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Betzinger Verbandsligisten schweben nach Derbysieg auf Wolke 7

Deutlicher Triumph gegen Pfullingen vor etwa 400 Zuschauern. Magers Rote Karte kurz vor der Pause spielt dem heimstarken Aufsteiger voll in die Karten.

Manchmal ging es im Derby hoch her. Von links: Hannes Stotz, Jakob Roth, Janne Wurster (dahinter) und Leopold Heinzmann mit neue
Manchmal ging es im Derby hoch her. Von links: Hannes Stotz, Jakob Roth, Janne Wurster (dahinter) und Leopold Heinzmann mit neuer Frisur. Foto: JoBaur
Manchmal ging es im Derby hoch her. Von links: Hannes Stotz, Jakob Roth, Janne Wurster (dahinter) und Leopold Heinzmann mit neuer Frisur.
Foto: JoBaur

REUTLINGEN. Der Aufsteiger klettert weiter nach oben und erfreut sich der Höhenluft. Nach dem ungefährdeten 35:29 (17:13)-Triumph im Derby der Handball-Verbandsliga gegen den VfL Pfullingen schwebte der TSV Betzingen mit seinen Fans auf Wolke 7. Denn die Mannschaft machte weiter Boden gut und dürfte mit dem Abstiegskampf nichts zu tun haben. »Das ist unser großes Ziel«, sagte Noah Schlotterbeck nach dem Duell vor rund 400 Zuschauern – und fügte an: »Auch bei Ober-Unterhausen und gegen Esslingen können wir gewinnen. Das wäre dann schon ein dickes Polster.«

Noah Schlotterbeck ragt nicht mit Torjägerqualitäten heraus, braucht er auch nicht. Denn der Rückraumspieler, rechts wie links einsetzbar, glänzt dafür als Torvorbereiter mit einer herausragenden Übersicht und ist damit eine zuverlässige, unverzichtbare Konstante im Betzinger Team. Gegen den VfL spielte Schlotterbeck eine drei viertel Stunde komplett durch. Fehlerfrei und mit viel Tempo. »Läuferisch bin ich vorn dabei«, scherzte er nach dem fünften Heimsieg des Klassenneulings, der in Bestbesetzung antrat.

Nicht so die Pfullinger. Trainer Florian Möck, der häufig mit den Entscheidungen der Schiedsrichter nicht einverstanden war, musste ohne die Mittelmänner Michael Reisch (Zahn-OP) und Emil Bessel (Grippe) auskommen. Philipp Mager übernahm diesen Part, nahm sich aber beim Stand von 15:12 mit der dritten Zeitstrafe kurz vor der Halbzeit selbst aus der Partie, was den Gastgebern voll in die Karten spielte. Für Mager war es die dritte Rote Karte in der nun abgeschlossenen Vorrunde.

»Wir sind früh zu hoch in Rückstand geraten«

Nach der Pause erhöhte sich bei den Pfullingern in der harzfreien Halle die Fehlerquote und die Hausherren zogen schnell auf und davon (21:14 und 31:23). »Wir wussten, dass Bälle auch verloren gehen, sind dann aber früh zu hoch in Rückstand geraten«, haderte VfL-Routinier Tobias Haase – und ergänzte: »Die Betzinger hatten eine super Einstellung, wollten den Sieg vielleicht einen Tick mehr.« So konnte TSV-Trainer Jens Demel zusehends durchatmen: »Unser Tempospiel ist zum Tragen gekommen und wir haben es durchgezogen.«

Die auswärts erst einmal siegreichen Pfullinger verstrickten sich gegen die körperlich überlegenen Betzinger immer häufiger in Zweikämpfe, was erst in den Schlussminuten wie erhofft fruchtete. Doch da war es längst zu spät. Der VfL muss nun noch zweimal hintereinander in der Fremde antreten, ehe wieder zwei Heimspiele anstehen. (GEA)

TRAINER BLEIBEN AN BORD

Die Weichen bei den Handball-Verbandsligisten TSV Betzingen und VfL Pfullingen sind gestellt, beide Klubs gehen mit ihren jetzigen Trainern auch in die kommende Saison. »Mir ist die Mannschaft ans Herz gewachsen«, sagt VfL-Coach Florian Möck, der seit vergangenen Sommer das junge Team trainiert und zum Aufschwung verholfen hat. Auch die gute Zusammenarbeit mit seinem »Co« Dietrich Bauer will der 33-jährige ehemalige Drittligaspieler - und Trainer beim VfL nicht missen. Bei den Blau-Weißen bleibt Jens Demel am Ruder. »Wenn ich irgendwo Trainer bin, dann will ich eine Mannschaft entwickeln. Das habe ich bei allen meinen Stationen so gehalten. Der optimale Zeitraum dafür sind vier Jahre«, betont der 50 Jahre alte, einst für Oppenweiler in der 3. Liga aktive Demel und erklärt die Kaderplanung für weitgehend abgeschlossen. »Aber wir halten die Augen offen«, sagt der TSV-Trainer. (gri)