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Viele spannende Geschichten und ein verdienter Sieger beim 1. NTRT-Hallenfußballcup

Ein hochverdienter Sieger, ein Torwart des Turniers, der eine kuriose Geschichte schreibt, ein 43-Jähriger, der einfach nicht müde vom Fußball wird und ein ehemaliges verheißungsvolles Talent, das mit seiner Mannschaft überrascht: Der 1. NTRT-Hallenfußballcup in Reutlingen hatte viele spannende Geschichten zu bieten.

Sieben Spiele, sieben Siege: Einen verdienteren Sieger als den Bezirksligisten Croatia Stuttgart konnte es beim 1. NTRT-Hallencu
Sieben Spiele, sieben Siege: Einen verdienteren Sieger als den Bezirksligisten Croatia Stuttgart konnte es beim 1. NTRT-Hallencup nicht geben. Foto: Joachim Baur
Sieben Spiele, sieben Siege: Einen verdienteren Sieger als den Bezirksligisten Croatia Stuttgart konnte es beim 1. NTRT-Hallencup nicht geben.
Foto: Joachim Baur

REUTLINGEN. Michael Supper musste nicht lange überlegen. »Das war überragend«, sagte der Vorsitzende des Verbands-Jugendausschusses des Württembergischen Fußball-Verbands (WFV) bei der Siegerehrung des 1. NTRT-Hallenfußball-Cups am Sonntagabend. Kurz danach reckte Croatia Stuttgart in der Reutlinger Storlach-Halle die Siegertrophäe in die Höhe. Sieben Spiele, sieben Siege: Einen verdienteren Sieger als den Bezirksligisten konnte es nicht geben. Selbst im Finale hatte der auf dem Papier favorisierte Landesligist TSV Bernhausen nicht den Hauch einer Chance gegen den Champion und musste sich mit 0:3 geschlagen geben.

Mirko Perkovic (rechts) vom Sieger Croatia Stuttgart wurde zum besten Torhüter des Turniers ausgezeichnet. Links: Präsident Niko
Mirko Perkovic (rechts) vom Sieger Croatia Stuttgart wurde zum besten Torhüter des Turniers ausgezeichnet. Links: Präsident Nikola Solic vom SV Croatia Reutlingen. Foto: Joachim Baur
Mirko Perkovic (rechts) vom Sieger Croatia Stuttgart wurde zum besten Torhüter des Turniers ausgezeichnet. Links: Präsident Nikola Solic vom SV Croatia Reutlingen.
Foto: Joachim Baur

Kurios: In der Bezirksliga Stuttgart/Böblingen hat Croatia in 15 Spielen nur zwei Siege eingefahren und befindet sich als Drittletzter tief im Abstiegskampf. Völlig überraschend kommt der Erfolg beim NTRT-Cup, den der SV Croatia Reutlingen als ausrichtender Verein mit etlichen freiwilligen Helfern möglich machte, allerdings nicht. Anto Ilic, neben Heiko Grobis der Hauptorganisator des Hallenturniers, verriet dem GEA: »In Kroatien hat Kleinfeldfußball einen extrem hohen Stellenwert. Auch im Jugendbereich schon. Es gibt sehr viele Freiplätze mit kleinen Toren. In der Sommerzeit ist jeden Abend irgendwo immer ein Kleinfeldturnier.«

Der NTRT-Hallenfußballcup (NTRT ist eine von Grobis betriebene Online- und Social Media-Plattform mit Berichterstattung über den Lokalfußball im Raum Nürtingen, Kirchheim unter Teck, Reutlingen, Metzingen und der Schwäbischen Alb) hatte aber nicht nur einen überzeugenden Sieger zu bieten, sondern schrieb auch ansonsten viele spannende Geschichten.

