PFULLINGEN. Es war »The Last Dance« vor dem heimischem Publikum am Ahlsberg. Und der langjährige Pfullinger Kapitän Matthias Dünkel ließ seinen Worten Taten folgen. Der zu den Young Boys Reutlingen wechselnde Flügelspieler hatte im Vorfeld angekündigt, dass er und seine Mitspieler das sportlich irrelevante Verbandsliga-Spiel – der Abstieg sowohl des VfL als auch des TSV Heimerdingen stand bereits fest – so angehen würden, als ginge es noch um alles. Gesagt, getan: Dünkel und Co. präsentierten sich beim 4:0-Erfolg von ihrer besten Seite. Allen voran der 32-Jährige, gekommen vor zehn Jahren vom damaligen A-Ligisten TV Unterhausen, lieferte in seinem letzten Heimspiel für den VfL eine echte Gala ab.
Dünkel war an allen Treffern direkt beteiligt. Einen Foulelfmeter verwandelte der Offensivspieler nach 33 Minuten zum 2:0. Alle weiteren Tore legte der Routinier mustergültig für Youngster Philipp Kendel auf, der einen Dreierpack schnürte. Es wirkte, als wolle Dünkel dem Pfullinger Publikum gleich seinen Nachfolger präsentieren. Denn das Duo der beiden kleinen, pfeilschnellen und spielintelligenten Flügelspieler dominierte den ersten Durchgang nahezu im Alleingang. »Matze und ich verstehen uns sehr gut – auf wie neben dem Platz«, sagte Kendel nach dem Spiel. »Ich denke, das hat man auch ganz gut gesehen.«
Sieben Spieler verabschiedet
Alle Hände voll hatten die Vereinsoffiziellen Jan Herrmann, Paul Stingel und Timo Schyska vor dem Spiel zu tun. Der Abteilungsleiter Sport, sein Vorgänger und der Pressemann verabschiedeten neun Akteure, die bei neuen Vereinen ihr sportliches Glück suchen. Allesamt erhielten sie fotografische Nachweise ihres sportlichen Wirkens im Trikot mit dem Schönbergturm. Robin Hiller (Zukunft offen), Finn Edelmann (VfL Sindelfingen), Timo Gutjahr (Zukunft offen), Tobias Fulde (TSG Upfingen), Christian Locher (SV Hülben), Timo Krauß (VfL Sindelfingen), Martin Welsch, Marco Digel sowie Matthias Dünkel (allesamt Young Boys Reutlingen) sagten Adieu. Dünkel wurde für seine Verdienste zudem zum Ehrenspielführer ernannt. (ska)
Ein Spieltag ist in der Verbandsliga nun noch zu absolvieren. Die Pfullinger treffen am Freitagabend - das Spiel wurde vorverlegt - auf die Young Boys Reutlingen (19.30 Uhr). Die Verantwortlichen um VfL-Sportvorstand Jan Herrmann befinden sich derzeit intensiv in den Planungen für die kommende Landesliga-Spielzeit. Dabei haben die Echazstädter eine böse Überraschung erlebt.
Der VfL gab vor wenigen Wochen bekannt, dass zahlreiche talentierte Youngster auch in der kommenden Spielzeit, und zwar ligaunabhängig, weiter die Kickstiefel am Ahlsberg schnüren werden. Darunter auch Flügelspieler Aris Dragulin. Allerdings hat der 21 Jahre alte und frühere Jugendspieler des SSV Reutlingen in der vergangenen Woche plötzlich einen Rückzieher gemacht und Herrmann, Trainer Albert Lennerth und Co. mitgeteilt, dass er andere Pläne verfolgt und die Pfullinger verlassen wird. Dragulin ist nicht mehr Teil des Teams und war auch am Samstag bei den Spielerverabschiedungen nicht vor Ort.
Hiller verlässt den VfL Pfullingen
Künftig muss die Mannschaft von Neu-Trainer Lennerth auch auf die Dienste von Offensivkraft Robin Hiller verzichten. Auch der 25-Jährige, im Vorjahr gekommen aus der A-Liga vom TV Bempflingen, hatte dem Verein in den vergangenen Wochen bereits zugesagt. Doch nun hat sich auch der zweifache Torschütze für einen anderen Weg in der Zukunft entschieden. Wohin es Hiller und Dragulin zieht steht noch nicht fest. »Das ist ärgerlich, gehört im Fußball-Geschäft aber dazu«, sagt Sportvorstand Herrmann über die überraschende Entscheidung der beiden Kicker.
Fakt ist: Nach den nicht eingeplanten Abgängen müssen die Pfullinger nun schnell Ersatz für die Offensiv-Abteilung finden. Eigengewächs Kendel zeigte am Samstagmittag jedenfalls eindrucksvoll, dass er beim Neustart in der Landesliga eine wichtige Rolle bei den Echazstädtern übernehmen könnte. (GEA)

