gegen Oldenburg und Neckarsulm alles gegeben hatte. »Und vielleicht trat vor dieser Kulisse bei der ein oder anderen Spielerin auch eine gewisse Hemmung auf«, sagt Hübner. Vor über 4.000 Zuschauern spielt man in der Bundesliga schließlich nicht alle Tage. Die TuS-Mannschaftsführerin versucht den enttäuschenden Auftritt auch damit zu erklären, dass man nicht wirklich ins Spiel gekommen sei. »Und wir haben es vom Kopf her nicht geschafft, uns ins Spiel reinzubeißen.«

Dieser Rückschlag ereignete sich gerade, als es schien, das Team habe sich und seine Stärken gefunden. Hirsch verweist darauf und sagte das auch ihrer Mannschaft, dass man, wenn man zwei Schritte vorgeht, »auch hin und wieder einen Schritt zurück machen muss, um wieder nach vorne gehen zu können«.

Die Partie gegen Dortmund ist die erste Wochentags-Begegnung seit dem Umzug der TuS in die Tübinger Paul-Horn-Arena. Bei den Pink Ladies hofft man daher auch am Mittwoch auf den Rückhalt der Anhänger. Hübner: »Wir brauchen die Unterstützung der Fans.« (GEA)