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TSG verbannt Young Boys

Mietvertrag über die Nutzung der Sportplätze am Ringelbach zum 30. Juni gekündigt. Bauer will am Dienstag einen Vorschlag zum zukünftigen Miteinander machen

Die Trennung von TSG und Young Boys nimmt Formen an. FOTO: EIBNER/REPRO: SCHUBERT
Die Trennung von TSG und Young Boys nimmt Formen an. FOTO: EIBNER/REPRO: SCHUBERT
Die Trennung von TSG und Young Boys nimmt Formen an. FOTO: EIBNER/REPRO: SCHUBERT

REUTLINGEN. Die Trennung der Fußball-Kooperation von der TSG Reutlingen und den Young Boys Reutlingen nimmt so langsam konkrete Formen an. Am vergangenen Donnerstag hat die TSG offiziell den Mietvertrag mit den Young Boys über die Nutzung der Sportplätze am Ringelbach zum 30. Juni 2018 gekündigt. »Damit haben Thorsten Bauer und seine Young Boys keine Heimat mehr«, erklärte der TSG-Vorsitzende Thomas Bader gestern im Rahmen eines Mediengesprächs.

Zudem hat der »Chef« des größten Reutlinger Vereins auch die Kooperationsvereinbarung zum 30. Juni für beendet erklärt. Weil das Mitgliedschaftsgeflecht der 2012 geschlossenen Verschmelzungsvereinbarung aber ziemlich kompliziert ist – es wurde zum Beispiel keine ausführliche Beschreibung von Rechten und Pflichten vorgenommen –, könnte dieser Vorgang noch ein rechtliches Nachspiel haben. Bauer geht davon aus, dass die Kooperation nur in beiderseitigem Einvernehmen aufgelöst werden kann.

Bauer will »Zweite« abgeben

Was die 15 Teams – die beiden Aktiven-Mannschaften in der Landesliga und der Reutlinger A-Liga sowie 13 Jugend-Mannschaften – angeht, sitzen die Young Boys am längeren Hebel, da sie im Besitz der dafür nötigen Spielgenehmigungen des Württembergischen Fußballverbands sind. Bei der TSG wartet man nun auf den Dienstag. »Dann will Thorsten Bauer mitteilen, welche Mannschaften er mitnimmt«, berichtete Bader.

Auf Anfrage dieser Zeitung widersprach der Young-Boys-Funktionär dieser Aussage von Bader. »Wir werden der TSG am Dienstag lediglich einen Vorschlag unterbreiten«, erklärte Bauer. Diesen möchte er am Wochenende vereinsintern noch detailliert besprechen. Im Groben sieht das Angebot so aus, »dass wir die eine oder andere Mannschaft abgeben, wenn wir dafür eine längere Zeit von etwa vier, fünf Jahren das Spielrecht auf dem Gelände der TSG am Ringelbach ausüben dürfen«, erläuterte Bauer.

Der Young-Boys-Boss könne sich zum Beispiel vorstellen, die »Zweite« abzugeben, »weil wir nicht glauben, dass wir die brauchen«. Der TSG wäre damit wohl sehr geholfen, schließlich plant der Club die Neu-Gründung einer Fußball-Abteilung, die zum 1. Juli den Spielbetrieb aufnehmen soll. Wenn Bauer das Spielrecht an den bisherigen Kooperationspartner abtreten sollte, müsste die Aktiven-Mannschaft nicht in der C-Liga starten, sondern könnte unter den alleinigen Farben der TSG in der A-Liga weitermachen.

Im Jugendbereich werden wohl die Young Boys die ersten Mannschaften mitnehmen und die TSG die untergeordneten bekommen. »Unser Anspruch ist es nicht nur, eine Abteilung zu gründen, sondern wir wollen den Kindern auch eine gute Fußball-Ausbildung ermöglichen«, so Bader, der ein besonderes Augenmerk auf Mädchen-Fußball geworfen hat. (GEA)

TSG KOOPERIERT MIT BALAKOV

Ein erstes Camp der Fußballschule Balakov hat es im vergangenen Herbst auf dem Sportgelände am Ringelbach schon gegeben. Was damals noch in Zusammenarbeit mit den TSG Young Boys Reutlingen über die Bühne gegangen ist, soll künftig eine Kooperation zwischen der TSG Reutlingen und dem ehemaligen bulgarischen VfB-Star werden. Wie TSG-Geschäftsführer Tobias Buss berichtet, habe Krassimir Balakov eine Anfrage gestellt bezüglich Schul-Turnieren und Fußball-Camps. Die Kooperation soll schon vor dem 30. Juni mit Leben gefüllt werden. Plamen Mihov, Sportlicher Leiter der Fußballschule, soll dem Verein zudem bei der Trainer-Ausbildung helfen. (GEA)