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Aktuell Boulevard Tricolore

Schlussbild Morgenrot

Irgendwie hat das alles gepasst. Als wir nach dem Halbfinale in Marseille nach sechs Stunden Fahrt durch die Nacht in den frühen Morgenstunden zurück sind in Evian-les-Bains, ist der Himmel über dem Genfer See glutrot. Ein Morgenrot dieser Güte spricht selten für gutes Wetter, aber eindrucksvoll ist es allemal. Und irgendwie das richtige Schlussbild für diese Europameisterschaft.

GEA-Sportchef und stellvertretender Chefredakteur Christoph Fischer.
GEA-Sportchef und stellvertretender Chefredakteur Christoph Fischer. Foto: Gerlinde Trinkhaus
GEA-Sportchef und stellvertretender Chefredakteur Christoph Fischer.
Foto: Gerlinde Trinkhaus
Die vier Kollegen, einer aus dem Sauerland wie ich ursprünglich, der andere aus Mittelhessen, der dritte aus Ostwestfalen und der vierte aus der Oberpfalz, die mit mir jetzt seit dem 7. Juni in Frankreich durch die Gegend fahren (wir haben per Automobil, Flugzeug oder TGV an die 10 000 Kilometer gemeinsam zurückgelegt), wir sind aus dem Auto ausgestiegen und haben uns dieses Morgenrot gedankenverloren angeschaut. Und alle gedacht, jetzt kann das Sportfest aus deutscher Sicht abgepfiffen werden.

War es ja auch schon Stunden zuvor in Marseille. Die deutschen Kicker sind längst wieder in der Heimat, wir fahren am Samstag. Weil noch Bilanz gemacht werden muss. Wie das eben immer ist bei einem großen Fußball-Turnier. Das Schönste dabei, dass in Frankreich alles friedlich blieb, Terrordrohungen nur Drohungen waren. Und die Equipe Tricolore das Finale von Saint-Denis erreicht hat. Wir hätten das auch Joachim Löw gegönnt, aber es ist auch nicht verkehrt, dass es anders gekommen ist.

Wer in Frankreich war, fährt wieder hin. Wir werden das auch so halten. Weil auch immer ein wenig Wehmut und Sentimentalität dabei ist, wenn es dann zu Ende geht. Es war ein langes Turnier, wir waren nicht immer guter Laune, aber wir haben uns gut gefühlt bei unseren Nachbarn. Vanessa, die Chefin unseres kleinen Hotels unterhalb des Montmartre in Paris, war jedenfalls traurig, dass die »lustigen Deutschen« nicht nochmals in der Rue Legendre eingekehrt sind. Zum Finale.

Am Ende waren es 32 Tage in Frankreich. Und wenn Sie, liebe Leserinnen und Leser, in diesen 32 Tagen ihr Blatt gerne zur Hand genommen haben, ist es mir persönlich eine große Ehre und Freude. Bonne journée, wir sehen uns in der kleinen Großstadt. (GEA)