Logo
Aktuell Fussball

Elias Lachenmann: Der Unterschiedsspieler beim VfL Pfullingen II

Auf dem Rasen sorgt er für die besonderen Momente und liefert beeindruckende Zahlen. Aber neben dem Feld ist Elias Lachenmann zurückhaltend und entschied sich sogar proaktiv für einen Verbleib bei der Zweiten. Was den treffsichersten Pfullinger so besonders macht.

Nicht zu stoppen. Elias Lachenmann (vorne, blau) eilt Simon Hanle  (rot, SG Reutlingen) davon.
Nicht zu stoppen. Elias Lachenmann (vorne, blau) eilt Simon Hanle (rot, SG Reutlingen) davon. Foto: Jürgen Meyer
Nicht zu stoppen. Elias Lachenmann (vorne, blau) eilt Simon Hanle (rot, SG Reutlingen) davon.
Foto: Jürgen Meyer

PFULLINGEN. Unterschiedsspieler sind die Kicker für die besonderen Momente. Für die Momente, die die Spiele entscheiden. Jede Mannschaft braucht sie und oft drücken sie sich durch eine gewisse Portion Extravaganz aus. Angefangen bei kreativen Frisuren bis hin zu bunten Schuhen und Langarmtrikots bei sommerlichen Temperaturen. Und das von der Bundesliga bis in die B-Liga. Doch Elias Lachenmann fällt bei dieser Beschreibung aus dem Muster.

Der Stürmer des Fußball-Bezirksligisten VfL Pfullingen U 23 ist eher zurückhaltend, bescheidend und trägt am liebsten schlichte Adidas-Treter. »Ich mag schlichte Schuhe einfach mehr und mit meinen breiten Füßen komme ich in die Nike Schuhe einfach nicht rein«, sagt Lachenmann und lacht. Auf dem Feld selbst sorgt er aber für die entscheidende Momente. In elf Partien kommt er in dieser Spielzeit bislang auf elf Scorerpunkte und ist damit der gefährlichste Pfullinger.

Zwischen herausragender Ballführung und einem Probetraining bei den Kickers

In seinem zweiten C-Jugend-Jahr wechselte Lachenmann zum VfL und durchlief alle Jugendmannschaften am Jahnhaus. Schon damals blitzte sein Talent mit dem Ball auf, die Ballführung suchte seinesgleichen sagen alte Weggefährten. Sogar bei den Stuttgarter Kickers spielte er vor, aber der bescheidende Lachenmann gesteht ehrlich: »Wahrscheinlich hat's einfach nicht gereicht.« Es folgte der Sprung zu den Aktiven. Ein Großer wie er selbst sagt. »Das ist ein Riesenunterschied, gerade körperlich. Das war eine Umstellung.« Zunächst trainierte der heute 24-Jährige bei der Ersten mit, doch er kam am Ende nicht auf genug Einsatzzeit. »Ich habe dann proaktiv entschieden, dass ich gerne bei dauerhaft bei der U 23 wäre.«

Doch nach einem schwachen Jahr verabschiedeten sich Lachenmann und die U 23 aus dem Bezirksoberhaus in die A-Liga. Es folgte der Trainerwechsel hin zu Benjamin Hübner und ab da nahm Lachenmann und die Pfullinger Zweite Fahrt auf. In der A-Liga erzielte der Außenstürmer 21 Tore und gab 18 Assists - in gerade einmal 25 Partien! Als souveräner Meister ging es zurück in die Bezirksliga und auch Lachenmann baute auf dem neugewonnen Selbstbewusstsein auf. »Tore und Vorlagen geben einem natürlich Sicherheit«, sagt der Stürmer, der aber uneigennützig ergänzt: »Der Trainer hat uns Leben eingehaucht. Wir haben eine klare Spielweise installiert und haben uns alle weiterentwickelt.«

Knallerjahr mit Sensationszahlen in der A-Liga

Mittlerweile gehört Lachenmann dem Mannschaftsrat an und übernimmt auch neben dem Platz Verantwortung - wenngleich er sich nicht aufdrängt: »Ich brauche das nicht, sondern bin lieber im Hintergrund.« Und auch taktisch durchlief er eine Entwicklung, die er fast typischerweise kommentiert. »Durch die Umstellung auf die Doppelspitze und den Abgang von Marvin Krüger zur Ersten, bin ich nun vorne im Sturm und hab daher auch mehr Torszenen. Letztlich ist es mir aber eigentlich egal, wo ich spiele.«

Er spricht eben am liebsten durch seine Taten und Erfolge. Zumal er das Angebot, wieder bei der Ersten mitzumischen, höflich ablehnte. »Ich bin sehr glücklich. Wir haben einen tollen Zusammenhalt und daran möchte ich nichts ändern, das sind mir auch die rund 30 Minuten Anfahrt wert.« Dieses Commitment zahlt sich aus. Aktuell rangiert die U 23 auch dank Lachenmann auf Platz zwei und wenn es nach dem Unterschiedsspieler geht, kann das auch gerne so bleiben. »Wir haben das Potenzial oben mitzuspielen und wenn wir so weitermachen, bin ich auch fest davon überzeugt, dass wir da oben landen.« (GEA)