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SSV Rübgarten im Siegesrausch

Mit 13 Siegen aus 13 Partien legt der SSV Rübgarten die perfekte Hinrunde in der B-Liga hin und krönt sich zum Herbstmeister. Dabei beruht der Erfolg auf mehreren Faktoren und weckt Erinnerungen an alte Zeiten.

Die Spieler des SSV Rübgarten  kommen derzeit aus dem Jubeln kaum heraus: Topstürmer Dominik Grauer (links) freut sich mit Fabia
Die Spieler des SSV Rübgarten kommen derzeit aus dem Jubeln kaum heraus: Topstürmer Dominik Grauer (links) freut sich mit Fabian Sulz (rechts). Foto: Joachim Baur
Die Spieler des SSV Rübgarten kommen derzeit aus dem Jubeln kaum heraus: Topstürmer Dominik Grauer (links) freut sich mit Fabian Sulz (rechts).
Foto: Joachim Baur

RÜBGARTEN. Manchmal ist die Welt des Fußballs doch eben kleiner als man denkt und so passiert es schnell, das man auf der Suche nach Superlativen den B-Ligisten SSV Rübgarten in einem Atemzug mit dem deutschen Meister FC Bayern München nennt. Dabei, will man denn so reißerisch sein, haben die Rübgartener den großen Bayern sogar etwas voraus. Mit 13 Siegen aus 13 Partien legte der SSV eine perfekte Hinrunde hin. Sämtliche Statistiken, wie die 69 Tore und die lediglich sieben Gegentreffer, unterstreichen die Dominanz des Herbstmeisters. Doch welche Gründe liegen dem Erfolg zugrunde?

Der Torjäger: Dominik Grauer dürfte nahezu jedem Fußballinteressierten im Bezirk Alb ein Begriff sein. Der 36-Jährige gehört seit über einem Jahrzehnt zu den gefährlichsten Angreifern in der Region. In der Jugend schnürte er sich unter anderem die Kickschuhe für den VfB Stuttgart. In seiner Aktivenzeit traf er bereits für den SSV Reutlingen in der Oberliga, lieferte gleich mehrmals Tore für den VfL Pfullingen in der Verbandsliga und schoss sich in Sickenhausen einst zum Torschützenkönig in der Bezirksliga. Dabei besticht Grauer vor allem durch seine Abschlussstärke und Raffinesse in der Box. Im Sommer folgte dann der Wechsel vom TSV Sickenhausen nach Rübgarten. Beim SSV will er den nächsten Schritt in Richtung Karriere nach der Karriere machen und unterstützt das Trainerteam. Das Gespür für das Toreschießen brachte er aber gleich mit. In der Hinrunde kommt der großgewachsene Angreifer auf 27 Tore. »Klar, als Stürmer möchte man immer so viele Tore wie möglich, aber dass ist nicht alles. Ich habe Mitspieler wie Nathanel Bamenaw, der die gegnerischen Abwehrspieler bindet und mir den Rücken frei hält, sodass ich mehr Freiheiten habe«, erklärt Grauer.

Die Defensivstärke: Wer Grauer zuhört, erkennt, dass der Erfolg viele Väter hat. Er lobt die technisch beschlagenen Mittelfeldspieler, die die Vorgaben und Ideen des Trainerteams perfekt umsetzen, viele Wege gehen und so letztlich auch eine Vielzahl an Chancen produzieren. Hinzu kommt die robuste Defensiv-Abteilung. »Mit Gligor Simic haben wir einen erfahren Innenverteidiger, der die gesamte Abwehrreihe mit seinen Kommandos, seiner aggressiven Spielweise und seiner Spielintelligenz zusammenhält«, streicht der Co-Trainer heraus. Neben Simic unverzichtbar ist auch Mert Dogan, der mit gerade einmal 22 Jahren im defensiven Mittelfeld die Fäden zusammenhält und eine enorme Ruhe am Ball ausstrahlt.

Ruhe und Kontinuität: Für den maximalen sportlichen Erfolg braucht es mehr als rein spielerische Elemente. Grauer betont das gute Klima im Verein und in der Mannschaft: »Die Stimmung ist überragend. Dazu gehört auch unsere zweite Mannschaft und die Fans, die uns jedes Spiel unterstützen.« Dabei steht ein Mann ganz zentral für den reibungslosen Ablauf, für die Ruhe und den Zusammenhalt: Abteilungsleiter Robin Sulz, der seit Jahren in Rübgarten sämtliche Aufgaben übernimmt. Und so verwundert es kaum, dass Grauer ihn als das Herz des Vereins beschreibt, der überragende Arbeit leiste. Es ist aber auch das Vertrauen des Abteilungsleiters in das Trainerteam mit Ayhan Dogan, Steffen Jehle und Grauer, das Ruhe einkehren ließ. Waren die vergangenen Jahre doch eher von sportlichem Mittelmaß geprägt.

Rosige Zukunft: 2007 stieg der SSV Rübgarten in die Landesliga auf. Der bisher größte Triumph des Vereins. Teil der Aufstiegsmannschaft von damals waren die heutigen Kommandogeber Dogan und Jehle. Und auch wenn man damals postwendend wieder abstieg, kommen die Erinnerungen an die erfolgreichen Zeiten immer wieder hoch. Insbesondere im Hinblick auf den aktuellen Erfolg. »Rübgarten wird oft mit dem Aufstieg in die Landesliga in Verbindung gebracht. Aber wir sind momentan noch in der B-Liga und bis dahin wäre es noch ein sehr weiter Weg«, gibt sich Grauer demütig. Eine rosige Zukunft ist möglich, dürfte doch das vor der Saison definierte Ziel Meisterschaft kaum noch zu verfehlen sein. »Unser klares Ziel ist der Aufstieg. Aber wir schauen immer von Spiel zu Spiel und fokussieren uns auf den Gegner«, so der spielende Co-Trainer, der in puncto langfristige Strategie nüchtern sagt: »Die erste Hürde ist der Aufstieg, alles andere werden wir dann sehen.« Dass man in Rübgarten aufgrund dieser famosen Hinrunde ein wenig träumen darf, wird ihnen jeder zugestehen, auch wenn der Vergleich mit dem FC Bayern vermessen ist. (GEA)