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Hochkarätiges Reutlinger Jugendfußballturnier ist zurück

Serge Gnabry, Mario Götze und Lennart Karl. Sami Khedira, Kai Havertz und Mario Götze: Sie alle waren während ihrer Jugendzeit beim »Betzi-Cup«. Nach jahrelanger Pause kehrt das U12-Hallenfußballturnier zurück. Ab Samstag messen sich in Reutlingen regionale Teams mit Spitzenclubs – doch einiges ist neu. Der GEA beantwortet die wichtigsten Fragen.

Lennart Karl (rechts) überzeugt beim letzten Betzi-Cup 2019 für Eintracht Frankfurt. Heute geht der Senkrechtstarter für den FC
Lennart Karl (rechts) überzeugt beim letzten Betzi-Cup 2019 für Eintracht Frankfurt. Heute geht der Senkrechtstarter für den FC Bayern auf Torejagd. Foto: T. Baur/ Eibner
Lennart Karl (rechts) überzeugt beim letzten Betzi-Cup 2019 für Eintracht Frankfurt. Heute geht der Senkrechtstarter für den FC Bayern auf Torejagd.
Foto: T. Baur/ Eibner

REUTLINGEN. In Erinnerung bleiben nicht nur Lennart Karls Vorstellungen samt Traumtoren beim FC Bayern München. Unvergessen bleibt auch sein Auftritt beim bisher letzten »Betzi-Cup« im Jahr 2019. Der damals 11-jährige Knirps schießt seine Frankfurter Eintracht mit zwei Treffern im Finale des traditionsreichen U12-Hallenturniers in Reutlingen quasi im Alleingang zum Sieg. Der Fußballer, den die Medien heute mit Superstar Lionel Messi vergleichen, ist der überragende Spieler des Wettbewerbs, der bis zu diesem Zeitpunkt von der Jugendabteilung des TSV Betzingen organisiert wird.

»Er war schon damals sensationell«, erinnert sich Organisator Jörg Steinegger. »Er hat draufgebolzt und in der Regel sind die Bälle auch reingegangen.« Doch in den vergangenen Jahren bolzte weder ein Karl noch ein anderer Kicker mehr beim Jugendturnier. Während der Corona-Pandemie schlief das Event, bei dem zahlreiche der heutigen Weltstars aufliefen, ein. Für die Fußball-Fans der Region gibt es allerdings gute Nachrichten: Ab Samstag (8.30 Uhr) geht es in die nächste Runde – mit einigen Änderungen. Der GEA beantwortet die wichtigsten Fragen.

Wie kam es zur Wiedereinführung?

Offensichtlich kam das Turnier nicht nur bei Fußballliebhabern der Region gut an, sondern auch bei hochklassigen Mannschaften. »Wir haben Anfragen von Bundesliga-Vereinen bekommen, ob wir den Cup nicht wieder machen können«, erklärt Steinegger im GEA-Gespräch. Über mehr als 20 Jahre hatte sich der Wettbewerb, bei dem Teams aus der Region auf Spitzenmannschaften treffen, einen guten Ruf erarbeitet. Außerdem gebe es gerade im U12-Bereich »nicht ganz so viele Turniere«, erläutert der Experte. Zwar wollte sein Verein, der TSV Betzingen, nicht mehr verantwortlich sein, doch es fand sich eine Lösung. Künftig kümmern sich die Young Boys Reutlingen mit einigen ehemaligen Organisatoren des TSV um die Ausrichtung.

Was ist neu?

Nicht nur der Ausrichter hat gewechselt, auch heißt der legendäre »Betzi-Cup« nun nicht mehr »Betzi-Cup«, sondern schlicht »Internationaler Reutlinger U12-Cup«. Gespielt wird nicht mehr in Betzingen, sondern in der Storlach- sowie der Dietweghalle in Reutlingen. Was bleibt, ist die Mischung aus regionalen Mannschaften und (internationalen) Spitzenteams.

Wie ist der Modus?

Der aus der Vergangenheit bekannte Modus mit Gruppenphase, Zwischenrunde und anschließenden K.o.-Spielen in den Finals findet bereits komplett am Samstag statt. Am Sonntag folgen sogenannte Leistungsvergleiche (neu), bei denen die Top-Teams jeweils einmal gegeneinander spielen. Ziel ist es, dass die Mannschaften, die teilweise eine lange Anreise haben, möglichst viel auf dem Platz stehen können. Gleiches gilt für die lokalen Fußballer. Durch die Belegung zweier Hallen sind mehr Partien möglich. Auch am Samstag fliegt deshalb kein Team wie früher einfach raus, sondern es gibt auch für die schwächeren Clubs eine Endrunde.

Welche Teams sind am Start?

Neben Titelverteidiger Eintracht Frankfurt sind auch der VfB Stuttgart, Hamburger SV, Karlsruher SC, FC Basel, 1. FC Kaiserslautern, 1. FC Köln, FSV Mainz 05, Rapid Wien und die TSG Hoffenheim dabei. Des Weiteren eine Auswahl der Kimmich Academy (von Bayern-Profi Joshua Kimmich) und des DFB-Stützpunkts Reutlingen. Aus der Region treten die Young Boys Reutlingen, SGM Grafenberg/Riederich, SGM Raidwangen, TSG Münsingen sowie der TSV Betzingen, TSV Altenburg, TSV Dettingen, TV Derendingen und FC Mittelstadt an.

Was macht den Cup aus?

»Dass jedes Turnier ein Highlight war«, sagt Steinegger. Die Geschichten: Einmalig. Anekdoten gibt es viele. Was im Kopf bleibt? Beispielsweise, dass die Turniersieger aus Bayer Leverkusen 2018 den Pokal schon beinahe in den Mannschaftsbus geschleppt hatten, bevor ihnen ein Verantwortlicher mitteilte, dass der Henkelpott aus Tradition an Ort und Stelle bleibt. Oder dass der krasse Underdog TSV Betzingen bei der dritten Auflage im Jahr 2000 ein 1:1 gegen Leverkusen erreichte und in die Endrunde einzog. »Im Vordergrund steht, dass alle Kinder, die gespielt haben, immer großen Spaß hatten«, betont der Organisator und erzählt selbst noch über eine amüsante Begegnung. »Der Vater von Dominik Szoboszlai hat mich damals gefragt, ob ich denke, dass sein Sohn das Zeug hat, zum VfB Stuttgart zu kommen.« Zwar wurde daraus nichts, dafür aber ging es über RB Salzburg und RB Leipzig in die Premier League zum FC Liverpool. Auch nicht schlecht.

Welche Top-Stars waren in der Vergangenheit schon dabei?

Da muss selbst Experte Steinegger, der seit der Gründung des Cups durch Jadranko Prah dabei ist, grübeln. Denn es sind ganz schön viele Namen. Klar, die Erinnerung an Lennart Karl bei der letzten Auflage ist präsent. Aber auch schon bei der ersten Austragung 1998 war ein auffälliger Kicker dabei: Sami Khedira (später deutscher Meister mit dem VfB Stuttgart). Dazwischen reihen sich dutzende erfolgreiche Profis wie Serge Gnabry, Kai Havertz, Mario Götze, Marco Reus, Timo Werner, Marc-André ter Stegen, Dominik Szoboszlai, Kevin Kampl und Thilo Kehrer. »Die Liste könnte man mit ein wenig Fleiß fast nach Belieben fortsetzen«, sagt Steinegger und schmunzelt. Und die beste Nachricht: Die Liste wird sich fortsetzen. Schließlich geht es weiter mit dem Traditionsturnier. (GEA)