STUTTGART. Am 12. Mai hat das Präsidium des Württembergischen Fußballverbandes (WFV) einen Vorschlag in Form einer Beschlussfassung vorgestellt, der die Beendigung der wegen der Coronakrise derzeit unterbrochenen Saison 2019/20 vorsieht. Über diese Anregung wird endgültig auf einem außerordentlichen Verbandstag am 20. Juni entschieden.
»Ich bin sehr dankbar für die zahlreichen, ausführlichen Rückmeldungen unserer Vereinsvertreter, die wir gründlich ausgewertet haben«, zeigt sich WFV-Präsident Matthias Schöck zufrieden mit dem Meinungsbildungsprozess, der aufgrund der über 600 Rückmeldungen von Vereinen auf diese Überlegung hin ins Leben gerufen wurde. Im Vorfeld des außerordentlichen Verbandstages stellte sich bei den rund 1 700 Vereinen mit etwa 14 500 Teams von Künzelsau bis Friedrichshafen und von Ulm bis Freudenstadt zuletzt aber immer wieder unter anderem die Frage, warum es nur direkte Aufsteiger geben soll.
»Gemäß unserer Spielordnung haben alle Meister ein direktes Aufstiegsrecht. Die Zweitplatzierten hingegen verfügen lediglich über eine Aufstiegschance und das Recht an Entscheidungs- und Relegationsspielen teilzunehmen, um letztlich im sportlichen Vergleich mit dem besten Nichtabsteiger der übergeordneten Spielklasse Auf- und Abstieg auszuspielen«, erläuterte der Verband diesbezüglich auf seiner Homepage. Und weiter: »Leider ist es aufgrund der aktuellen Pandemie und der Corona-Verordnung des Landes Baden-Württemberg aber nicht möglich, bis zum Saisonende beziehungsweise in absehbarer Zeit diese Spiele auszutragen.« Es gebe auch kein überzeugendes anderes Verfahren, um aus den Zweitplatzierten dreier verschiedener Staffeln und dem bestplatzierten Nichtabsteiger den sportlich Besten zu ermitteln. »Wir haben uns diese Entscheidungen gewiss nicht einfach gemacht. Es ist auch legitim, als Verein aus der eigenen sportlichen Situation heraus zu argumentieren«, erläuterte WFV-Präsident Schöck, wohl wissend, dass nicht alle Vereine zufriedengestellt werden. Aufgabe des Verbands sei es jedoch, »die beste Lösung mit der größtmöglichen Sicherheit für alle unsere Vereine zu finden und dabei keine grundlegenden sportlichen, rechtlichen und wirtschaftlichen Prinzipien zu verletzen«.
Das letzte Wort haben nun die Delegierten. Schöck hofft, dass diese beim außerordentlichen Verbandstag »unsere Beschlüsse bestätigen und wir alle – Verband und Vereine – dann etwas Planungssicherheit für die kommenden Monate haben«. (wil)

