PFULLINGEN. Wie viele Absteiger gibt es in der Fußball-Verbandsliga? Es ist eine Frage, die viele Anhänger des VfL Pfullingen vor dem Heimspiel gegen die Sportfreunde Schwäbisch Hall (Samstag, 14.30 Uhr) umtreibt. Eine schnelle und klare Antwort darauf zu finden, ist gar nicht so leicht. Weil es etliche verschiedene Konstellationen gibt, die bereits in der 3. Liga ihren Ursprung nehmen und am Ende auch über das Wohl und Wehe der Echazstädter entscheiden.
Die Terminplaner haben in dieser Saison aber offenbar ein feines Händchen gehabt. Da die 3. Liga und die Regionalliga Südwest an diesem Samstag ihren letzten Spieltag bestreiten, wissen die Oberliga-Clubs frühzeitig, welche Abstiegsvarianten bei ihnen greifen. Die Oberliga wiederum, und das ist optimal für die Verbandsliga, schließt die Punkterunde am Samstag, 31. Mai, ab.
Nach derzeitigem Stand müssen aus der Oberliga mit Calcio Leinfelden-Echterdingen, dem SV Fellbach und FV Ravensburg drei Teams in die Verbandsliga runter. Die bereits als Zweiter feststehende TSG Balingen geht in die Aufstiegsrunde zur Regionalliga, die am Dienstag, 3. Juni, Freitag, 6. Juni, und Montag, 9. Juni ausgetragen wird. Die Verbandsliga wiederum beschließt am Samstag, 7. Juni, ihre Runde. Im Klartext: Spätestens am 9. Juni steht fest, in welcher Spielklasse Balingen nächste Runde an den Start geht.
Falls dem Team von Trainer Murat Isik der Sprung in die 4. Liga gelingt, würden nur Calcio und Fellbach in die Verbandsliga runterkommen und Ravensburg in der Oberliga bleiben. In diesem Fall müssten vier Verbandsliga-Mannschaften in den sauren Abstiegsapfel beißen und der Fünftletzte (Platz zwölf) bestreitet die Relegation. Konkret bedeutet das für den VfL vor dem 27. Spieltag: Dann läge der Relegationsplatz aktuell nur noch drei Punkte entfernt. Falls Balingen scheitert, erwischt es in der Verbandsliga fünf Teams und der Sechstletzte (Rang elf) muss sich in der Relegation präsentieren. In diesem Fall dürfte es für die Pfullinger extrem schwer werden, weil die elftplatzierten Heilbronner bei noch vier ausstehenden Partien bereits sieben Zähler Vorsprung haben.
Zwei hoffnungsvolle Youngster kommen
Unabhängig vom Ausgang des Kampfes um den Ligaverbleib laufen die Personalplanungen beim VfL für die kommende Saison schon auf Hochtouren. Jüngst gaben die Ahlsberg-Kicker die Verpflichtung von zwei hoffnungsvollen Youngstern bekannt. Melwin Ruckaberle (SV 03 Tübingen) und Kenan Dogan (U 19 Stuttgarter Kickers) laufen ab dem Sommer für den VfL auf. »Beide Spieler hatte ich in der U 17-Bundesliga bei den Stuttgarter Kickers«, sagte Pfullingen-Coach Albert Lennerth. Ruckaberle, Jahrgang 2005, läuft für den Bezirksligisten SV 03 Tübingen auf und kommt in 24 Spielen auf starke 19 Tore. Der aus Betzingen stammende Defensivakteur Dogan (Jahrgang 2006) spielt derzeit für das U 19-Bundesligateam der Degerlocher und sei ein sehr vielseitiger sowie richtiger Mentalitätsspieler, so der VfL-Trainer.
»Wir haben noch vier offene Positionen im Kader. Es geht jetzt darum, diese Stellen qualitativ zu besetzen. Quantität haben wir in der Mannschaft«, betont Lennerth. Der Fokus liegt dabei auch auf der zentralen Mittelfeldposition. Denn: Routinier Timo Krauß kehrt im Sommer zum VfL Sindelfingen zurück. Zudem wird Youngster Tom Ankele den Pfullingern in der kommenden Hinrunde wegen eines USA-Aufenthalts nicht zur Verfügung stehen. (GEA)

