PFULLINGEN. In der Fußball-Landesliga hat der SSC Tübingen auch das Rückspiel auf fremdem Terrain gegen den VfL Pfullingen gewonnen. Vor 100 Zuschauern unterlag die Mannschaft von VfL-Trainer Albert Lennerth im Derby gegen die Unistädter mit 0:1 (0:0). Eine schwache Chancenverwertung des Gastgebers und ein Sonntagsschuss von Lars Lack in der Schlussminute sicherten dem Aufsteiger den sechsten Saisonsieg. Auch in Überzahl – nach einer Notbremse von SSC-Spieler Christian Wiehl (62. Minute) – kamen die Pfullinger zu keinem Treffer.
»Wir machen gerade die Tore nicht. In der Box sind wir im Moment zu ungefährlich und gleichzeitig nicht clever genug. Ein Punkt aus vier Spielen ist einfach zu wenig«, ärgerte sich Lennerth. Übrigens: Bezüglich der Roten Karte des VfL-Trainers vor drei Wochen gegen den FC 07 Albstadt gibt es noch kein Urteil. »Wir haben noch nichts im Postfach erhalten«, sagte Timo Schyska, Presseverantwortlicher des VfL Pfullingen.
Zum Spiel: In den Schlussminuten sah es stark danach aus, als ob sich beide Kontrahenten mit einem torlosen Unentschieden trennen sollten. Doch dann kam der große Auftritt von Lars Lack. Nach einem Pass von Tobias Vetter zog der spielende Co-Trainer des SSC Tübingen in der Schlussminute von der rechten Außenbahn in die Mitte und zirkelte den Ball mit einem platzierten Linksschuss aus 25 Metern über den rechten Innenpfosten an VfL-Torwart Jannis Gebhard vorbei ins Tor. »Ein irrer Schuss«, freute sich SSC-Trainer Steven Trevallion über das Siegtor.
Drei Elfer-Situationen, kein Pfiff
Der VfL war über die gesamte Spieldauer die aktivere und auch bessere Mannschaft. Doch vor dem Tor strahlte die Lennerth-Truppe zu wenig Cleverness aus. So in der achten Minute, als Jakob Kuhle eine Hereingabe von VfL-Verteidiger Nico Seiz aus wenigen Metern nicht im Tor unterbringen konnte. Die Gäste standen defensiv gut gestaffelt und suchten über das Umschaltspiel ihre Chancen. In der 21. Minute wurde ein Tübinger Tor von Anton Sprick-Schütte nach einem Foulspiel von Valentin Scholz an Gebhard zurückgenommen. Scholz fand zehn Minuten später in Gebhard dann seinen Meister. Jannis Röhm (41. Minute) und Kendel (45.+2) hatten weitere dicke Chancen für den VfL in der ersten Hälfte.
Nach der Pause erzeugte der VfL etwas mehr Druck, aber auch Sven Packert (64.) und Marcelo Freitas (82.) konnten aussichtsreiche Möglichkeiten nicht in Tore ummünzen. Mit etwas mehr Cleverness hätten Lukas Klemenz (72.) und wenige Minuten später Seiz – nach Kontakt eines Gegenspielers im Strafraum – jeweils einen Strafstoß bekommen können. Glück hatte hingegen Seiz in der 85. Minute, als er nach einem unglücklichen Einsteigen gegen Dimitrios Katsaras nur mit Gelb belegt wurde und es zwei Minuten später nach einem Kontakt gegen Lack keinen Foulelfmeter für den SSC gab. »Ein klarer Elfer«, ärgerte sich Trevallion, der verletzungsbedingt Markos Chatzialiadis (34./Oberschenkel) und Felix Müller (70./Knie) auswechseln musste. (GEA)

