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Schiedsrichter in der Region: Viele Einsteiger hören bald auf

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Die Schiedsrichter in den unteren Ligen sind auch teilweise mit Gewalt konfrontiert. Foto: Arne Dedert/dpa
Die Schiedsrichter in den unteren Ligen sind auch teilweise mit Gewalt konfrontiert. Foto: Arne Dedert/dpa

REUTLINGEN. Gewalt gegen Fußball-Schiedsrichter – dieses zuletzt bundesweit aufblitzende Thema sei im Bezirk Alb »glücklicherweise kein großes Problem«, sagt der Reutlinger Schiedsrichter-Obmann Philipp Herbst – der 37-Jährige wohnt in Nehren – im Gespräch mit GEA-Sportredakteur Manfred Kretschmer.

GEA: Die Gruppe Reutlingen hat derzeit 147 aktive Schiedsrichter. Wie ist die Entwicklung?

Philipp Herbst: Die Entwicklung ist konstant rückläufig. Wir liegen damit im Bundestrend. Wir bilden jedes Jahr 25 bis 30 Schiedsrichter aus, haben trotzdem unter dem Strich einen Rückgang von fünf bis zehn Unparteiischen. Das liegt vor allem daran, dass viele Einsteiger relativ schnell aufhören. Unseren Höchststand hatten wir im Jahr 2004 – damals waren 205 Leute im Einsatz.

Gewalt gegen Amateur-Schiedsrichter war in den vergangenen Wochen ein großes Thema. Gab es im Bezirk Alb auch Vorfälle?

Herbst: Ich habe von unseren Schiedsrichtern keine Rückmeldungen erhalten. Nach wie vor gilt offensichtlich der Grundsatz: Je ländlicher das Gebiet, desto weniger Vorfälle in dieser Richtung. Mir ist ein Spiel vom 21. Oktober bekannt, als in Sindelfingen ein B-Liga-Spiel wegen eines tätlichen Angriffs gegen den Schiedsrichter abgebrochen wurde.

Sie leiten Spiele bis zur Verbandsliga. Sind Sie schon einmal angegriffen worden?

Herbst: Als junger Schiedsrichter, es war im Jahr 2006, bin ich bei einem Relegationsspiel in Wannweil zwischen Türkspor Dettingen und den Sportfreunden Reutlingen von einem Türkspor-Spieler umgestoßen worden, nachdem ich ihm die Gelb-Rote Karte gezeigt habe. Diese Tat kam aus heiterem Himmel.

Wie ist die Reutlinger Gruppe in der Spitze aufgestellt?

Herbst: Für unsere Größe von 147 Leuten sind wir mit fünf Schiedsrichtern, die höherklassig zum Einsatz kommen, gut besetzt. Daniel Leyhr pfeift in der Oberliga, Marc Packert in der Verbandsliga und B-Junioren-Bundesliga, ich in der Verbandsliga, Jan Streckenbach und Ruben Zeitler in der Landesliga. Die Youngster Nils Schenk und Marijo Ilic sind in der Bezirksliga-Beobachtung. (GEA)