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Marke »Tor des Jahres«: Metzinger Marvin Pieringer mit Traumtor für 1. FC Heidenheim

Marvin Pieringer aus Metzingen sorgt beim 2:2 des 1. FC Heidenheim gegen den 1. FC Köln mit einem Traumtor per Fallrückzieher für Aufsehen in der Fußball-Bundesliga. Der frühere SSV-Reutlingen-Spieler Daniel Elfadli flog dagegen vom Platz und leitete damit die Niederlage des Hamburger SV beim SC Freiburg ein.

Marvin Pieringer (rechts) aus Metzingen jubelt nach seinem Führungstreffer für den 1. FC Heidenheim gegen den 1. FC Köln. Foto: Harry Langer/dpa
Marvin Pieringer (rechts) aus Metzingen jubelt nach seinem Führungstreffer für den 1. FC Heidenheim gegen den 1. FC Köln.
Foto: Harry Langer/dpa

HEIDENHEIM/FREIBURG. Mit einem Treffer, wie man ihn selbst in der Fußball-Bundesliga nur selten sieht, hat Marvin Pieringer am Samstagnachmittag für Aufsehen gesorgt. Der 26 Jahre alte Offensivspieler aus Metzingen erzielte beim 2:2 des 1. FC Heidenheim gegen den 1. FC Köln ein Traumtor per Fallrückzieher. Selbst Cristiano Ronaldo und Lionel Messi würden über diesen Treffer staunen, titelt Sky. Zudem würde sich Pieringer damit direkt für das »Tor des Jahres« anmelden.

»Habe schon gemerkt, dass das ein verrücktes Tor war. Geil, dass der reingegangen ist«, kommentierte der Torschütze bei Sky. Es lief die 15. Spielminute, als Pieringer nach einem Einwurf an der Strafraumkante blitzschnell schaltete. Jan Schöppner flankte, Pieringer stand mit dem Rücken zum Tor, der 1,91 Meter große Stürmer setzte halb im Fallen zum Fallrückzieher an und jagte den Ball mit dem rechten Fuß unter die Latte. Selbst die eigenen Mitspieler reagierten fassungslos: Omar Traoré und Niklas Dorsch schlugen sich ungläubig die Hände vors Gesicht. Auch auf den Tribünen und vor den Bildschirmen war Staunen angesagt – ein Treffer, der sofort bundesweit die Runde machte.

Pieringer habe in dem Moment »nicht viel nachgedacht hat«, schilderte der Stürmer die Szene im Sky-Interview. »Der Ball kam in die Mitte, ein bisschen in den Rücken von mir. Ich muss ihn irgendwie aufs Tor bringen. Ich will ihn zwar so treffen, aber dass ich ihn dann wirklich so treffe, hätte ich selber nicht gedacht.« Vielleicht klappe es ja mit einer Nominierung für das »Tor des Monats«.

Marvin Pieringer stand angeschlagen in der Startelf

Für Pieringer war es das zweite Saisontor im elften Einsatz, zugleich aber ein besonderes. Der gebürtige Bad Uracher, der von 2011 bis 2018 beim SSV Reutlingen spielte, hatte einen schwierigen Saisonstart hinter sich. Wegen anhaltender Probleme am Sprunggelenk musste er sich in der Saisonvorbereitung im Sommer sogar einer Operation unterziehen und verpasste die ersten sechs Spieltage. Nach einigen Kurzeinsätzen zeigte seine Formkurve vor der Winterpause wieder nach oben. So traf er am 14. Spieltag beim 1:2 gegen den FC St. Pauli. Gegen Köln stand er trotz kleiner Blessuren in der Startelf und rechtfertigte das Vertrauen von Trainer Frank Schmidt eindrucksvoll, ehe er in der 78. Minute ausgewechselt wurde.

Der spektakuläre Treffer brachte den abstiegsbedrohten FCH in Führung, doch die Freude währte nur kurz: Köln glich wenig später aus, ehe Heidenheim erneut vorlegte und am Ende ein 2:2 hinnehmen musste. Dennoch blieb Pieringers Fallrückzieher das prägende Bild dieser Partie – ein Moment, der in Heidenheim und darüber hinaus noch lange in Erinnerung bleiben dürfte.

Daniel Elfadli fehlt dem HSV gegen Leverkusen

Weniger glücklich verlief der Spieltag für einen weiteren Akteur mit Reutlinger Vergangenheit. Daniel Elfadli, von 2018 bis 2020 beim SSV Reutlingen in der Oberliga aktiv, erlebte bei der 1:2-Niederlage des Hamburger SV beim SC Freiburg einen bitteren Nachmittag. Der 28-jährige Defensivspieler sah in der 51. Minute die Gelb-Rote Karte, nachdem er Freiburgs Lucas Höler im Strafraum zu Fall gebracht hatte. Schiedsrichter Gerach entschied auf Elfmeter, den Vincenzo Grifo zum 1:1 verwandelte – eine Szene, die das Spiel kippte.

Daniel Elfaldi (rechts) sah im Spiel des Hamburger SV gegen den SC Freiburg schon früh die Gelbe Karte. Foto: Thomas Hess/Eibner
Daniel Elfaldi (rechts) sah im Spiel des Hamburger SV gegen den SC Freiburg schon früh die Gelbe Karte.
Foto: Thomas Hess/Eibner

Elfadli, der bereits seit der vierten Spielminute verwarnt gewesen war, hatte sich danach in mehreren Zweikämpfen an der Grenze des Erlaubten bewegt. In der 27. Minute holte er sich nach einem Foul eine ernste Ermahnung des Schiedsrichters ab. Der Platzverweis bedeutete für den HSV fast eine Halbzeit Unterzahl. Freiburg nutzte den Vorteil und kam spät noch zum Siegtreffer. Für Elfadli, der im Sommer 2024 vom 1. FC Magdeburg nach Hamburg gewechselt war, sich mit konstanten Leistungen schnell einen Stammplatz erarbeitet hatte und erst vor wenigen Tagen seinen Vertrag vorzeitig verlängert hatte, war es ein Rückschlag. Zudem fehlt er dem HSV nun gesperrt im kommenden Ligaspiel am Mittwoch gegen Bayer Leverkusen. (GEA)