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Trainer des SV Degerschlacht: »Wir haben keinen Druck, wir haben Ehrgeiz«

Nach elf Spieltagen zeigt sich der SV Degerschlacht außergewöhnlich stabil. Worin Trainer Heiko Lichtenberger die Gründe sieht.

Degerschlacht-Trainer Heiko Lichtenberger jubelt.
Degerschlacht-Trainer Heiko Lichtenberger jubelt. Foto: Baur
Degerschlacht-Trainer Heiko Lichtenberger jubelt.
Foto: Baur

DEGERSCHLACHT. Wenn man den SV Degerschlacht von außen betrachtet, sieht man auf den ersten Blick einen solide aufgestellten Verein. Trainer Heiko Lichtenberger ist bereits seit sieben Jahren im Amt, Heimspiele sind stets gut besucht und das Fußball-Team spielt jährlich im vorderen Drittel der Reutlinger A-Liga mit. Doch dieses Jahr scheint etwas anders zu sein.

- Die Situation

Aktuell steht das Team von Lichtenberger mit 26 Punkten aus elf Spielen auf dem zweiten Platz, hat die letzten zwölf Pflichtspiele nicht mehr verloren und steht sogar im Viertelfinale des Bezirkspokals. »Die Situation ist extrem positiv, wir hatten in den vergangenen Jahren viele Verletzungen, die haben wir diesmal genauso, aber wir können diese endlich mithilfe eines breiten Kaders auffangen«, sagt Lichtenberger. Dies mache es dem erfahrenen Trainer auch einfacher, innerhalb der Trainingswoche eine funktionierende Taktik einzustudieren. »Durch unseren breiten Kader muss ich meine Taktik nicht mehr Woche für Woche anpassen.«

- Die Neuen

Im Degerschlachter Kader wurde vergangenen Sommer eine große Veränderung vorgenommen. Der bisherige Torjäger Dominik Kaschuba wechselte zum VfL Pfullingen II. Diese Lücke wurde von mehreren Spielern gefüllt. Lichtenbergers Sohn Daniel Lichtenberger übernahm eine wichtige Rolle als Zehner und Neuzugang Simon Schmidt, ehemals SGM Dettingen/Glems, füllten die Lücke im Sturmzentrum aus. Torflaute ist trotz des namhaften Abgangs ein Fremdwort. Schmidt erzielte bereits elf Ligatore, insgesamt erzielten die Degerschlachter 49 Tore. »Kaschuba kann man nur im Verbund ersetzen, das haben wir hinbekommen. Wir haben im Sturm vorne mit Simon Schmidt und Luka Brendle zwei Arbeiter, die kämpfen und laufen. Gerade mit Neuzugang Simon Schmidt haben wir einen Spieler verpflichtet, der die nächsten Jahre gesetzt ist.« In der Defensive schwärmt Lichtenberger von seinem neuen Co-Spielertrainer, ehemals Croatia Reutlingen, Marcel Schreyer. »Es ist ein unglaublicher Faktor, ihn dabei zu haben. Er ist nicht nur ein Toppieler, sondern ist auch mein verlängerter Arm auf dem Spielfeld. Das hatten wir die vergangenen Jahre nicht. Er war auch ein großer Faktor, um die Neuzugänge zu integrieren«, so der langjährige Trainer.

- Wohin es gehen soll

»Langfristig wollen wir natürlich Bezirksligaluft schnuppern. Die guten Ergebnisse machen uns keinen Druck, wir haben Ehrgeiz.« So sieht sich Lichtenberger weiterhin in der Jägerrolle hinter der TuS Metzingen, Anadolu SV Reutlingen und dem TSV Sondelfingen. »Das Schöne an unserem Verein ist, dass alle sich identifizieren, das macht uns so stark, wir zahlen kein Geld und haben keine Stars.« Ob das dem SV Degerschlacht reicht, um aufstiegsreif zu sein, kann Lichtenbergers Team schon am kommenden Sonntag beweisen, wenn es gegen den Tabellendritten TSV Sondelfingen geht. »Für mich ist es ein Spiel wie jedes andere, das wir gewinnen wollen«, so der Trainer cool. (GEA)