Auch mit 43 Jahren immer noch topfit: SG Reutlingens spielender Trainer Zvonimir Kvesic. Hier als Torwart beim NTRT-Cup.
Auch mit 43 Jahren immer noch topfit: SG Reutlingens spielender Trainer Zvonimir Kvesic. Hier als Torwart beim NTRT-Cup. Foto: Joachim Baur
Auch mit 43 Jahren immer noch topfit: SG Reutlingens spielender Trainer Zvonimir Kvesic. Hier als Torwart beim NTRT-Cup.
Foto: Joachim Baur

- Kuriose Geschichte um Keeper des Turniers
Selbst bei einer Final-Niederlage hätte Croatia Stuttgarts Mirko Perkovic die Trophäe des besten Torwarts erhalten müssen. Der 33-Jährige fiel im Turnierverlauf mit zahlreichen Glanzparaden auf. Zu einer kuriosen Konstellation kam es direkt in der dritten Turnierpartie, als er mit seiner Mannschaft gegen den SV Croatia Reutlingen mit 2:1 die Oberhand behielt. Das Interessante: Der 33-Jährige kehrt in der Winterpause zu Croatia Reutlingen zurück, wie die Dietweg-Kicker in der vergangenen Woche bekanntgaben. Für Perkovic war der Auftritt beim NTRT-Cup also der letzte im Dress für Croatia Stuttgart. Ab dem 1. Januar wird der Routinier dann offiziell seine Zelte an alter Wirkungsstätte in Reutlingen neu aufschlagen. »Das war ein sehr schöner Abschluss. Ich wollte nochmal in der Landesliga spielen. Außerdem wohnt auch ein Teil meiner Familie in Reutlingen. Das hat einfach gepasst«, sagte Perkovic, der von einem hochklassigen Turnier sprach.

Als bester Spieler wurde Ivan Matanovic vom Final-Gegner Bernhausen ausgezeichnet. Der Angreifer präsentierte sich extrem torgefährlich und zeigte mit seinen Fähigkeiten am Ball, warum er in der Jugend einst für den kroatischen Topclub Dinamo Zagreb am Ball war.

Die U 19 des SSV Reutlingen wird Vierter beim NTRT-Hallencup und ist damit das beste Team aus dem Bezirk Alb.
Die U 19 des SSV Reutlingen wird Vierter beim NTRT-Hallencup und ist damit das beste Team aus dem Bezirk Alb. Foto: Joachim Baur
Die U 19 des SSV Reutlingen wird Vierter beim NTRT-Hallencup und ist damit das beste Team aus dem Bezirk Alb.
Foto: Joachim Baur

- Der ewige Zvonimir Kvesic
Wo auch immer die SG Reutlingen zu Gast ist, da hat mit einer nahezu 100-prozentigen Wahrscheinlichkeit Zvonimir Kvesic irgendwo und irgendwie seine Füße im Spiel. Selbst im - mit Verlaub - gereiften Alter von 43 Jahren wird dieser Mann einfach nicht müde vom Fußball. Der Spielertrainer des Bezirksliga-Achten war am Sonntag als Torwart für seine SG im Einsatz. Für den Einzug ins Viertelfinale reichte es zwar nicht, dennoch war der Routinier zufrieden. »Halle macht einfach immer Spaß. Es ist auch gut für die Entwicklung der jungen Spieler, weil in der Halle alle Eigenschaften gefragt sind. Und auch für das Teambuilding ist es eine sehr gute Sache, weil man den ganzen Tag miteinander verbringt«, sagte Kvesic, dessen Orschel-Hagener als Hallenspezialisten gelten. Bemerkenswert: Die Reutlinger werden in der Winterpause noch bei sechs Turnieren an den Start gehen. Unter anderem in Trochtelfingen und Bernhausen.

- Schubmann coacht VfL Pfullingen
Pfullingens Cheftrainer Albert Lennerth war am Sonntag nicht in der Storlach-Halle dabei. Stattdessen coachte Mittelfeldspieler Roman Schubmann die Landesliga-Auswahl der Echazstädter. Zunächst sah es für die »Schubmann-Schützlinge« tatsächlich gut aus. Doch nach zwei Siegen aus den ersten beiden Spielen kassierten die VfL-Kicker noch zwei Niederlagen und mussten auf der Tribüne mit anschauen, wie der Ligakonkurrent BSV 07 Schwenningen mit einem 5:1-Kantersieg gegen die U 18 des SSV Reutlingen in letzter Sekunde an ihnen vorbeizog.

- Alex Novak sorgt für Überraschung
Alexander Novak? Bei diesem Namen dürfte bei einigen Fans aus der Region etwas klingeln. Novak galt einst als verheißungsvolles Talent, dass in der Jugend beim SSV Reutlingen und den Stuttgarter Kickers für Aufsehen sorgte und später zum 1. FC Nürnberg wechselte. Als er den Sprung in den Profibereich nicht packte, kehrte der Offensivspieler 2010 wieder nach Reutlingen zurück und tingelte viele Jahre durch die Fußball-Region. Novak spielte unter anderem für die Young Boys Reutlingen, den TSV Grafenberg, 1. FC Frickenhausen, TSV Glems, FC Reutlingen, TuS Metzingen, die Sportfreunde Reutlingen und TG Gönningen, die er in der Saison 2023/24 als Spielercoach betreute. Mittlerweile ist der 34-Jährige spielender Co-Trainer beim TSV Altdorf. Mit seiner Mannschaft sicherte sich der gebürtige Reutlinger mit österreichischen Wurzeln am Samstag im Qualiturnier eines von insgesamt vier Tickets für das Hauptturnier. Dort erreichten Novak und Co. als einziger A-Ligist das Viertelfinale.

- Bezirk Alb schwach
Immer wieder betonten die Verantwortlichen im Vorfeld, dass es ein Turnier für alle sei. Sprich: kein Reutlinger Stadtpokal 2.0. Das machte sich auch im Teilnehmerfeld bemerkbar. Vom Landkreis Calw bis nach Stuttgart waren Mannschaften vertreten. Doch insbesondere von den Clubs im Bezirk Alb hatte sich der neutrale Zuschauer mehr erwartet. Mit dem SV 03 Tübingen und der U 19 des SSV Reutlingen schafften nur zwei Mannschaften aus der Region den Sprung in die K.o.-Runde. Die A-Junioren der Nullfünfer, bei denen Maik Stingel seit kurzem nicht mehr Cheftrainer ist, setzten sich im Viertelfinale nach Zehn-Meter-Schießen gegen die Tübinger durch. Im anschließenden Halbfinale unterlag das vom bisherigen Co-Trainer Bernd Bauer gecoachte SSV-Team dem TSV Bernhausen allerdings mit 2:4, bevor es im Spiel um Platz drei eine 0:1-Niederlage gegen das Landesliga-Topteam VfL Nagold setzte. Noch steht übrigens nicht offiziell fest, wer der Stingel-Nachfolger bei der U 19 wird.

- Einer zweiten Auflage steht nichts im Wege
SG Reutlingens Kvesic outete sich als Fan des 1. NTRT-Cups: »Gute Organisationn, Top-Niveau. Ich hoffe, dass es in den nächsten Jahren weitergeht. Es ist übrigens auch alles andere als selbstverständlich, dass man so viele Mannschaften zusammenbekommt.« Veranstalter Grobis sagte mit Stolz: »Es war mir eine Ehre, dieses Turnier veranstalten zu dürfen.« Bevor der NTRT-Gründer Croatia Stuttgart den Siegerpokal überreichte, richtete Grobis noch ein paar Worte an den ausrichtenden Verein vom Dietweg: »Ich würde mich freuen, wenn wir das Turnier im nächsten Jahr wiederholen können.« Definitiv: Dieses neu ins Leben gerufene Turnier steht der Fußball-Region sehr gut zu Gesicht. (GEA)